Programmarchiv April 2010

Wiegenlieder - Filmplakat

Wiegenlieder

Dokumentarfilm, Berlinfilm
D 2010, 98 min
Regie: Johann Feindt, Tamara Trampe

Wiegenlieder sind unsere erste Verbindung zur Welt - eine universelle Erfahrung, die wir alle teilen und die doch zutiefst persönlich ist. Die Erinnerung an die Mutter, die Kindheit, öffnet eine Tür, hinter der sich Schicksale verbergen. Geschichten von Geborgenheit und Wärme, Einsamkeit und Ausgrenzung, Heimat und Fremde. Melodien, ein paar Sätze, ein Lied, manchmal eine ganze Lebensgeschichte.

So wie die wiederkehrenden, tanzenden Seifenblasen über der Stadt treibt der Film durch Berlin. Die Erzählungen und Gesänge der Menschen, ihre Musik - mal zart und betörend, mal drängend und expressiv - verweben sich mit den rauen Bildern der Metropole zu einem polyphonen filmischen Gedicht.

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Parkour - Filmplakat

Parkour

D 2009, 98 min
Regie: Marc Rensing
Darsteller: Christoph Letkowski, Nora von Waldstätten, Marlon Kittel, Constantin von Jascheroff, Arved Birnbaum, Georg Friedrich

Mauern, Häuser, Straßenschluchten: Für Richie und seine besten Kumpels Nonne und Paule existieren keine Hindernisse. Die drei laufen Parkour – immer auf dem direktesten Weg, komme was wolle. Noch mehr als diesen Extremsport liebt Richie seine hübsche Freundin Hannah, die gerade ihr Abitur macht und danach studieren will. Richies latente Eifersucht führt jedoch immer wieder zu Konflikten mit Hannah und seinen Freunden. Da Richie unfähig ist, sich diese Schwäche einzugestehen, rutscht er immer tiefer in einen wahnhaften Strudel aus Missgunst, Versagensängsten und Kontrollverlust.

In Marc Rensings kraftvoll und rasant erzähltem Spielfilmdebüt brillieren in den Hauptrollen die Neuentdeckung Christoph Letkowski sowie die im April 2009 mit dem New Faces Award und im Januar 2010 mit dem Max Ophüls Preis für die Beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnete Nora von Waldstätten als junges Paar, dessen frische Liebe an der Eifersucht zu zerbrechen droht.

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Same Same But Different - Filmplakat

Same Same But Different

D 2009, 100 min
Regie: Detlev Buck
Darsteller: David Kross, Apinya Sakuljaroensuk, Anatole Taubmann, Mario Adorf, Charly Hübner

Bens Backpackertour nach Asien mit Freund und Mitbewohner Ed ist seine erste Reise in die weite globalisierte Welt. Die Begegnung mit Sreykeo entführt ihn in die Wirklichkeit von Phnom Penh. Sreykeo ist lebenslustig, offen und aufgeschlossen, dabei macht sie Ben nichts vor. Dann erfährt Ben von Sreykeo, dass ihr chronischer Husten nicht von einer Mandelentzündung herrührt, sondern ihr Körper durch eine HIV-Infektion geschwächt wird. Ben macht einen Test und ist erleichtert: negativ. Trotzdem fällt er in ein tiefes Loch: Was soll er tun?

Eine ungewöhnliche, moderne Liebesgeschichte, basierend auf der wahren Geschichte von Benjamin Prüfer und Sreykeo Solvan.

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Der Räuber - Filmplakat

Der Räuber

Ö/D 2010, 98 min
Regie: Benjamin Heisenberg
Darsteller: Andreas Lust, Franziska Weisz, Johann Bednar

Und er läuft und läuft und läuft... Johann Rettenberger ist ein Raubläufer, einer der mit Maske und Pumpgun in Banken stürmt und mit der Beute zu Fuß flüchtet – weil er rennen muß, auch ohne Maske. Ungewöhnlicher und unterkühlter, sehr sparsam inszenierter und dennoch extrem spannender Gangsterfilm.

Benjamin Heisenbergs zweite Regiearbeit nach SCHLÄFER portraitiert den Räuber als Hochleistungssportler seines Fachs, als Endorphin-Junkie, als Liebenden und Freiheitssucher. DER RÄUBER verbindet die Dramatik eines Gangstermythos mit der meditativen Apsychologie des Getriebenseins und der stillen Euphorie einer wahren Liebesgeschichte. Andreas Lust spielt Johann Rettenberger mit ebenso stoischer wie süchtiger Gier nach Leben.

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Ein Prophet - Filmplakat

Ein Prophet

F/I 2009, 150 min
Regie: Jacques Audiard
mit: Tahar Rahim, Niels Arestrup, Adel Bencherif, Reda Kateb

Der 19jährige Malik landet im Gefängnis, ein korsischer Mafiosi bietet ihm seinen Schutz an, wenn er dafür einen Gefangenen umbringt. Bald steigt er in der Hierarchie auf. Stilistisch unerhört sicher inszeniertes düsteres, authentisch wirkendes Drama, das eine Fabel über einen erfolgreichen Opportunisten im geschlossenen und doch gleichzeitig offenen Wirtschaftssystem des Gefängnisses und der beteiligten Organisierten Kriminalität als Allegorie auf das kapitalistische System erzählt.

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Neukölln Unlimited - Filmplakat

Neukölln Unlimited

D 2010, 96 min, Dokumentarfilm
Regie u. Buch: Agostino Imondi u. Dietmar Ratsch
mit: Hassan, Lial & Maradona Akkouch

Die Geschwister Lial, Hassan und Maradona leben seit frühester Kindheit im Berliner Bezirk Neukölln. Als talentierte Tänzer und Musiker sind die Akkouch-Geschwister in der Streetdance- und Hiphop-Szene auch über die Grenzen Berlins hinaus ein Begriff. Aber sie haben ein Problem: Ihre Familie lebt seit fast 18 Jahren ohne sicheren Aufenthaltsstatus in Deutschland und ist permanent von der Abschiebung in den Libanon bedroht. Streetdance, Erwachsenwerden, Einwanderungspolitik, HipHop, Immigration, soziale Probleme – all das in einem Film, wunderbar erzählt und choreografiert, mit Musik und Animationen – ein kleines Dokumentarfilmkunstwerk.

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Berlin Calling Poster

Berlin Calling (engl.UT)

German version with English subtitles

Deutschland 2008, 109 min
Regie u. Drehbuch: Hannes Stöhr
Musik: DJ Kalkbrenner
Darsteller: Paul Kalkbrenner, Rita Lengyel, Corinna Harfouch

Der Friedrichshainer DJ Paul Kalkbrenner ist Martin Karow ist DJ Ickarus und fliegt von Gig zu Gig, von Stadt zu Stadt und von einem Trip zum nächsten und von da in die Klinik. Psychiaterin Petra Pau (Corinna Harfouch) soll ihn von den Drogen runterbringen und therapieren, doch immer wieder bricht Ickarus die Regeln, flippt aus und feiert seine Exzesse. Toller Film über Drogen, Musik und Rauschzustände, über das Musikbusiness und natürlich über Friedrichshainer Hippness. Einer der besten deutschen Filme der letzten Jahre und der erfolgreichste Filme bei uns in den Tilsiter Lichtspielen ever!

Französische Gefängnisfilme

Le Trou - Filmplakat

Le Trou (OV + engl.UT)

F/I 1960, 132 min
Regie: Jacques Becker

Fünf Insassen eines Pariser Gefängnisses wagen den langwierigen und schwierigen Ausbruch, der von dem spannenden Film mit feiner Beobachtung detailliert geschildert wird. Beckers letzter Film, er starb im gleichen Jahr, steht in einer Reihe mit existenzialistischen Filmdramen wie "Lohn Der Angst" und "Rififi" und ist ein Meisterwerk menschlicher Nöte und Sehnsüchte. Becker, der seine Karriere als Assistent von Jean Renoir begann und deutlich vom Poetischen Realismus beeinflußt wurde, besetzte die Hauptrollen in "Das Loch" überwiegend mit Laiendarstellern. Nach einem richtigen Ausbruch aus dem Pariser La Santé Prison von 1947 gedreht, spricht in der Einführung des Filmes mit fatalistischer Geste einer der damals Beteiligten zum Zuschauer.

A Man Escaped (OV + engl.UT)

F 1956, 99 min
Regie: Robert Bresson

Mit der von Bresson gewohnten formalen Strenge und stilistischen Radikalität schildert der Film den Gefängnisausbruch eines zum Tode Verurteilten. Nach den Memoiren von André Devigny.

La Grande Illusion (OmU)

F 1937, 106 min
Regie: Jean Renoir

Drei Franzosen werden in ein Kriegsgefangenenlager verlegt, das als völlig ausbruchsicher gilt. Zwischen einem dieser Männer und dem deutschen Lagerkommandanten stellt sich eine merkwürdige, auf Haß und Arroganz beruhende Beziehung ein, die bei einem Fluchtversuch Konsequenzen nach sich zieht.

Un chant d'amour

F 1950, 25 min
Regie: Jean Genet

Kurz und knackig schien bei diesem Film das Motto des französischen Dichters und Dramatikers Jean Genet zu sein. Aufgrund homosexuell-pornografischer Szenen wurde der Film lange Zeit nicht öffentlich gezeigt. Erzählt wird die Geschichte zweier Gefängnisinsassen, die sich durch ein kleines Loch verständigen und dabei vom eifersüchtigen Wärter beobachtet werden. Entstanden 1950, beeinflußte der poetische Kurzfilm über homosexuelle Sehnsucht eine ganze Generation von Filmemachern.

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