Programmarchiv Dezember 2010

Film in Sounds 13 - Das Geheimnis des Klosters Klostret i Sendomir
Schweden 1920, 55 min
Regie: Victor Sjöström

03.12. 22:30 Uhr

Film in Sounds 13

Das Geheimnis des Klosters

Nach der Novelle "Das Kloster bei Sendomir" von Franz Grillparzer verfilmte der schwedische Regisser Victor Sjöström die Geschichte von zwei Reisenden, die während eines nächtlichen Sturmes Unterschlupf im Kloster von Sendomir finden. Während sie am warmen Feuer sitzen, erzählt ihnen ein alter Mönch seine Lebensgeschichte, eine Moritat von Liebe, Eifersucht, Untreue und Mord.

Film in Sounds experimentiert mit Musik und Film, live im ältesten noch lebenden Kino der Stadt. Musiker aus der ganzen Welt treffen aufeinander und spielen vor der Leinwand zu Filmen und Bildern.

Christian Magnusson schwedischer Trompeter

Gerhard Gschlößl deutscher Posaunist

Laurent Bruttin Schweizer Klarinettist

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Radfahrer DVD-Cover Radfahrer - Die Überwachung des Fotografen Harald Hauswald durch die Stasi
Fotofilm, 30 min, D 2009
Regie: Marc Thümmler

08.12. 20:00 Uhr

Radfahrer

Die Überwachung des Fotografen Harald Hauswald durch die Stasi

In Anwesenheit von Harald Hauswald und Regisseur Marc Thümmler.

Ein dokumentarischer Fotofilm über den systemkritischen Berliner Fotografen Harald Hauswald, ein Meisterwerk aus Konserven: Fotografien aus dem Ost-Berlin der 80er Jahre, unterlegt mit von der Staatssicherheit verfassten Texten.

Die aus dem Off gesprochenen Passagen aus 1500 Seiten sprödem Stasitext belegen, wie das "Subjekt Hauswald" der Stasi aus der Kontrolle gerät. Marc Thümmler ist ein gleichsam bedrückender wie unterhaltsamer Film über Opfer und Täter im Überwachungsstaat DDR gelungen.

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Ponyo - Filmplakat Ponyo – Das große Abenteuer am Meer
Anime, FSK: 0
J 2008, 105 min
Regie: Hayao Miyazaki

23.-30.12.10

Ponyo – Das große Abenteuer am Meer

Das aufgeweckte Fischmädchen Ponyo lebt mit seiner Familie in einer bunten, dicht besiedelten Aquawelt, doch eines Tages packt sie die Neugier auf das Festland. Als sie von zu Hause ausbüchst, strandet das abenteuerlustige Unterwasserwesen am Meeresrand. Der fünfjährige Sosuke rettet Ponyo und führt sie in einem Wassereimer durch seine Welt, wodurch eine tiefgründige und liebevolle Freundschaft entsteht.

Aus Zuneigung zu ihrem neuen Freund wächst Ponyos Wunsch, sich in ein Menschenkind zu verwandeln. Das eigensinnige Mädchen bedient sich der magischen Kräfte ihres Vaters, Fujimoto, um ihren Traum zu erfüllen. Erzürnt von der Tat seiner Tochter, lässt dieser das Gleichgewicht der Elemente durcheinander bringen. Bedrängt von der Naturgewalt des Meeres, steht Sosukes Fischerdorf in Gefahr. Und Ponyo muss sich entscheiden zwischen Freundschaft und Familie ...

Nach den Welterfolgen von Chihiros Reise ins Zauberland und Das wandelnde Schloss bezaubert der japanische Regisseur Hayao Miyazaki mit seinem neuesten Anime-Märchen: PONYO nimmt kleine und große Zuschauer mit auf eine faszinierende und abenteuerliche Reise in die geheimnisvolle, bunte Unterwasserwelt. Ein magisches und tiefsinniges Kinoabenteuer voller Fantasie für die ganze Familie!

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Am Anfang war das Licht Filmplakat Am Anfang war das Licht
Dokumentarfilm
Ö 2010, 90 min
Regie: P. A. Straubinger

16.-29.12.10

Am Anfang war das Licht

Der Film erzählt vom Phänomen "Lichtnahrung", vom unglaublichen Faktum, dass es Menschen gibt und offensichtlich schon seit Jahrtausenden gegeben hat, die weder essen noch trinken. Der Film nähert sich diesem fast schon ungeheuerlichen Angriff auf unser naturwissenschaftlich aufgeklärtes Weltbild aus der Sicht des modernen Menschen - auf der Basis von unzweifelhaften Erlebnisberichten, Interviews und wissenschaftlich protokollierten Laborexperimenten.

Eine spannende wie verblüffende Fährtensuche rund um den Globus, die Erklärungsmodelle aus der Quantenphysik mit dem Wissen der östlich-spirituellen Tradition kombiniert und Denkanstöße gibt, um die herrschende mechanistisch-materialistische Weltanschauung zu hinterfragen.

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I Am Love Poster I Am Love
I 2009, 120 min
Regie: Luca Guadagnino
Darsteller: Tilda Swinton, Alba Rohrwacher, Flavio Parenti

16.-30.12.10

I Am Love (OmU)

Original version with German subtitles

Emma (Tilda Swinton) hat alles. Die russische Frau des Oberhauptes einer alteingesessenen Mailänder Modedynastie ist reich, elegant und sorgenfrei. Fast schlafwandlerisch bewegt sie sich durch ein Leben, das aus endlosen Dinnerparties und Treffen mit ihren erwachsenen Kindern besteht. Doch dann begegnet sie dem Koch Antonio. Zunächst ist sie von seinen Kreationen bald aber auch von dem jungen Mann selbst fasziniert. Ohne es zu wollen, wird Emma durch Antonios außergewöhnliche Kochkunst verführt und in seinen Bann gezogen. Zum ersten Mal erkennt sie, wer sie wirklich ist und mit Antonio erlebt sie eine Leidenschaft, die ihr in ihrem luxuriösen und doch kalten Ehealltag bisher fremd war.

Tilda Swinton brilliert mit ihrem intensiven Spiel in dem bewegenden Film des italienischen Regisseurs Luca Guadagnino. Ein cineastisches Festessen, das mit seinen hypnotischen und erotischen Bildern den Zuschauer von der ersten Minute fesselt.

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Machete Poster Machete
USA 2010, 105 min
Regie: Robert Rodriguez
Darsteller: Danny Trejo, Robert De Niro, Jessica Alba, Michelle Rodriguez, Steven Seagal

16.-30.12.10

Machete (OV)

Original version
Ab dem 30.12. zeigen wir die deutsche Fassung!

They just messed with the wrong Mexican. Krudes Einwanderungsdrama und trashiger Actionfilm mit absurder Handlung und deftigen Dialogen, und dennoch ein deutlicher politischer Kommentar zur Migration zwischen Mexiko und Texas nach dem Motto: Einwanderer können auch anders!

Druglord Torrez tötet Machetes Familie, weil er ihm als gefürchteter Ermittler der mexikanischen Bundespolizei zu nahe gekommen war. Machete flüchtet nach Texas, um seine Vergangenheit hinter sich zu lassen. Doch er findet sich wieder in einem Netz aus Korruption und Betrug. Der skrupellose Geschäftsmann Booth erpresst ihn, den rassistischen Senator McLaughlin (Robert De Niro) zu erschießen. Aber das Ganze ist eine Falle, denn der Senator möchte härtere Einwanderungsgesetze durchpeitschen. Doch da sei Machete vor!

Der nach einem Faketrailer gedrehte Film ist Robert Rodriguez bester seit langem und auch Schauspielheroe Robert De Niro ist mit sichtlicher Freude dabei. An der Originalfassung ohne Untertitel muss sich niemand stören, der Film ist eh recht graphisch orientiert!

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It's a wonderful life - Poster It's a Wonderful Life
USA 1946, 124 min
Regie: Frank Capra
Darsteller: James Stewart, Donna Reed, Lionel Barrymore

24.-26.12.10

Ist das Leben nicht schön? (OmU)

Original version with German subtitles

Der ewige Weihnachtsklassiker: Am Heiligabend wünscht sich George Bailey (James Stewart), er wäre nicht geboren worden, soviel Missgeschick ist ihm passiert. Und er will diese Welt vorzeitig verlassen. Doch was dann? Was wird aus seiner Kleinstadtwelt ohne ihn? Ein Engel erscheint ihm und zeigt ihm die alternative Welt und Bailey bekommt Gelegenheit, sich den Ausstieg noch einmal zu überlegen.

Einer der schönsten Filme aller Zeiten, inzwischen mehr als 60 Jahre alt. Klassisches Hollywood aus der Blütezeit des amerikanischen Films.

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The Sound after the Storm - Filmplakat The Sound after the Storm
D/Schweiz 2009, 78 min
Regie: Sven O. Hill, Patrik Soergel, Ryan Fenson-Hood

09.-15.12.10

The Sound after the Storm (OmU)

Original version with German subtitles

Am 09.12. findet mit den Regisseuren des Dokumentarfilms ein Publikumsgespräch statt.

Drei Jahre nach dem Hurrikan Katrina ist New Orleans noch immer eine Geisterstadt. Die berühmte Sängerin Lillian Boutté, "Jazz-Botschafterin von New Orleans" in der direkten Nachfolge von Louis Armstrong, der Klarinettist Dr. Michael White, die junge Musikgruppe ‚The Next Generation Brass Band' und der Fotograf Armand 'Sheik' Richardson kämpfen mit Noten gegen die Not, die der Hurrikan verursacht hat und gegen die andauernde Vernachlässigung der Opfer.

Der Film begleitet Lillian Boutté, die seit über 25 Jahren in Deutschland lebt, mit ihren Weggefährten auf Konzerten in Europa und in ihrer Heimatstadt New Orleans – und erzählt wie der Jazz die Macht entfaltet, die Krise zu überwinden.

Statement der Filmemacher: Hurrikan Katrina war nur für kurze Zeit ein großes Thema in den Medien, dann hat man nichts mehr davon gehört. Das Leben außerhalb von New Orleans ging einfach weiter und "What a Wonderful World" von Louis Armstrong wurde wieder unbeschwert im Radio gespielt. Wir finden, dass weder der Charakter und die Einzigartigkeit von New Orleans, noch das Ausmaß der Zerstörung wirklich verstanden wurden. Unser Dokumentarfilm möchte den Spirit von New Orleans, aber auch den Einsatz der Protagonisten um den Erhalt dieses Spirits und ihres Erbes den Zuschauern nahe bringen.

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My Winnipeg Filmplakat My Winnipeg
Kanada 2007, 79 min
Regie u. Buch: Guy Maddin
Mit: Guy Maddin, Ann Savage

01.-08.12.10

My Winnipeg (OmU)

Original version with German subtitles

Winnipeg, Winnipeg, Winnipeg. "Wir Winnipegger sind so benommen von Nostalgie." In ihrer Benommenheit werden sie zu Schlafwandlern. Davon gibt es so viele, dass es eine Gesetzgebung gibt: Wenn sie kraft ihrer unergründlichen Seelenverwandtschaften nachts in ihren alten Häusern auftauchen, muss der neue Bewohner sie beherbergen.

Der kanadische Experimentalfilmer Guy Maddin (Brand upon the Brain, The Saddest Music in the World), der seit vielen Jahren unermüdlich eigenwille Melodramen mit der Ästhetik der Stumm- und frühen Farbfilmzeit produziert, setzte in diesem die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verwischenden Dokumentarfilm seiner Heimatstadt ein Denkmal, ein mythisches Dokumentarmärchen, eine fantasiereiche und hypnotische Stadtgeschichtsfabel, ein schlafwandlerischer Filmtraum.

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Oskar Roehler's Jud Süss - Film ohne Gewissen Jud Süss -
Film ohne Gewissen

D/Ö 2010, 114 min
Regie: Oskar Roehler
Darsteller: Tobias Moretti, Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu, Justus von Dohnányi, Armin Rohde, Paula Kalenberg, Ralf Bauer, Robert Stadlober, Heribert Sasse, Martin Butzke, Milan Peschel, Gudrun Landgrebe, Rolf Zacher

02.-15.12.10

Jud Süss - Film ohne Gewissen

"Ein ganz großer, genialer Wurf. Ein antisemitischer Film, wie wir ihn uns nur wünschen können. Ich freue mich darüber." - Joseph Goebbels über "Jud Süss"

Eins vorneweg: der Film wird den vielen schlechten Kritiken, die er erhalten hat, auf keinen Fall gerecht, mehr noch, zu Unrecht wurde - ganz dem Zeitgeist verpflichtet -, mit einer ganzen Legion von Gründen versucht, dem jüngsten Oskar Roehler-Film das künstlerische Garaus zu machen, mal abgesehen von der kurzzeitig in den Medien herumspukenden und später wieder relativierten lächerlichen Reflexhandlung von Frau Knobloch vom Zentralrat, den Film vorsichtshalber verbieten lassen zu wollen.

Kurios überhaupt, dass man den originalen Jud Süss-Film von Veit Harlan noch immer mit einem Bedeutungspotential auflädt, als würde der Zuschauer beim Anschauen des alten Schwarzweißstreifens wie durch eine Art Droge mit Zeittunneleffekt mit dem Geist des Dritten Reiches infiziert. Stattdessen sollte man den Film im Geschichtsunterricht zeigen und zusammen mit Feuchtwangers Novelle behandeln, wie es Moritz Bleibtreu passenderweise in einem Interview vorschlug.

Doch zu dem Film über den Film: in Roehlers Künstlermelodram wird ähnlich wie in István Szabós Meisterwerk Mephisto das Verhältnis zwischen Künstler und Macht skizziert, hier exemplarisch am Fall des Darstellers von Jud Süss, dem österreichischen Schauspieler Ferdinand Marian. Oskar Roehler übertreibt natürlich auf seine aus allen früheren Filmen bekannte Weise, heftige groteske Momente wechseln sich mit theatralischen Bezügen zur Welt hinter der Filmwelt mit Judenverfolgung, Krieg und Untergang ab. Das Dritte Reich als große Operette mit morbiden wie absurden Szenenwechseln, in der alle große Künstler sein wollen und alle narzistisch nach medialer und sexueller Aufmerksamkeit dürsten, der Machthaber wie der Schauspieler und am Ende alle dramatischen Untergang spielen, ob mit Giftkapsel oder Alkohol.

Während Tobias Moretti als Ferdinand Marian ganz groß die melodramatische Rolle verkörpert, zieht Moritz Bleibtreu - fast möchte man sagen, in der Rolle seines Lebens -, als Propagandaminister alle Register des extrovertierten Scharlatans - Was, Shakespeare?! Und ICH bin Joseph Goebbels!!! -, mit jeder Mimik und Gestik bedeutend, dass letztlich die medialen Protagonisten der Führungsriege des Dritten Reiches keineswegs die bösen und unwiderstehlichen Verführer waren, als die sie später hingestellt wurden, sondern mafiöse Schausteller, die es verstanden, sich in den gesellschaftlichen Spannungen ihrer Zeit ganz an die Spitze zu spielen und dabei, wie alle Mafiosis, trotz brutaler Gefährlichkeit die Grenzen des Lächerlichen überschreiten. Bleibtreu ist dabei so gut wie einst Rolf Hoppe als Hermann Göring in Mephisto, der originellerweise ein Zitat von Goebbels in den Mund gelegt bekam: Immer wenn ich das Wort Kultur höre, entsichere ich meinen Revolver.

Und so wie sich Roehler ein bisschen dem großen Film von Szabó nähert ("Was wollen die von mir? Ich bin doch nur ein Schauspieler." - Gustav Gründgens alias Hendrik Höfgen in Mephisto), so findet er auch Berührungspunkte bei dem anderen Monolithen der Filmkunst über das Dritte Reich - Die Verdammten von Luchino Visconti, ein unglaublich morbider Film über Perversion, Sexualität und Tod im Morgengrauen des deutschen Faschismus. Und weil das so ist, zeigen wir als Ergänzung zu Jud Süss - Film ohne Gewissen und dem Dokumentarfilm Harlan - Im Schatten von Jud Süss auch diese beiden Filme. Und auch wenn bei Roehler alles eine Nummer kleiner ist - es handelt sich hierbei doch um einen großen Wurf, für den Regisseur und für den deutschen Film.

Denn bei allem, was an Vorwürfen gegen das Drehbuch und seine Verfilmung angebracht wurde - Film, egal ob Spiel- oder Dokumentarfilm, ist Unterhaltung und Fiktion, und so wie das Original ein künstlerisch perfektes Melodram ist, dessen propagandistischer Zeitwert längst verblichen ist, so ist auch Roehlers Film, wenn nicht perfekt, so doch "großes Kino".

Zum Vergleich: Der andere "große Film" von damals, Triumph des Willens, Leni Riefenstahls filmische Arie auf den Führer, galt schon zur Entstehungszeit neben Klassikern wie Eisensteins Panzerkreuzer Potjemkin als einer der Meilensteine der Filmgeschichte. Und die Bilder aus diesem 1937 auf der Pariser Weltaustellung mit einer Goldmedaille ausgezeichneten Film haben sich längst ihrer propagandistischen Wirkung gelöst und sind von der Mülltrennungsanlage namens Kultur in ihre Einzelbestandteile aufgespalten, zerkleinert und wieder neu zusammengefügt worden. Seit praktisch 60 Jahren kommt keine Dokumentation über Nazideutschland ohne Splitterteilchen aus Riefenstahls Agitpropblockbuster aus, ganz abgesehen von den popkulturellen Einflüssen des Films, womit sich alles in allem die interessantesten Abhängigkeiten von Film, Kultur, Geschichte und Bewusstsein ergeben.

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09.-15.12.10

Die Verdammten (OmU)

I/D 1969, 155 min
Regie: Luchino Visconti
Darsteller: Dirk Bogarde, Helmut Berger, Helmut Griem, Ingrid Thulin, Charlotte Rampling

In Viscontis Stahl-und-Nazi-Oper, im italienischen Original nach Wagners Ring "Götterdämmerung" benannt, wird in lustvoll dekadenten Bildern voller Gier, Gewalt und perversen Leidenschaften der Untergang der Stahldynastie derer von Essenbeck zu Beginn des Dritten Reiches beschrieben und die folgende Machtübernahme durch die SS. In den Hauptrollen brillieren Dirk Bogarde, Helmut Berger und Helmut Griem (vor allem dieser als Sturmbannführer Aschenbach - der deutsche Alain Delon: schön, eiskalt, gefährlich).

09.-15.12.10

Mephisto

D/Ungarn 1981, 144 min
Regie: István Szabó, nach dem Roman von Klaus Mann
Darsteller: Klaus Maria Brandauer, Rolf Hoppe, Ildikó Bánsági

Der dem Film zugrunde liegende Roman von Thomas Mann erschien vor der Wiedervereinigung nur in der DDR, da er in der alten BRD verboten war. Klaus Maria Brandauer ist Hendrik Höfgen, also Gustav Gründgens und versucht als Schauspieler, Regisseur und Intendant mit der nazionalsozialistischen Macht umzugehen und geht mit ihr ein mephistophelisches Bündnis ein.

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Harlan - Im Schatten von Jud Süss - Filmplakat Harlan -
Im Schatten von Jud Süss

Dokumentarfilm, D 2008, 100 min
Regie: Felix Moeller

02.-08.12.10

Harlan - Im Schatten von Jud Süss

Der Name von Veit Harlan, Filmregisseur in den Diensten von Joseph Goebbels, ist vor allem mit JUD SÜß (1940) verbunden, dem bekanntesten antisemitischen Spielfilm der NS-Zeit. Der Dokumentarfilm von Felix Moeller erzählt die Geschichte dieses schillernden und umstrittenen Regisseurs, dessen Filme die Mentalität unzähliger Zuschauer prägten und der auch nach dem Zweiten Weltkrieg seine Karriere fortsetzen konnte.

Der Film erzählt die Geschichte des umstrittenen Regisseurs und wie sich seine Kinder und Enkel bis heute mit der Person und den Filmen auseinandersetzen. Sein ältester Sohn Thomas Harlan und seine Töchter Maria und Susanne erlebten zwei Prozesse gegen den Vater, aber auch, wie er scheinbar ungebrochen weiter Filme in der jungen Bundesrepublik drehte. Ihre Reaktionen darauf fielen – zerrissen zwischen Vaterliebe und Abrechnung – teilweise extrem aus.

In Interviews mit Harlans Söhnen, Töchtern und Enkeln, vielen Filmausschnitten und erstmalig zu sehendem Material aus dem Familienarchiv erzählt HARLAN - IM SCHATTEN VON JUD SÜß vor allem vom Schicksal der Harlan-Familie in der Nachkriegszeit und dem Einfluss der Vergangenheit auf das eigene Leben bis heute.

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Berlin Calling Poster Berlin Calling
Deutschland 2008, 109 min
Regie u. Drehbuch: Hannes Stöhr
Musik: DJ Kalkbrenner
Darsteller: Paul Kalkbrenner, Rita Lengyel, Corinna Harfouch

tgl. 23:55 Uhr

Berlin Calling (engl.UT)

German version with English subtitles

"Paul Kalkbrenners wunderbarer Soundtrack spricht eine andere Sprache. Vielleicht ist es der sentimentalste Techno aller Zeiten, aber er liefert dem Film eine nuancierte emotionale Struktur. Und Kalkbrenners zurückgenommenes Schauspiel ist dem ebenbürtig."
(Frankfurter Rundschau)

Der Friedrichshainer DJ Paul Kalkbrenner ist Martin Karow ist DJ Ickarus und fliegt von Gig zu Gig, von Stadt zu Stadt und von einem Trip zum nächsten und von da in die Klinik. Psychiaterin Petra Pau (Corinna Harfouch) soll ihn von den Drogen runterbringen und therapieren, doch immer wieder bricht Ickarus die Regeln, flippt aus und feiert seine Exzesse.

Toller Film über Drogen, Musik und Rauschzustände, über das Musikbusiness und natürlich über Friedrichshainer Hippness. Einer der besten deutschen Filme der letzten Jahre und der erfolgreichste Filme bei uns in den Tilsiter Lichtspielen ever!

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