Programmarchiv 2008

La Zona (OmU)
Mexiko 2007, 95 min, Regie: Rodrigo Plá

Drei Jugendliche aus dem Armenviertel von Mexiko-City dringen in das von Mauern geschützte und privat überwachte Villenviertel „La Zona“ ein. Der spontane Einbruch in eines der Luxushäuser geht schief und die leichtsinnigen Eindringlinge werden geschnappt. Doch nicht etwa von der ohnehin korrupten Polizei, sondern vom aufgebrachten Mob werden die Jugendlichen gerichtet. Eine erbarmungslose Hetzjagd beginnt, in der sich die hysterischen Bewohner des Viertels gegenseitig verdächtigen und ihr kleines Reich zu ihrem eigenen Gefängnis werden lassen. LA ZONA ist eine vielprämierte und spannend inszenierte Thrillerparabel über düstere Zukunftsaussichten, die vielen schon heute Realität ist.

Berlin Calling
D 2008, 109 min, Regie: Hannes Stöhr
mit: Paul Kalkbrenner, Corinna Harfouch

Der Friedrichshainer DJ Paul Kalkbrenner ist Martin Karow ist DJ Ickarus und fliegt von Gig zu Gig, von Stadt zu Stadt und von einem Trip zum nächsten und von da in die Klinik. Psychiaterin Petra Pau (Corinna Harfouch) soll ihn von den Drogen runterbringen und therapieren, doch immer wieder bricht Ickarus die Regeln, flippt aus und feiert seine Exzesse. Toller Film über Drogen, Musik und Rauschzustände, über das Musikbusiness und natürlich über Friedrichshainer Hippness. Die große Entdeckung ist Kalkbrenner, der sich als sehr talentierter Schauspieler erweist und zu Recht ganz im Mittelpunkt des dritten Spielfilmes von Hannes Stöhr (Berlin is in Germany, One Day in Europe) steht.

The Chaser (OmU)
Südkorea 2008, 123 min, Regie: Na Hong-jin

Sehr raffinierter und mehrfach preisgekrönter Neo-Noir-Thriller aus Südkorea, in dem ein Zuhälter und Ex-Bulle einen sadistischen Kunden der Polizei übergibt, nur um festzustellen, dass dieser ein Serienmörder ist, der auch im Verhör nicht die Adresse seiner Wohnung preisgibt, in der noch eine junge Frau gefangen gehalten wird. Wenige Stunden bleiben dem engagierten Zuhälter/Ex-Cop, die Adresse ausfindig zu machen, um nicht nur die Frau zu retten, sondern auch Beweise für die Schuld des Killers zu finden, bevor er wieder freigelassen werden muss. Ein ausgesprochen gelungener Debütfilm eines jungen Regisseurs und einer der erfolgreichsten südkoreanischen Filme aller Zeiten. Stimmungsvoll in Bild und Inszenierung, mit überraschender Geschichte und exzellenten Darstellern, ist dieser Film eine schöne Ergänzung zum deutschen und europäischen Independentkino, dass wir sonst in unserem Kino anbieten. Zumal die besten und düstersten Thriller der letzten Jahre ohnehin aus Südkorea stammen, wer weiss, was das über die Befindlichkeit des Landes aussagt, auch in Bezug auf den überdurchschnittlichen Erfolg dieser Filme im eigenen Land.

Salò oder Die 120 Tage von Sodom (OmU)
I/F 1975, 117 min, Regie: Pier Paolo Pasolini
Restaurierte und ungekürzte Fassung!

Eine Gruppe bewaffneter Faschisten nimmt die jungen Einwohner eines Dorfes als Geisel und zieht sich mit ihnen in eine herrschaftliche Villa zurück. Nach einem ausgeklügelten Schema werden in Folge die jungen Männer und Frauen zu immer intensiveren Unterwerfungsritualen gezwungen, bis hin zu Vergewaltigung, Folter und Mord. Da ist er wieder - der legendäre Skandalfilm vom skandalisierten Dichter und Regisseur Pasolini, der seine Premiere nur wenige Wochen nach der Ermordung des kompromisslosen Künstlers erfuhr -, und nun neu im Kino in restaurierter Fassung zu sehen ist. Bis heute sind die Hintergründe des Mordes ungeklärt, erst vor wenigen Jahren entwarfen neue Zeugenaussagen ein ganz anderes Bild des scheinbar simplen Raubmordes durch einen jungen Stricher, in denen von mysterösen Auftraggebern die Rede ist. Pasolinis Film ist ein Klassiker des engagierten politischen und künstlerischen Kinos, bis heute sehr ungewöhnlich in seiner exzessiven Darstellung gewalttätiger und sexueller Szenen. Wie in Marquis de Sades literarischer Vorlage ist der Film ein Tableau aufeinander aufbauender und sich immer weiter steigernder Exzesse, in denen exemplarisch die vollständige Unterwerfung unter eine absolute Herrschaft entworfen wird, ritualistisch und hochzeremoniell. Analog zu Dantes Inferno in mehrere Höllenkreise unterteilt, verlegte Pasolini das Hauptwerk de Sades in die Endphase des faschistischen Italiens, das auch Republik Salò genannt wurde, nach der gleichnamigen Hauptstadt der Italienischen Sozialrepublik unter dem zuvor abgesetzten und nun unter Protektion des Deutschen Reiches stehenden Mussolini.

Rischkanowka - Der König von Bessarabien
Dokumentarfilm, D 2008, 85 min, Regie: Peter Grimm, Eckart Reichl

Der König von Bessarabien - das ist der seit Jahrzehnten amtierende Vorsitzende der bessarabiendeutschen Landsmannschaft, millionenschwerer Bauunternehmer und Wohltäter eines Landstriches in der Ukraine und Moldawien. Er ist auf der Suche nach einem Hof in Rischkanowka, denn aus diesem Dorf stammt Horst Köhler, ebenfalls Sohn bessarabiendeutscher Eltern. Der Film zeigt die skurrile Suche nach der Vergangenheit in einem von der Welt vergessenen Land, wo vor fast 200 Jahren Deutsche vom russischen Hof angesiedelt wurden, deren Geschichte jedoch mit dem 2. Weltkrieg unterbrochen wurde.

Der Generalmanager oder How to Sell a Tit Wonder
D 2007, 87 min, Regie: Steffen Jürgens

Dokumentarisches Spektakel über einen überforderten Erotikmanager, der wie im Rausch mit Busenwundern und anderen Boulevardgrößen den steilen Weg nach oben sucht. Eine papparazzihafte Tour d´Amour nach dem Tod des Weltstars Lolo Ferrari, der Selfmade-Manager Martin Baldauf beim Neuaufbau eines Ersatzbusenwunders: Ashley Bond aus Manchester. Der Film zeigt die einzigartig schillernde Welt der B- und C-Promis – ein schräger Film von Steffen C. Jürgens, u.a. mit der inzwischen verstorbenen Lolo Ferrari, Lebemann Jürgen Drews und als Gast Udo Lindenberg – produziert von Till Schmerbeck.

88 - Pilgern auf japanisch
D 2008, 88 min, Regie: Gerald Koll

Wem zum Thema Pilgern nur Mekka und der Jakobsweg einfallen, sollte den ältesten und längsten Pilgerweg der Welt kennenlernen: den hachijuhakkasho (Weg der 88 heiligen Orte). Er umkreist die japanische Insel Shikoku. Wegen der vielen Tempel, Schreine und Mönche nennen Japaner sie die „heilige Insel“. Dort pilgern Menschen seit zwölfhundert Jahren, entlang einer Route von 1.300 Kilometern, markiert durch 88 Tempel. Der Filmemacher und Journalist Gerald Koll ging als einer der wenigen nichtjapanischen Pilger im Frühjahr 2007 diesen Weg – allein, mit einer Kamera. Ohne Buddhist zu sein und ohne japanisch zu sprechen. Auf der Suche nach dem eigentümlichen Zustand des Pilgerns, „henro boke“...

Elli Makra – 42277 Wuppertal
D 2007, 82 min, Regie: Athanasios Karanikolas

Elli ist eine Griechin, die seit ihrer Kindheit in Deutschland lebt und deren Leben aus Arbeit, Ärger und Familie besteht. Ein wenig Ablenkung findet sie bei einem Kollegen, mit dem sie ein Verhältnis hat. Trotzdem ist Elli einsam. Sie scheint gebrochen, doch hat sich nicht aufgegeben. Anders als ihre Schwestern möchte sie nicht in einer griechischen Scheinwelt leben und plant deshalb, in ihre Heimat, nach Griechenland zurückzukehren. Sie entschließt sich, alle Brücken zu kappen und dem öden Alltag zu entfliehen. Ein spröder, authentischer und genauer Blick in den Alltag der griechischen Emigrantenwelt, mitten in Deutschland, zugleich ein sensibles Frauenporträt und ein gelungener Debütfilm.

Die Ausschwitz-Dialoge
D 2008, 60 min, Regie: Marian Ehret

Jeder kennt das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Doch wussten Sie, dass es dort auch eine polnische Kleinstadt namens Oświęcim, zu Deutsch Auschwitz, gibt? Ein junges Filmteam begibt sich in die Stadt, wo ein bizarrer Gedenkkonflikt zwischen polnischer und jüdischer Erinnerung an den Holocaust stattfindet. Dabei gerät das Filmteam zwischen die Fronten. Während die Juden ihr Recht auf Erinnerung rund ums Lager verteidigen wollen, wollen die Polen lediglich ein normales Leben. Ist das wirklich so? Ist Auschwitz ein überwiegend polnischer Leidensort und sind es jüdische Überlebende, die die polnischen Bewohner von ehemaligen Lagergebäuden aus ihren Wohnungen vertreiben wollen? Oder sind es die Polen, die ihre Siedlungen und Getreidefelder auf der Asche von zigtausenden vergasten und verbrannten Juden errichtet haben? Im Mittelpunkt des Konfliktes steht der Bürgermeister des Ortes, der sich für die Wiedergeburt eines Märtyrers hält und sich in einem Privatkrieg mit dem Museum befindet. Dieses Museum erscheint vielen Einwohnern als ein Instrument jüdischer Macht. Der Konflikt wird auf allen Ebenen der Gesellschaft, unter den Einwohnern der Stadt und ihrer Besucher, von Wladimir Putin bis zu den Bewohnern eines lokalen Obdachlosenheims, verfolgt.

Nuit et brouillard - Nacht und Nebel
(OmEnglUT)
Frankreich 1955, 30 min, Regie: Alain Resnais

Dokumentarfilm über Auschwitz-Birkenau, der zu poetischen Texten von Jean Cayrol und der Musik von Hanns Eisler Archivmaterial mit Aufnahmen des verfallenen ehemaligen Lagers montiert. Der Film führte 1955 zum Eklat zwischen Frankreich und der BRD.die Spezialität desHauses eben Couscous mit Fisch sein soll. Entgegen allen Widerständen versucht Slimane beharrlich und geduldig, seinen Traum umzusetzen. So wie sein Hauptcharakter geht der Film langsam und geduldig, mit viel Liebe zu Details, an die Schilderung seiner Figuren, lässt nichts aus und schwelgt förmlich in seiner Ruhe, schon das sehr ungewöhnlich.

Couscous mit Fisch
Frankreich 2007, 155 min, Regie: Abdellatif Kechiche

Der sechzigjährige Slimane kommt aus dem Maghreb und arbeitet seit vielen Jahren in einer Werft in der südfranzösischen Stadt Sète. Die Arbeit ist hart, die Entlassung steht bevor, in der Familie sieht es nicht besser aus. Doch Slimane lässt sich nicht aus seiner stoischen Ruhe bringen, er hat einen Traum - ein Restaurantschiff zu eröffnen, in dem die Spezialität desHauses eben Couscous mit Fisch sein soll. Entgegen allen Widerständen versucht Slimane beharrlich und geduldig, seinen Traum umzusetzen. So wie sein Hauptcharakter geht der Film langsam und geduldig, mit viel Liebe zu Details, an die Schilderung seiner Figuren, lässt nichts aus und schwelgt förmlich in seiner Ruhe, schon das sehr ungewöhnlich.

Animals in Love
Frankreich 2007, 85 min, Regie: Laurent Charbonnier

Lässt sich hinter dem reinen Fortpflanzungstrieb auch bei Tieren eine romantische Idee finden, Liebe zum Selbstzweck, jenseits der existenziellen Vermehrung? Diesen Gedanken verfolgte in zweijähriger Arbeit der brillant fotografierte Tierfilm rund um den Globus, von den Insekten bis zu den Löwen beobachtete die Kamera gewöhnliche wie exotische Tiere beim Liebesspiel in unzähligen Varianten, bei den aufwendigsten Balzritualen wie den trägsten Momenten „danach“, aber auch bei der Aufzucht der Nachkommenschaft und beim „normalen“ Familienleben. Nach MICROCOSMOS und NOMADEN DER LÜFTE ist dies nun ein weiterer elegisch-philosophischer französischer Tierbilderfilm, der im Gegensatz zu seinen amerikanischen Verwandten keine allzu vermenschlichten Geschichten erzählen will, sondern in schönen Bildern zur schönen Musik von Philip Glass assoziativ über die Kontinente springt.

Heavy Metal in Baghdad
(OmEnglUT)
USA 2007, 84 min Regie: Eddy Moretti, Suroosh Alvi

Heavy Metal in Baghdad ist ein Dokumentarfilm, der die irakische Heavy Metal Gruppe Acrassicauda vom Fall Sadam Hussein’s in 2003 bis heute begleitet hat. In einem muslimischen Land Heavy Metal zu spielen ist ein schwieriges (wenn nicht unmögliches) Unterfangen. Der Sturz von Sadam’s Regime gab ihnen Hoffnung, die aber schnell zunichte gemacht wurde, nachdem ihr Land durch unzählige blutige Aufstände verfiel. Von 2004 bis 2007 löste sich der Irak langsam auf, Acrassicauda bemühten sich am Leben zu bleiben und an ihren gemeinsamen Traum vom Heavy Metal weiter zu glauben. Ihre Geschichte spiegelt die unausgesprochenen Hoffnungen einer ganzen Generation junger Iraker wieder.

Crosby, Stills, Nash & Young - Déjà Vu (OV)
USA 2007, 96 min, Regie: Bernard Shakey (Neil Young), Buch: Neil Young, Mike Cerre, mit: Stephen Stills, David Crosby, Graham Nash, Neil Young

Vor gut vier Jahrzehnten brachten die vier titelgebenden Heroen der Folkmusik ein Album heraus, das „Déjà Vu“ hieß, zu einer Zeit, in der Sänger wie sie gegen den Vietnamkrieg protestierten. Nun also noch einmal, anderer Krieg, gleiches Land, gleiche Namen. Eben ein Déjà Vu. Mit seinem Album „Living with the War“ und der „Freedom of Speech“-Tournee, zu der Neil Young seine alten Kumpels Crosby, Stills und Nash einlud, kommentierte Young die politische Entwicklung seines Heimatlandes und dokumentierte das Ganze in einer gelungenen Mischung aus Polit- und Konzertfilm.

AlleAlle
D 2007, 90 min, Regie: Pepe Planitzer
mit: Milan Peschel, Eberhard Kirchberg, Marie Gruber

AlleAlle ist die Geschichte des geistig behinderten HAGEN (Eberhard Kirchberg), der auf der Suche nach seinem Onkel fälschlicherweise auf den bankrotten, aber phantasievollen Gelegenheitsdesperado DOHMÜHL (Milan Peschel) trifft. Eine Geschichte von Menschen aus unserer Zeit und deren Versuchen, Verantwortung zu übernehmen. Ein hoffnungsvoller Film und eine Reise in die Zukunft zugleich.

Sportsfreund Lötzsch
D 2007, 86 min, Regie: Sandra Prechtel, Sascha Hilpert

Wolfgang Lötzsch war einer der talentiertesten deutschen Radsportler – nicht nur in Ostdeutschland. Jedoch bekam er nie die Chance, sich auf internationalen Rennen mit den großen Profis zu messen, da der 1952 – ein Jahr vor der zeitweiligen Umbenennung in Karl-Marx-Stadt – in Chemnitz geborene Radfahrer schon mit 20 Jahren aus seinem Sportclub geworfen wurde, da die Funktionäre ihn für politisch bedenklich hielten. Somit blieben ihm für die nächsten Jahrzehnte nur die Amateurrennen, bei denen er sein großes Talent zur Schau stellen konnte und unzählige Siege einfuhr. Seinen letzten, den 550. Sieg seiner an der kurzen ideologischen Leine gehaltenen Laufbahn errang er 1995, im gleichen Jahr erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Der Dokumentarfilm zeigt das bewegende Schicksal eines verhinderten Weltstars, der in der Kleingartenanlage DDR über Jahrzehnte klein gehalten wurde.

Klaus Kinski - Jesus Christus Erlöser (DFmEnglUT)
D 2008, 84 min, Regie: Peter Geyer, mit: Klaus Kinski

Mehr als fünf Stunden dauerte die Suche, damals im November 1971 in der Deutschlandhalle, solange bis Kinski nach unzähligen Neuanfängen seinen selbst geschriebenen Bibeltext endlich zu Ende deklamieren konnte, vor den verbliebenen rund 100 Zuschauern, bis ihm am Ende die Tränen über das Gesicht kullern. Finden wird man in Geyers Dokumentation des denkwürdigen Abends vor allem eines: einen manischen Kinski, der in seinen Filmen selten besser war als bei diesem Soloauftritt ganz allein auf einer riesigen Bühne. Kein Schauspieler steht da, sondern ein Kinski, der sich von seiner Rolle leidenschaftlich dahintragen lässt, davon besessen, das Publikum zu hypnotisieren. Wenn es denn zuhört...

Julia (OmU)
Frankreich 2007, 138 min, Regie: Erick Zonca, mit: Tilda Swinton

Tilda Swinton ist Julia, eine schöne, aber haltlose Frau, deren Leben nur zwei Konstanten aufweist: Einnachtsliebhaber und Alkohol. Und dann gibt es noch Mitch, der einzige Mensch, den sie Freund nennen könnte. Doch als sie einer Mexikanerin hilft, den Sohn, der ihr weggenommen wurde, zurückzuentführen, gewinnt ihr frustrierter Alltag einiges an Rasanz und Unvorhersehbarkeit, denn nun sind einige Parteien hinter ihr und dem Jungen her, an den sie sich langsam annähert. Der Film wurde im Swinton-Format gedreht, das heißt, er ist ganz auf die unbändige Präsenz der schottischen Schauspielerin zugeschnitten und steht und fällt mit ihrer Performance, die natürlich gewaltig ist. Nicht nur für Liebhaber und Liebhaberinnen wilder rothaariger Frauen...

Ich will da sein - Jenny Gröllmann
D 2008, 96 min, Regie: Petra Weisenburger

Sie war ein großer Schauspielstar im ostdeutschen Film und Theater und auch nach der Wende oft im TV und auf der Bühne zu sehen. In die Schlagzeilen geriet sie 2006 durch eine Medienkampagne zum Film Das Leben der Anderen, als ihr Ex-Ehemann Ulrich Mühe sie der Stasi-Mitarbeit beschuldigte. Noch im selben Jahr, am 09. August, starb Jenny Gröllmann, an Krebs erkrankt. Ulrich Mühe folgte ihr ein knappes Jahr später. Doch der sensible Dokumentarfilm ist wenig an diesem schlechten Spektakel interessiert, sondern vor allem eine Hommage an eine Schauspielerin, die soviel Präsenz, Charisma und Grazie zugleich hatte, das sie ein Weltstar hätte werden können - wenn sie denn nicht gerade in der DDR gelebt hätte.

KIRSCHBLÜTEN - HANAMI
Drama, D 2008, 127 min, Regie: Doris Dörrie
mit: Hannelore Elsner, Elmar Wepper

Von der vielbeschäftigten Regisseurin und Autorin Dorris Dörrie stammt einer der erfolgreichsten Arthouse-Filme in diesem Jahr, der auch im Wettbewerb der Berlinale lief. Der im besten Sinne sentimentale und besinnliche Film über ein alt gewordenes Ehepaar, das sich mit der Aussicht auf das nicht mehr ferne Lebensende arrangiert hat und doch vom Tod viel zu schnell überrascht wird, besticht nicht nur durch seinen subtilen und meditativen Stil, sondern auch durch das herausragende Spiel des Hauptdarstellers Elmar Wepper. Nachdem für ihn ganz plötzlich seine Frau Trudi bei einer Reise an die Ostsee gestorben ist, reist Witwer Rudi aus Einsamkeit nach Japan, um seinen Sohn zu besuchen. Erst über diesen Umweg kommt er seiner verstorbenen Frau wieder näher.

[REC] (OmU)
Spanien 2007, 83 min, Regie: Jaume Balagueró, Paco Plaza

Ein kleines Fernsehteam begleitet eine Gruppe von Feuerwehrmännern während ihres nächtlichen Einsatzes, um Aufnahmen für die TV-Sendung „Während Sie schlafen“ zu machen. Doch aus der vermeintlich langweiligen Routinearbeit entwickelt sich eine Nacht, die Moderatorin Angela und Kameramann Pablo so schnell nicht vergessen werden, als die Feuerwehr zu einem Haus gerufen wird, in dem sich eine verrückte alte Frau wie wahnsinnig in andere Menschen verbeisst und das innerhalb der nächsten Stunden von der Polizei hermetisch abgeriegelt werden wird - das TV-Team eingeschlossen. Mitten im größten Chaos dokumentiert die hektische Kamera von Pablo den kulminierenden Horror. Mit überraschenden Einfällen hetzen die beiden spanischen Filmemacher den Zuschauer von einer Panik in die nächste und geben sich dabei die größte Mühe, ihn bis zum Ende nicht mehr zu Atem kommen zu lassen. Der Erfolg des Filmes garantierte natürlich das unvermeidliche Hollywood-Remake, das im November Premiere haben wird.

SWEET MUD - IM HIMMEL GEFANGEN
Israel/D/F/J 2006, 90 min, Regie: Dror Shaul

Israel, 1974. Der 12jährige Dvir lebt in einem Kibbuz, zusammen mit seiner psychisch kranken Mutter, für die er verantwortlich ist, seit der Vater starb. Das macht ihn, obwohl noch ein Kind, sehr erwachsen. Mit den Augen des Jungen schildert der isrealische Regisseur Shaul, der selbst in einem Kibbuz aufwuchs, auf sensible und ironische Weise das Kommunenleben auf dem Land, zwischen Kollektivierung und Gemeinschaftssinn, Freiheit und Machtmissbrauch, mit allem damit verbundenen Freud und Leid. Auf der Berlinale, dem Sundance- und weiteren Festivals wurde der einfühlsame Film mit Preisen ausgezeichnet.

SWEET MUD - ADAMA MESHUGA'AT (OmEnglUT)
Israel/D/F/J 2006, 90 min, Regie: Dror Shaul

BE KIND REWIND - ABGEDREHT
(OmU)
Frankreich 2007, 101 min, Regie: Michel Gondry

Nach Science of Sleep (2006), Eternal Sunshine of the Spotless Mind (2004) und Human Nature (2001) nun also der neueste Film des französischen Film- und Videoregisseurs, der sich auch wie seine Vorgänger durch skurrile Figuren und Situationen auszeichnet, die aber stets einem großen Zweck dienen: eine liebevolle Geschichte über die Liebe zu erzählen, in diesem Fall über die Liebe zum Kino und zum Film- und Filmemachen. Nachdem in einer schlechtlaufenden Videothek durch die Sabotage an einem nahegelegenden Kraftwerk und darauffolgender Magnetisierung alle Videokassetten unbrauchbar geworden sind, helfen sich der dort Angestellte Mike und sein Freund Jerry mit Video-on-Demand, und zwar im wortwörtlichen Sinne, denn von nun an drehen sie alle gefragten Filme nach, egal ob 2001 oder Miss Daisy. Bald sind die beiden die Stars in der Neighbourhood...

Trip to Asia - Die Suche nach dem Einklang

D 2006, 108 min, Regie: Thomas Grube

Die Berliner Philharmonie ist nicht nur das Haus am Kulturforum, sondern unter anderem ein Orchester. Der Unterschied wird erst bemerkt, wenn das Haus leer ist, weil die Musiker sich auf Auslandstournee befinden. In diesem Fall zusammen mit dem Regisseur von Rhythm is it!, der auch in Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern und Sir Simon Rattle entstand. In sechs Metropolen von Bejing bis Tokio machten die Musiker und der Stardirigent Station, doch Thomas Grube begnügt sich nicht mit Aufnahmen der umjubelten Konzerte, sondern interessiert sich vor allem für die Innenansichten der talentierten Individualisten und wie aus ihrem Können der eine, große Klang entsteht. Ein faszinierendes und bewegendes Porträt!

Actrices – Oder der Traum aus der Nacht davor (OmU)
F 2007, 107 min, Regie: Valeria Bruni Tedeschi

Schon wieder ein Film über den Film von Schauspielern, die ihre Probleme auf der Leinwand verbreiten, statt (schau) zu spielen? Warum eigentlich nicht? Schließlich versinken wir im Kino oft in die Welt des Films, ohne noch zwischen dem realen Filmwerk und der Handlungsgeschichte trennen zu können. Die erfolgreiche, aber neurotische Schauspielerin Marcelline wird bald 40, ist kinderlos und steckt sowohl in den Proben eines neues Stückes wie auch in einer handfesten Sinnkrise, privat und beruflich. Auf einmal gewinnt die Fiktion des Theaterstücks an Realität und bald steht Marcelline ihrer Rollenfigur Natalja Petrowna gegenüber, die nun lebendig geworden ist. Schöne, verträumt-melancholische Komödie!

Das jüngste Gewitter (OmU)
Schweden / Deutschland / Frankreich / Dänemark / Norwegen 2007, 95 min, Regie: Roy Andersson

50 kurze Episoden lang ist der absurd-surrealistische Bilderbogen des in diesem Jahr 65 Jahre alt gewordenen schwedischen Regisseurs, der eigentlich ein Profi der Werbebranche ist und in 4 Jahrzehnten gerade einmal 5 Spielfilme drehte. Der Film wirkt wie eine Fortsetzung von Songs from the Second Floor und erzählt in starren Einstellungen vom Kampf seiner Figuren mit den widrigen Umständen des Alltags, nicht ohne die tragischen Momente zu verfremden und den Menschen die Möglichkeit der Hoffnung zu erhalten. Bunuel auf schwedisch!

Holunderblüte
Regie: Volker Koepp, D 2007, 89 min

Volker Koepps „Holunderblüte“ ist ein extrem bewegendes, zutiefst ehrliches Zeitdokument ohne jeden Anflug von Betroffenheitskitsch - auch für Nicht-Ostpreußen-Fans definitiv einen Kinobesuch wert!

Persepolis
Animationsfilm, F 2007, 95 min, Regie: Marjane Satrapi, Vincent Paronnaud

Ein kleines Mädchen erlebt die gesellschaftlichen Umwälzungen nach der Vertreibung des Schahs aus dem Iran. Als Teenager protestiert sie gegen die Zwänge im Alltag einer Heranwachsenden und gleichzeitig gegen die des neuen Regimes, aber ihre Punkattitüden bringen sie und andere in Gefahr. Nach den Comics der inzwischen in Frankreich lebenden iranischen Künstlerin Satrapi entstandener Animationsfilm, der geschickt zwischen leichten ironischen und heftig-bösen Momenten wechselt.

Leergut
Regie: Jan Sverák, Tschechien/UK 2007
Originaltitel: Vratné lahve, 103 min

Jan Sverák ist ein würdiger Abschluss seiner Lebensalter-Trilogie geglückt. „Leergut“ ist eine sympathische Komödie abseits aller Alte-Leute-Klischees, die auch nicht davor zurück schreckt, ihren Protagonisten hin und wieder mal in einem gar nicht sympathischen Licht erscheinen zu lassen.

Kolya (OmU)
Komödie, Tschechien 1996, 101 min, Regie: Jan Sverák

Sehr schöner Film um einen älteren Musiker und ein kleines Kind, die nach Anfangsschwierigkeiten zueinander finden. Erhielt 1996 einen Oscar.

Vier Monate, drei Wochen und zwei Tage

Drama, Rumänien 2007, 113 min, Regie: Cristian Mungiu

Ende der 80er Jahre in Ceausescus Rumänien: Gabita ist ungewollt schwanger geworden, doch Abtreibung ist verboten. Als sie endlich das Geld für eine illegale Abtreibung gesammelt hat, liegt die Befruchtung bereits vier Monate, drei Wochen und zwei Tage zurück. Beeindruckend bewegender Film.

Der Mann von der Botschaft
Regie: Dito Tsintsadze, D 2006, 100 min

Herbert Neumann arbeitet in der deutschen Botschaft in der georgischen Hauptstadt Tbilisi. Nach getaner Arbeit kehrt er jeden Tag nach Hause zurück und versucht die Langeweile durch Computerspiele zu vertreiben. Auch die Affäre mit einer Georgierin, der Botschaftsmitarbeiterin Nana, ist kein Trost für sein einsames Leben in dieser fremden Stadt. Seine Monotonie scheint sich aufzulösen, als Herbert auf dem Markt dem zwölfjährigen Flüchtlingsmädchen Sashka begegnet, die, wie die meisten ihrer Leidensgenossen, in einem Flüchtlingslager am Rand der Stadt lebt.
Herbert und Sashka werden Freunde und Herbert kann zum ersten Mal seit langer Zeit wieder lachen und fühlt Verantwortung für jemanden. Doch die ungewöhnliche Freundschaft lässt Fragen und Zweifel, Verdacht und Misstrauen und schließlich Korruption und Gewalt entstehen und Herbert steht vor einer Entscheidung...

Rubljovka
Regie: Irene Langemann, D 2007, 94 min

Irene Langemann, in Russland geboren und in Deutschland lebend, sucht nach klaren Bildern vom Zustand ihrer Heimat unter Putin. Entlang der Rubljovka-Chaussee bei Moskau, Putins Protokollstrecke, hat sie sie gefunden. Ihr Dokumentarfilm zeigt die neureiche Klasse, ihre Arroganz, Hohlheit und hemmungslose Geschmacklosigkeit.

Ex Drummer
Regie: Koen Mortier, Belgien 2007, 90 min

Ganz schön starker Tobak – in „Ex Drummer“ trifft Stanley Kubricks Gewaltfabel Uhrwerk Orange auf Danny Boyles Drogenorgie Trainspotting und Mary Harrons Bret-Easton-Ellis-Verfilmung American Psycho: Eine elegant-verstörende Sozialparabel, die auf Grund ihrer ungebremsten Radikalität aber sicherlich nicht für jedermann empfehlenswert ist.

Man bites Dog (OmenglUT)
Regie : Remy Belvaux, Andre Bonzel, Benoit Poelvoorde
Belgien 1991, 92 min

Was wie ein Dokumentarfilm aussieht, ist ein Spielfilm, der sich als Dokumentation tarnt. Von einem Kamerateam wird die Arbeit eines Massenmörders festgehalten, der Tips gibt, Vorgehensweisen erläutert, über das Gewicht von Toten referiert. Zuerst filmt das Reporterteam nur, dann beteiligt es sich auch an den Unternehmungen. Konnte in Cannes ob seines schwarzen Humors diverse Preise einheimsen.

Brat (OmU)
Regie: Aleksei Balabanov, Russland 1997, 97 min

Äußerst lässiger Gangsterfilm mit sehr lakonischem Dialogwitz. Ein frisch aus der Armee entlassener junger Mann mischt für seinen Bruder die Unterwelt St. Petersburgs auf und interessiert sich eigentlich nur für die russische Musikszene. Der Soundtrack ist von der Rocklegende Nautilus.

Brat 2 (OmenglUT)
Regie: Aleksei Balabanov, Russland 1999, 123 min

„Are you Gangsters? – No, we’re Russians!”. Gelungene Fortsetzung des lakonischen Gangsterdramas, das die beiden Brüder diesmal nach Amerika führt. Mit dabei ein Liveauftritt der russischen Rocklegende DDT. Der Soundtrack ist hier ein interessanter Querschnitt der russischen Musikszene.

Lunik
D 2007, 96 min, Regie: Gilbert Beronneau

Lunik (russ. „kleiner Mond“) ist der Name eines heruntergekommenen Hotels, gebaut in den 60-ern Jahren in Eisenhüttenstadt, einst beste Adresse inklusive Intershop und Schauplatz des Films. Das Geschwister Franz und Babette kämpfen gegen die konsumorientierte Gesellschaft, indem sie mit Waffengewalt Tankstellen und Supermärkte zu spontanen Gratisverkäufen zwingen. Eingebettet in diese Rahmenhandlung erzählt der Film von familiären Fehlentwicklungen. Franz verweigert rigoros das Leben in einer geldorientierten Welt und nimmt einen Schar vermeintlich Gleichgesinnter in dem leeren Hotel auf, während Babette heimlich ihr Glück in einer Affäre mit dem Polizeiermittler Max sucht und ihr Cousin Toni gemeinsam mit seinem Barmann Viktor im Foyer des Hotels eine „Eventbar mit Niveau“ aufziehen will. Der Zusammenstoß dieser Parallelwelten ist unvermeidbar.

Radfahrer
Fotofilm, D 2007, 30 min, Regie: Marc Thümmler

Der DDR-Fotograf Harald Hauswald suchte seine Motive stets abseits der propagierten Ideale des SED-Staates, weshalb er seit den frühen 80er Jahren regelmäßig durch die Stasi überwacht wurde. Dieses oppositionelle Verhältnis wurde dem Gestaltungsprinzip des Films RADFAHRER zugrunde gelegt. Hauswalds Fotos werden darin mit den Texten aus seiner Stasi-Akte konfrontiert, wodurch die näheren Umstände, Hintergründe und Konsequenzen seiner Arbeit als Fotograf im Ost-Berlin der 80er Jahre näher beleuchtet werden.

Sunrise – Lied von zwei Menschen (OmU)
Regie: F.W. Murnau, USA 1927, 106 min
Roman: "Die Reise Nach Tilsit" von Hermann Sudermann

Von einer mondänen Großstadtschönheit umspielt, wird ein Farmer beinahe dazu gebracht, seine Frau umzubringen, um mit der Städterin wegzuziehen. Als er aber im Boot, aus dem er seine Frau werfen sollte, in deren Augen blickt, bringt er es nicht übers Herz, sie zu töten. Verzweifelt versucht er fortan, sich voller Reue und Schuldbewusstsein ihre Liebe zurückzuerkämpfen. War die Murnaus Einstieg in Hollywood und gewann 3 Oscars.

Tausendschönchen
Regie: Vera Chytilová, CSSR, 1966
Originaltitel: Sedmikrasky, 74 min

Meisterwerk des surrealistischen Anarchismus, ein filmischer Höhepunkt des Neuen Tschechischen Films Mitte der 60er Jahre, der konsequent nach der Zerschlagung des Prager Frühlings verboten wurde. Die beiden Mädchen Jezinka und Jarmila toben spielerisch durch die Gesellschaft und hinterlassen eine Spur der Zerstörung, der sie schliesslich selbst zum Opfer fallen. Godard meets Bunuel in Prag.

TAKVA - GOTTESFURCHT
Deutschland / Türkei 2006, 96 min, Regie: Özer Kiziltan

„Der deutsch-türkische Kinofilm „Takva“ (Arabisch für: Gottesfurcht) widmet sich dem Problem vieler Muslime, die hin- und hergerissen sind zwischen Moral und Moderne. Keine leichte Aufgabe, die sich Regisseur Özer Kiziltan in seinem Debütfilm auferlegt hat.“ (Spiegel)

„Schon wenn man die Geschichte hört, ist man bereit, diesen Muharrem ins Herz zu schließen: Er ist ein Antiheld, ein Gutmütiger. Einer, der wenig Bildung und noch weniger feine Hemden besitzt, der aber bereit ist, alles in seinen Kräften Stehende so zu tun, wie Gott es ihm aufgetragen hat.“ (Die Zeit)

Auf kunstvolle Weise verwoben, prallen in TAKVA zwei Welten aufeinander. Ein fesselndes Drama mit durchdringendem Sounddesign, intensiven Bildern und einem hervorragendem Hauptdarsteller - großes Internationales Arthouse-Kino.

Muharrem lebt in Demut und Gottesfurcht, der strenggläubige Moslem richtet sein Leben nach den Regeln eines erzkonservativen Ordens in Istanbul aus. Wegen seines gutherzigen Charakters vertraut ihm das Oberhaupt des Ordens die „weltlichen Geschäfte“ an. Auf seinen Touren durch die Stadt wird Muharrem mit der modernen westlichen Welt konfrontiert. Sexuelle Phantasien, Macht und Besitztum konkurrieren mit den geistigen Werten seines bisherigen Lebens...

TAKVA – Gottesfurcht ist ein bildgewaltiges Psychodrama auf der Grenze zwischen Authentizität und surrealer Intensität. Ein aufrüttelnder Film über das Aufeinanderprallen von Fanatischem Glauben und westlichem Lebensweise im Islam.

Auszeichnungen:
2008                 Türkischer Beitrag für den Oscar®
2007                 Berlinale im Bereich Panorama (Preis der Internationalen Filmkritik- FIPRESCI-Preis)
2007                 International Istanbul Film Festival (Bester Darsteller)
2006                 Antalya Golden Orange Film Festival (Bester Darsteller, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Beste Kostüme, Beste Musik, Bestes Drehbuch, Beste Maske und Spezialpreis der Jury)
2006                 Toronto International Film Festival (Innovation Award)

Internetseite:
www.takva-film.de

 

Imaginary Season
Regie: Rahman Milani, D 2008, 78 Min

Mia, eine junge Frau in Berlin, ist auf der Suche nach Liebe zu einem Mann, der als Ersatz für den von ihr verprellten langjährigen Freund Paul dienen könnte. Der 1967 in Teheran geborene Regisseur Rahman Milani folgte Ende der 80er Jahre seiner nach Norwegen emigrierten Familie nach. Dort drehte er mehrere Kurzfilme, bis er letztes Jahr mit Seahorses sein Spielfilmdebüt gab, dessen Handlung ebenfalls in Berlin angesiedelt ist.

 

Brachland
Österreich 2008, 68 min, Regie: Ernst Spiessberger

Brachland ist ein Heimatfilm, aber einer, der in unsere Zeit passt, also kein Förster im Silberwald-Verschnitt. Auch keine Parodie, sondern ein ernsthafter und ernst zu nehmender und seiner Herkunft verpflichteteter Film, eben ein Heimatfilm. Gedreht mit einem Budget von lächerlichen 2000 EUR und einem 2-Mann-Team, entstand ein Film, der einfühlsam ein Porträt seiner Heimat, irgendwo in der Landschaft des Salzkammerguts, genauer in Grünau im Almtal, und der dort lebenden Menschen zeichnet.

Peter U. durchstreift die Berglandschaften des Salzkammerguts und kommt dabei auf den Hof von Hilda Redl, einer 71jährige Bäuerin, die alleine einen großen Bauernhof bewirtschaftet. Hier findet er nicht nur etwas zu essen und eine Beschäftigung, sondern auch Anerkennung. Neben den sozialen und eigenen Normvorstellungen entwickelt sich zwischen den beiden eine Freundschaft, die Peter hilft, einen Zugang zu seinem eigenen Selbst zu finden.

 

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