Programmarchiv April 2009

Filmreihe Christian Petzold

Jerichow

Jerichow

D 2008, 93 min
Regie: Christian Petzold
mit: Benno Fürmann, Nina Hoss, Hilmi Sözer

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Petzolds jüngster Film ist eine schöne Variante der oft verfilmten THE POSTMAN ALWAYS RINGS TWICE-Dreiecksgeschichte zwischen einer Frau, ihrem ungeliebten, aber liebenden und auch wohlhabenden Mann und ihrem Liebhaber – ein Film Noir aus der ostdeutschen Provinz, der gekonnt mit dem klassischen Thema spielt. Benno Fürmann und Hilmi Sözer sind großartig, der eine als stoischer Ex-Militär und Afghanistan-Veteran, der andere der hochgradig eifersüchtige, erfolgreiche türkische Unternehmer.
Jerichow liegt im Übrigen in Sachsen-Anhalt, auch wenn wieder - nach Yella zum zweiten Mal - in Wittenberge in der Prignitz gedreht wurde.

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Yella

Yella

D 2007, 89 min
Regie: Christian Petzold
mit: Nina Hoss, Hinnerk Schönemann, Burghart Klaußner

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Eine junge Frau will weg aus der trostlosten ostdeutschen Heimat, weg aus Wittenberge, weg von ihrem Ex-Ehemann. Sie fährt nach Hannover, mit der Bahn, einer richtigen Stadt, einem richtigen Job, dem Erfolg entgegen. Doch sie landet in einer Geisterwelt, in der der Erfolg nur ein diffuser Schatten ist, der sich zufällig über einen legen und dann wieder verschwinden kann.
Interessante Variante von Ambrose Bierce' berühmter Short Story Zwischenfall auf der Eulenfluss-Brücke und dem 60er-Jahre Horrorfilm Carnivale of Souls.

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Gespenster

Gespenster

D 2004, 85 min
Regie: Christian Petzold
mit: Julia Hummer, Benno Fürmann, Sabine Timoteo

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Ein kleines französisches Mädchen wurde vor Jahren vor einem Berliner Supermarkt entführt, die Videokamera hat den gruseligen Moment festgehalten, doch das Kind ward nimmer mehr gesehen. Immer wieder glaubt die Mutter bei Reisen nach Berlin, in jungen Frauen ihre Tochter wieder zu erkennen, doch vergebens. Bis sie eines Tages die 17jährige Nina trifft - und diesmal ist sie sicher, dass es ihre Tochter sein muss. Nina wiederum lebt in einem Heim und lernt die nur wenig ältere Toni bei einem Überfall im Tiergarten kennen und freundet sich mit ihr an - ein ungleiches Paar, die Stille und die Extrovertierte.

Wolfsburg

Wolfsburg

D 2003, 93 min
Regie: Christian Petzold
mit: Benno Fürmann, Nina Hoss, Antje Westermann

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Ein Mann streitet sich bei einer nächtlichen Autofahrt mit seiner Freundin am Handy – und überfährt einen Jungen, der mit seinem Fahrrad unterwegs ist. Geschockt lässt er den Schwerverletzten einfach liegen. Dieser überlebt zunächst.
Der Unfallfahrer hat anscheinend Glück gehabt, die Polizei sucht einen anderen Wagen und mit seiner Freundin ist auch wieder alles im Lot. Doch dann stirbt der Junge an den Folgen des Unfalls. Darüber betroffen, sucht der Täter die Nähe der Mutter, die aber unbedingt den Schuldigen auffinden will.

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Toter Mann

Toter Mann

D 2001, 90 min
Regie: Christian Petzold
mit: Nina Hoss, Sven Pippig, André Hennicke

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Ein Stuttgarter Anwalt begegnet beim Schwimmen einer jungen Frau, die ihm nicht aus dem Kopf geht. Er nimmt mit ihr Kontakt auf, doch nach dem ersten Rendezvous verschwindet die Frau spurlos. Er findet heraus, dass sie etwas mit einem Klienten zu tun hat und macht sich auf die Suche nach der geheimnisvollen Leyla. Der erste von bisher vier Filmen, bei denen Christian Petzold mit Nina Hoss zusammenarbeitete.

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Die innere Sicherheit

Die innere Sicherheit

D 2000, 103 min
Regie: Christian Petzold
mit: Julia Hummer, Richy Müller, Barbara Auer

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Zusammen mit ihren Eltern hat die 15-jährige Jeanne ihr Leben lang im Untergrund gelebt, da diese mal zur RAF gehörten. Jetzt steht die Ausreise aus Portugal nach Brasilien bevor. Doch plötzlich bricht der ganze Plan zusammen und die Familie tritt die Flucht nach Deutschland an.

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Kinofilme im April

Milk

Milk OmU

USA 2008, 128 min
Regie: Gus van Sant
mit: Sean Penn, James Franco, Diego Luna, Emile Hirsch

Harvey Milk war der erste schwule Stadtrat von San Francisco, ein äusserst engagierter Mann, der von seinem politischen Gegner einfach erschossen wurde. Detailliertes, feinfühliges und mit 8 Oscars nominiertes Porträt der 70er Jahre in San Francisco, mit einer fantastischen Performance von Sean Penn als Milk.

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Heimatkunde

heimatkunde

D 2007, 94 min
Regie: Martin Sonneborn
Dokumentarfilm

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Martin Sonneborn ist Parteivorsitzender der Partei Die Partei und begibt sich in die ehemalige Zone, um sich dort ein Bild von der Stimmung rund um die Hauptstadt machen. Ziel seiner Feldforschung ist es, herauszufinden, ob sich 18 Jahre nach der Wende in der Peripherie neues Leben entwickelt hat und wie es aussieht.

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Berlin Calling

Berlin Calling

D 2008, 109 min
Regie: Hannes Stöhr
mit: Paul Kalkbrenner, Corinna Harfouch

Der Friedrichshainer DJ Paul Kalkbrenner ist Martin Karow ist DJ Ickarus und fliegt von Gig zu Gig, von Stadt zu Stadt und von einem Trip zum nächsten und von da in die Klinik. Psychiaterin Petra Pau (Corinna Harfouch) soll ihn von den Drogen runterbringen und therapieren, doch immer wieder bricht Ickarus die Regeln, flippt aus und feiert seine Exzesse. Toller Film über Drogen, Musik und Rauschzustände, über das Musikbusiness und natürlich über Friedrichshainer Hippness. Die große Entdeckung ist Kalkbrenner, der sich als sehr talentierter Schauspieler erweist und zu Recht ganz im Mittelpunkt des dritten Spielfilmes von Hannes Stöhr (Berlin is in Germany, One Day in Europe) steht.

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Filmreihe Max von Sydow zum 80. Geburtstag

Unsere Mitternachtsfilmreihe fünf vor 12 widmen wir in diesem Monat dem schwedischen Schauspieler Max von Sydow zu seinem 80. Geburtstag. Bekannt vor allem durch die Filme Ingmar Bergmans, in denen er - oft an der Seite von Liv Ullmann - selbstreflektive, an der Grenze zur Selbstzerfleischung und Depression, düstere Männerbilder spielte, aber auch durch Hollywoodfilme wie Der Exorzist oder James Bond - Sag niemals nie. Wir starten mit der boshaften Stephen-King-Verfilmung Needful Things, in der Max von Sydow den Teufel spielt, in Gestalt eines älteren sympathischen Charmeurs, dem bald eine ganze Kleinstadt zu Füßen liegt, am Ende auch ganz buchstäblich. Und in der darauffolgende Woche läuft der Trashfilm The Ultimate Warrior, ein postapokalyptisches Endzeitdrama mit Nachrichten aus einem kaputten Amerika, mit Max von Sydow und Yul Brunner als Warlords sich ultimativ bekämpfender Banden.

 

Needful Things OF

USA 1993, 115 min
Regie: Fraser Clarke Heston
mit: Max von Sydow, Ed Harris, Amanda Plummer, J.T. Walsh

 

The Ultimate Warrior OF

USA 1975, 94 min
Regie: Robert Clouse
mit: Max von Sydow, Yul Brunner, Joanna Miles, William Smith

 

Steppenwolf OmU

USA/F 1974, 100 min
Regie: Fred Haines
mit: Max von Sydow, Dominique Sanda

 

Dreamscape OF

USA 1984, 98 min
Regie: Joseph Ruben
mit: Dennis Quaid, Max von Sydow, Christopher Plummer

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