Programmarchiv August 2009

Brüno

Brüno OmU

USA 2009, 83 min
Regie: Sacha Baron Cohen
mit: Sacha Baron Cohen, Richard Bey, Ron Paul

Sacha Baron Cohen ist Ali G ist Borat ist Brüno und als solche eine weithin bekannte schizophrene Persönlichkeit aus Funk und Fernsehen. Nach den erfolgreichen TV-Serien in UK & US und den Kinofilmen mit Ali G und Borat folgt nun der dritte im Bunde. Brüno - teils Model, teils Celebrity-Reporter und vollständig österreichisch sowie schwul - provoziert durch exzessives Naivverhalten, das kein Klischee außen vorlässt und dabei auf recht brachiale Weise sehr amüsiert.

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Mitte Ende August

Mitte Ende August

D 2009, 92 min
Regie/Buch: Sebastian Schipper
mit: Milan Peschel, Marie Bäumer, André Hennicke, Anna Brüggemann

Das verliebte Paar Thomas & Hanna zieht über den Sommer in ein neues Landhaus ein. Doch ihre traute Zweisamkeit wird durch Friedrich, den Bruder von Thomas gestört, der gerade von Frau und Kind verlassen wurde. Und dann kommt auch noch die junge Augustine hinzu. Und so nimmt Sebastian Schippers moderne Variante von Goethes „Wahlverwandtschaften“ ihren Lauf...

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Achterbahn

Achterbahn

Dokumentarfilm
D 2009, 93 min, Regie: Peter Dörfler

Am Samstag, 08.08. in Anwesenheit von Regisseur Peter Dörfler!

Spannender und hochinteressanter Dokumentarfilm über das Leben des Norbert Witte - ein Schaustellerleben mit extremen Höhen und Tiefen, in Berlin bekannt vor allem durch den pleitegewirtschafteten Spreepark, ehemals Kulturpark Plänterwald.

Norbert Witte hatte einen Traum: Er wollte aus dem Spreepark den größten Rummelplatz des gerade wiedervereinigten Deutschlands machen. Stattdessen ging der König der Karusselle pleite und setzte sich mit seiner Familie und dem größten Teil seiner Gerätschaften im Jahre 2002 nach Peru ab. Er hinterließ der Stadt Berlin einen Riesenberg Schulden und ein großes Chaos. Der Durchbruch, den er sich in Peru erhofft hatte, ließ jedoch auf sich warten. Witte musste nach Berlin zurückkehren. Die Heimreise wollte er mit Kokainschmuggel finanzieren, zu dem ihn die Drogenmafia genötigt hatte. Die Sache erwies sich als Undercoveraktion der peruanischen Polizei und brachte seinen Sohn in Peru ins Gefängnis. Er selbst wurde in Berlin zu 7 Jahren Haft verurteilt, die er zum Teil als Freigänger absaß. Sein damals 20-jähriger Sohn Marcel, der mit der ganzen Sache wenig zu tun hatte, kam nicht so leicht davon. Er wurde zu 20 Jahren verurteilt, die er in einem der härtesten Gefängnisse der Welt absitzen muss - mit nur geringer Chance, da jemals lebend wieder herauszukommen. ACHTERBAHN verfolgt die Tragödie der Familie Witte und ihren Kampf in Lima und Berlin um die Freilassung ihres Sohnes.

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Schattenwelt

Schattenwelt

D 2008, 92 min
Regie: Connie Walther
Buch: Peter Jürgen Boock, Uli Herrmann, Connie Walther
mit: Ulrich Noethen, Franziska Petri, Uwe Kokisch, Eva Mattes

Am Freitag, 31.07. in Anwesenheit von Regisseurin Connie Walther und Kamerafrau Birgit Gudjonsdóttir!

Valerie hat ihr Leben nicht unter Kontrolle. Gerade wurde ihr das Sorgerecht für ihren Sohn entzogen, den sie krankenhausreif geprügelt hatte. Als sie erfährt, dass ihre Anwältin für einen anderen Klienten eine Unterkunft sucht, der nach 22 Jahren Haft entlassen wird, ergreift sie die Chance, ein Trauma zu bewältigen, denn der Mann gehörte zur Führung der RAF und war an einer missglückten Entführung beteiligt, bei der auch Valeries Vater ums Leben kam.

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Contact High

Contact High

D/Ö 2009, 98 min
Regie: Michael Glawogger
mit: Georg Friedrich, Detlev Buck, Michael Ostrowski, Pia Hierzegger, Raimund Wallisch
Musik: Element of Crime, Calexico, Tiefschwarz u.a.

Max und Johan werden auf einen psychedelischer Drogentrip von Wien ins polnische Drogomysl geschickt – eine Reise, die ihr Bewusstsein erheblich und nicht ohne Schaden erweitern wird. Vom Regisseur von Working Man‘s Death und Slumming kommt diese farbverrauschte, verwechslungsfreudige und schön alberne Drogenkomödie, in der auch Detlef Buck in einer Nebenrolle glänzt.

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Das Festmahl im August

Das Festmahl im August OmU

Italien 2008, 75 min
Regie: Gianni Di Gregorio
mit: Gianni Di Gregorio, Valeria De Franciscis, Maria Calì

Mitte August in der römischen Sommerhitze. Wer kann, nimmt sich frei und fährt aufs Land oder ans Meer. Nur Gianni nicht, der mit seiner dominanten alten Mutter zusammenlebt und sich um sie kümmert. Da der leicht gealterte Junggeselle nicht Nein sagen kann, hat er es aber plötzlich gleich mit vier alten und auch noch sehr eigensinnigen Damen zu tun. Gianni Di Gregorios Debütfilm ist eine Liebeserklärung an das Alter, das Leben und die italienische Küche, ein charmanter Sommerfilm mit leiser Melancholie.

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Der letzte Tango in Paris

Der letzte Tango in Paris OmU

F/I 1972, 129 min
Regie: Bernardo Bertolucci
mit: Marlon Brando, Maria Schneider

Der legendäre Skandalfilm aus den glorreichen 70er Jahren liegt nun als neu gezogene Kopie vor - eine gute Gelegenheit, mal wieder Marlon Brando und Maria Schneider beim Liebesspiel zuzuschauen.

In einer leer stehenden Pariser Wohnung treffen zwei sehr verschiedene Menschen zusammen: der Amerikaner Paul und die junge Französin Jeanne. Er steht noch völlig unter dem Schock, den ihm seine Frau durch ihren plötzlichen Selbstmord bereitet hat, sie sucht eine Wohnung für sich und den Regisseur Tom, den sie bald heiraten will. In einer jähen Aufwallung körperlicher Begierde fällt Paul über die junge Frau her. Sie überlässt sich seinem aggressiven Verlangen. So beginnt eine Beziehung zwischen den beiden, die nach Pauls Vorstellungen rein sexuell bleiben soll.

Die Premiere des Films fand am 14. Oktober 1972 statt und löste wegen der drastischen und nach damaligen Maßstäben freizügigen Sexszenen einen Skandal aus, ähnlich wie neun Jahre zuvor "Das Schweigen" von Ingmar Bergman. In Italien mussten aufgrund eines Gerichtsurteils sämtliche Kopien des Films vernichtet werden; Bernardo Bertolucci wurden für fünf Jahre die Bürgerrechte aberkannt, und ein italienisches Gericht verurteilte Marlon Brando, Maria Schneider und den Produzenten Alberto Grimaldi zu je zwei Monaten Haft auf Bewährung.

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Spuk unterm Riesenrad

Spuk unterm Riesenrad

DDR 1977-79, 176 min
Regie: Günter Meyer
Musik: Thomas Natschinski
mit: Katja Paryla, Stefan Lisewski, Siegfried Seibt, Kurt Radeke, Käthe Reichel, Katrin Raukopf, Dima Gratschow, Henning Lehmbäcker, Harry Pietzsch, Wolfgang Greese

Als Vorprogramm für Achterbahn zeigen wir die legendäre Kultserie des DDR-Fernsehens aus den 70er Jahren - der originale Kulturpark diente als Kulisse, lange bevor er Spreepark wurde. Witzig, rasant und absurd, mit tollen Dialogen in schönstem Schnodder-(Ost-)Berlinerisch. Und so fängt‘s an: ein Riese, eine Hexe und ein Rumpelstilzchen erwachen zu Leben beim Putzen im (sauberen?) Spreewasser. Und dann geht wirklich die Post ab – in Treptow, in F-Hain, am Alex und im Harz!

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Berlin Calling

Berlin Calling

D 2008, 109 min
Regie: Hannes Stöhr
mit: Paul Kalkbrenner, Corinna Harfouch

Der Friedrichshainer DJ Paul Kalkbrenner ist Martin Karow ist DJ Ickarus und fliegt von Gig zu Gig, von Stadt zu Stadt und von einem Trip zum nächsten und von da in die Klinik. Psychiaterin Petra Pau (Corinna Harfouch) soll ihn von den Drogen runterbringen und therapieren, doch immer wieder bricht Ickarus die Regeln, flippt aus und feiert seine Exzesse. Toller Film über Drogen, Musik und Rauschzustände, über das Musikbusiness und natürlich über Friedrichshainer Hippness. Die große Entdeckung ist Kalkbrenner, der sich als sehr talentierter Schauspieler erweist und zu Recht ganz im Mittelpunkt des dritten Spielfilmes von Hannes Stöhr (Berlin is in Germany, One Day in Europe) steht.

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