Programmarchiv Dezember 2011

Spielfilme

Spielfilme

Lars von Trier Melancholia Filmplakat
15.12.11-04.01.12

Melancholia (OmU)

Original version with German subtitles

DÄN/S/F/D 2011, 136 Min. Regie und Drehbuch: Lars von Trier. Darsteller: Kirsten Dunst, Charlotte Gainsbourg, Kiefer Sutherland, Stellan Skarsgard

Filmwebseite »

Justine feiert ihre Hochzeit im schwerreichen Landhaus ihrer älteren Schwester Claire. Doch das Fest nimmt einen unglücklichen Verlauf und steht im Wortsinne unter einem ungünstigen Stern. Die globale Katastrophe, der Weltenbrand, wird vom dänischen Überregisseur Lars von Trier als privates Psychodrama in betörenden Bildern inszeniert, untermalt von Wagners Tristan und Isolde.

Lars von Trier

Amüsantes Interview mit Trier im SPIEGEL:
SPIEGEL: Es gibt eine merkwürdige Szene in "Melancholia", da liegt Kirsten Dunst nackt im grünen Mondlicht an einem Weiher. Man weiß nicht genau, was das soll.
TRIER: Superkitschig, oder? Das war ein bisschen ein Privatvergnügen, der Film braucht die Szene nicht, und vielleicht ist er auch deswegen nicht so gut. Aber man kann sich die Szene fast als Gemälde vorstellen, das der Führer gern an seiner Wand gehabt hätte. Überhaupt die Ästhetik der Nazis...
SPIEGEL: Bitte hören Sie auf. Man kann das nicht aushalten.
TRIER: Bitte nur noch eine Frage: War das Göring, der immer diesen kleinen Stab in der Hand hielt? --

SPIEGEL: Woran liegt es, dass Sie ständig über Hitler sprechen wollen?
TRIER: Ich glaube, es ist wie in "Fawlty Towers", der Fernsehserie von John Cleese. Sie spielt in einem englischen Hotel in den siebziger Jahren. Sie kennen die Folge, in der deutsche Gäste erwartet werden und dem Hotelpersonal eingebläut wird: "Don't mention the war" - bloß nicht den Krieg erwähnen. So geht es mir auch. Wenn Sie Homosexuelle wären, was ich mal nicht annehme, würde ich Sie damit ärgern. Weil Sie Deutsche sind, ärgere ich Sie ein bisschen mit Hitler.

Lars von Trier Melancholia Lars von Trier Melancholia Lars von Trier Melancholia Lars von Trier Melancholia Lars von Trier Melancholia Lars von Trier Melancholia
Submarine Filmplakat
22.12.11-04.01.12

Submarine (OmU)

Original version with German subtitles

UK 2011, 97 Min.
Regie und Drehbuch: Richard Ayoade. Darsteller: Noah Taylor, Paddy Considine

Filmwebseite »

Mit 15 ist das Leben so transparent wie die Tiefsee, entdeckt der junge Held in Richard Ayoades schräger und smarter Pubertätskomödie. Irgendwo zwischen Wes Andersons "Rushmore" und den Filmen Woody Allens platziert sich das Regiedebüt des britischen Komikers und Clipregisseurs Ayoade. Erzählt wird nach einem Roman von Joe Dunthorpe eine Geschichte vom Erwachsenwerden, mit einem Achtzigerjahre-Touch, aber zeitlos gültig in der Beschreibung einer verwirrenden, schrecklichen, aber auch euphorisierenden Entwicklungsphase. Als "hässlich und liebenswert" hat der walisische Poet Dylan Thomas seine Heimatstadt und damit irgendwie auch diesen Erstling beschrieben, der in Swansea angesiedelt ist. Denn "Submarine" hat grausame und zauberhafte Momente, Figuren die lieben und leiden, junge Protagonisten, die keine Heiligen sind, auch unsympathische Züge zeigen. (www.kino.de)

Submarine Submarine Submarine Submarine Submarine Submarine
Berlin Calling Filmplakat
Do-Fr

Berlin Calling (engl.UT)

German version with English subtitles

D 2008, 109 Min.
Regie/Buch: Hannes Stöhr. Musik: DJ Kalkbrenner. Darsteller: Paul Kalkbrenner, Rita Lengyel, Corinna Harfouch

Filmwebseite »

Der Friedrichshainer DJ Paul Kalkbrenner ist Martin Karow ist DJ Ickarus und fliegt von Gig zu Gig, von Stadt zu Stadt und von einem Trip zum nächsten und von da in die Klinik. Psychiaterin Petra Pau (Corinna Harfouch) soll ihn von den Drogen runterbringen und therapieren, doch immer wieder bricht Ickarus die Regeln, flippt aus und feiert seine Exzesse. Toller Film über Drogen, Musik und Rauschzustände, über das Musikbusiness und natürlich über Friedrichshainer Hippness. Einer der besten deutschen Filme der letzten Jahre und der erfolgreichste Filme bei uns in den Tilsiter Lichtspielen ever.

Berlin Calling Berlin Calling Berlin Calling Berlin Calling Berlin Calling Berlin Calling
Mad Circus Filmplakat
08.-21.12.11

Mad Circus (OmU)

Original version with German subtitles

OT: Balada triste de trompeta
Spanien/Frankreich 2010, 108 Min. Regie u. Drehbuch: Álex de la Iglesia. Darsteller: Carlos Areces, Antonio de la Torre, Carolina Bang, Sancho Gracia, Santiago Segura

Filmwebseite »

Der neue Film von Álex de la Iglesia - Regisseur von Acción mutante (1993), El día de la bestia (1995), Perdita Durango (1997) und Crimen ferpecto (2004) - gewann die Preise für das beste Drehbuch und die beste Regie in Venedig 2010 sowie zahlreiche andere Preise.

Spanien 1937: Der Clown eines Wanderzirkus wird während der Vorstellung von Regierungssoldaten aus dem Zelt gezerrt und zwangsrekrutiert. Der Spanische Bürgerkrieg tobt und jeder Mann wird gebraucht. Noch in seinem Kostüm schnappt sich der Clown eine Machete und metzelt sich durch die Reihen der Franquistas. 1973 heuert der Sohn des Clowns, der unscheinbare Javier, ebenfalls bei einem Zirkus an. Als trauriger Clown ist er der Spielball des lustigen Clowns Sergio, der außerhalb der Manege allerdings alles andere als lustig ist. Ausgestattet mit einer sadistischen Ader ist Sergio der Liebhaber der schönen Artistin Natalia, die er regelmäßig verprügelt. Als Sergio entdeckt, dass Javier und Natalia eine Affäre haben, beginnt ein blutiger Kampf zwischen den beiden Clowns. Javier scheint sich dabei immer mehr in seinen Vater zu verwandeln und auch Sergio ist nur noch eine rasende Karrikatur eines Clowns.

Mad Circus (Balada triste de trompeta)

nzz.ch: Es ist diese Art makabren Humors, gepaart mit oftmals schockierend brutalen Gewaltszenen, die aus «Balada triste de trompeta» einen beunruhigend ambivalenten Film macht, der sich in seinem barock ausufernden Metaphernreichtum jeder einfachen Interpretation entziehen. Am letztjährigen Festival Venedig, wo der Film Premiere hatte und unter Jurypräsident Quentin Tarantino den Preis für die beste Regie und das beste Drehbuch gewann, lag der Vergleich mit dessen «Inglourious Basterds» nahe, weil hier ebenfalls eine gegen den Strich gebürstete Geschichtsbetrachtung das Gerüst einer vor Fabulierlust überquellenden Story bildete.

Mad Circus (Balada triste de trompeta) Mad Circus (Balada triste de trompeta) Mad Circus (Balada triste de trompeta) Mad Circus (Balada triste de trompeta) Mad Circus (Balada triste de trompeta) Mad Circus (Balada triste de trompeta)
Le Havre Filmplakat
01.-07.12.11

Le Havre (OmU)

Original version with German subtitles

Finnland/F 2011, 93 Min.
Regie/Drehbuch: Aki Kaurismäki. Darsteller: André Wilms, Kati Outinen, Jean-Pierre Darroussin, Blondin Miguel

Filmwebseite »

Ein traumhaft schönes Gegenwartsmärchen über einen jungen Flüchtling aus Afrika, der in der französischen Hafenstadt Le Havre strandet, wo die Bewohner des Hafens dem untergetauchten Jungen helfen, vor allem der heruntergekommene frühere Schriftsteller und jetzige Schuhputzer Marcel Marx. Aki Kaurismäki erhielt zwar für seinen ersten Film seit fünf Jahren keinen Preis in Cannes, aber langhaltenden tosenden Applaus der Zuschauer.

kino.de: LE HAVRE ist ein Sehnsuchtsort und ein menschlicher und wunderbarer Film, in seiner Gesamtheit einfach unwiderstehlich und nicht nur für Akiphile ein Muss! Nach fünf Jahren Leinwandabstinenz lässt Kaurismäki in einer kalten kapitalistischen Welt Solidarität und Subversion blühen, verzaubert mit ungewohnter Leichtigkeit und poetischem Realismus, verbeugt sich vor dem Werk von Jean-Pierre Melville und dem französischen film noir. Souverän balanciert er zwischen Realismus der Außen- und Stilisierung der Innenszenen unterstützt von Timo Salmines sorgfältiger Kamera, die gedämpfte Rot- und Blautöne einfängt. Der Humor ist an Absurdität kaum zu übertreffen, ob Darroussin nun mit einer Ananas Farbe in die triste Kneipe bringt oder Hauptdarsteller André Wilms bei der Lagerleitung sich als Onkel des schwarzen Jungen einführt und seine weiße Hautfarbe damit erklärt, er sei der Familien-Albino. Ohne Angst vor Sentimentalität zieht der wortkarge Regisseur das Herz-Ass und gewinnt die Herzen mit dem "happiest Ending in filmhistory", wie er den fantasievollen Schluss augenzwinkernd nennt. Ein traumhaft schönes Sozial-Märchen vom finnischen Pessimisten Aki Kaurismäki, das einfach rundum glücklich macht und an der Croisette die Herzen eroberte. Minutenlanger tosender Applaus in Cannes für Aki Kaurismäki, der dann leider doch keinen Preis erhielt.

Le Havre Le Havre Le Havre Le Havre Le Havre Le Havre

Dokumentarfilme

Dokumentarfilme

Abendland Filmplakat
22.12.11-04.01.12

Abendland

Dokumentarfilm
Ö 2011, 90 Min.
Regie und Kamera: Nikolaus Geyrhalter

Filmwebseite »

Europa – ein Kontinent bei Nacht, eine verdämmernde und gleichzeitig hochangespannte Kultur, ein „Abendland“, das sich als Gipfelpunkt der menschlichen Zivilisation sieht und gleichzeitig als Dienstleistungsgesellschaft sehr pragmatisch vor sich hin wuchert: Pulsierende Dienstleistungs- und Wohlstandsgesellschaft, Bollwerk der Sicherheit und Ausgrenzung, urbane Zivilisation, hedonistischer Vergnügungstempel, beflügelt und belastet zugleich von Geschichte, Tradition, Hochkultur.

Nikolaus Geyrhalter sieht sich um: Nachtarbeit gegen selbstvergessene abendliche Ablenkung, Geburt und Tod, Feiern und Tanzen, Hoffen und Bangen, Fragen, die im Halbdunkel einer Antwort harren, Sprachengewirr, Nachrichtenroutine und politische Verhandlungen – dies alles in Bilder gefasst, deren Detail-Reichtum vielfältig und doch präzise ist.

Manche Dinge sieht man in der Nacht klarer.

EIGENTLICH MUSS ES DAS PARADIES SEIN
Ein Fleck auf der Erde reich an Ressourcen, klimatisch begünstigt und besiedelt von Menschen, die diese Geschenke geschickt zu ihrem Vorteil zu nutzen wissen. Die Überzeugung, dass sich unter diesen Umständen eine überlegene Kulturform entwickeln muss, hat die Bewohner dieser Gegend lange beflügelt und hallt bis in die Gegenwart, und tatsächlich scheint das Leben auf diesem Stück Erde begehrenswert: Man lebt in Reichtum und Sicherheit, ist medizinisch gut versorgt und im Fall der Fälle auch sonst sozial abgesichert. Hier wird man nicht verhungern, nicht schon mit 40 Jahren sterben und muss gegenwärtig weder Krieg noch politische Verfolgung befürchten.

Dieses privilegierte Leben funktioniert nur auf dem Prinzip der Exklusivität, des Nicht-Teilens und Nicht-Teilhaben-Lassens, einfach schon deswegen, weil sich das ressourcenmäßig rein rechnerisch nicht ausgehen kann. Am Ende des Paradieses steht deshalb ein unüberwindbarer elektrischer Zaun.

Wer im Paradies lebt, muss gut darauf aufpassen. Ein Film über Europa am Anfang des 21. Jahrhunderts. -- Nikolaus Geyrhalter

Abendland Abendland Abendland Abendland Abendland Abendland
Der Fall Chodorkowski Filmplakat
01.-14.12.11

Der Fall Chodorkowski

Dokumentarfilm
D 2011, 111 Min.
Regie: Cyril Tuschi

Filmwebseite »

14.12. 19:30 Uhr Filmgespräch mit Regisseur Cyril Tuschi

Spannend wie in einem Politthriller zeigt der Berliner Filmemacher Cyril Tuschi den Aufstieg und Fall Michael Chodorkowskis, dessen Karriere als reichster Mann Russlands 2003 abrupt in Nowosibirsk endete, als er in seinem Privatjet von einer Spezialeinheit verhaftet wurde. Aus dem Chemiestudenten jüdischer Herkunft, dem Komsomol-Aktivisten und ersten Gründer einer russischen Privatbank war in der Perestroika-Ära schnell ein einflussreicher Banker und Geschäftsmann geworden, der von Gorbatschow und Jelzin protegiert wurde. Chodorkowski übernahm die Ölfirma Yukos zu einem Spottpreis und wurde der jüngste Milliardär weltweit.

Im neuen Jahrtausend versuchte Chodorkowski die wilden Jahre der ursprünglichen Kapitalakkumulation hinter sich zu lassen und sein Imperium nach westlichem Vorbild zu führen. Analog dem großen Investor George Soros gründete er Stiftungen wie "Offenes Russland" und unterstützte die politische Opposition. Als er sich öffentlich mit Präsident Putin anlegte und die Amerikaner (Chevron) bei Yukos mit ins Boot holen wollte, wurde es dem Kreml zuviel. Nach einigen Warnungen und Einschüchterungsmanövern ließ der Staat Michail Chodorkowski wegen Korruption und Steuerhinterziehung verhaften und verurteilen. Bis voraussichtlich 2016 sitzt er noch in Haft. Für viele ist er der prominenteste politische Gefangene in Russland, andere nennen ihn schlicht einen Kriminellen.

tip-berlin.de: Aufstieg und Fall des russischen Oligarchen Michail Chodorkowski sind ein schönes Beispiel dafür, wie sich in der Berichterstattung westlicher Medien die Perspektiven über die Jahre hinweg verschoben haben. An die Stelle des neoliberalen Superkapitalisten, der in den Zeiten nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion mit undurchschaubaren Methoden eine obszöne Menge Geldes anhäufte, ist das Bild eines tapferen Verfechters westlicher Werte wie Transparenz und Demokratie gerückt, der von seinem großen Gegenspieler Wladimir Putin in politisch motivierten Gerichtsprozessen aus dem Weg geräumt worden ist. Es ist ein Verdienst des Regisseurs Cyril Tuschi, dass er sich in seiner Dokumentation nicht von diesen Medienbildern und Projektionen hat blenden lassen.

Facettenreich und schlüssig analysiert Tuschi in Gesprächen mit Politikern, ehemaligen Geschäftspartnern und Beratern Chodorkowskis sowie dessen Familie die gesamte Karriere des einstigen Oligarchen und zeichnet dabei den Charakter eines extrem ehrgeizigen und arroganten Alphatiers nach, dessen heutiges Image im Westen nicht zuletzt auf eine von ihm selbst initiierte PR-Kampagne zurückgeht: Noch als Chef des Ölkonzerns Yukos hatte Chodorkowski festgestellt, dass das Zauberwort Transparenz letztlich mehr Anleger aus dem Westen anlockte.

Der Fall Chodorkowski Der Fall Chodorkowski Der Fall Chodorkowski Der Fall Chodorkowski Der Fall Chodorkowski Der Fall Chodorkowski
Peace&You&aVideo
20.12.11 18:00 Uhr
Filmpremiere

Peace&You&aVideo

60 Min. D 2011. Eintritt frei!

Peace&You&aVideo ist ein Filmprojekt, das versucht, verschiedene Aspekte der Thematiken Frieden und Krieg zu beleuchten. Durch Interviews wie z.B. mit einem ehemaligen Soldaten der KSK (Kommando Spezialkräfte), Flüchtlingen aus dem Irak, Libanon, Kurdistan und Palästina, Demonstranten und Journalisten wird ein umfangreiches Bild gezeichnet und gezeigt, dass es bei den Konflikten der Weit nicht nur eine Sichtweise geben kann.

Zusätzlich versuchen auch die jugendlichen Projektteilnehmerinnen vor der Kamera die Frage zu beantworten, was bedeutet Frieden überhaupt für mich? Wie kann Frieden erreicht und gewahrt werden? Es geht dabei nicht darum, vollständige Antworten zu liefern, sondern eher Anregungen zu geben dafür, wie Jede und Jeder etwas zur Friedensschaffung beitragen kann.

Organisiert durch den Bund für Soziale Verteidigung, gefördert durch Aktion Mensch und produziert durch Medienprojekt Berlin, wurde jungen Erwachsenen die Möglichkeit geboten, sich während des Videoworkshops einen Monat lang mit komplexen Fragestellungen zu beschäftigen und persönliche Antworten für diese zu finden.

The Ballad of Genesis and Lady Jaye Filmplakat
08.-21.12.11

The Ballad of Genesis and Lady Jaye (OmU)

USA/Frankreich 2011, 75 Min.
Regie: Marie Losiers. Mitwirkende: Genesis P-Orridge, Lady Jaye Breyer, Peaches u.a.

Filmwebseite »

Der Film, der auf der Berlinale 2011 mit dem Caligari-Preis des Forums sowie dem Teddy für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde, ist ein intimes, berührendes Porträt über das Leben und Werk des bahnbrechenden Performance-Künstlers und Musik-Pioniers Genesis Breyer P-Orridge - bekannt durch COUM Transmissions (1969-1976), Throbbing Gristle (1975-1981) und Psychic TV (1981 bis heute) - und seiner Lebens- und Arbeitspartnerin Lady Jaye.

Man mag einen Film über die Geschichte der Industrial Music erwarten, über Genesis als Bindeglied zwischen Pre- und Postpunk-Ära, über den Underground seit den 1970er Jahren. Das ist er auch, aber erzählt aus der Perspektive einer großen romantischen Liebe, die in den 1990er Jahren ihren Anfang nahm. Genesis und Lady Jaye beginnen durch Operationen eins zu werden, ein Drittes, ein Pandrogyn. Beeinflusst, wie so vieles in Genesis‘ Arbeit, von Brion Gysins und William Burroughs "Cut Ups", war es der Versuch, zwei einzelne Identitäten zu dekonstruieren, durch die Schaffung einer unsichtbaren Dritten.

The Ballad of Genesis and Lady Jaye ist auch ein Film von Marie Losier, einer Filmautorin, deren Handschrift es ist, spielerisch ein sehr persönliches Verhältnis zu ihren Undergroundvorbildern aufzubauen. Küchen- und Gartenaufnahmen werden abgelöst von Home-Movie-Performances, Interviews (Orlan, Peaches, Peter Christopherson), Rollenspielen, Konzerten, magischen Tricks und Archivaufnahmen. Der Film hält seinen Bewegungsrhythmus – unterstützt durch Genesis’ Cut-Up-Erzählungen – auch dann noch aufrecht, als er durch Lady Jayes überraschenden Tod zu einem Film über die Trauer wird. Nun geht es um die Frage, wie man stirbt, wenn zwei eins geworden sind – und wie man weiterlebt.

The Ballad of Genesis and Lady Jaye

William S. Burroughs über Genesis P-Orridge:
"Er ist der einzige Mensch, den ich je kennengelernt habe, den ich als Held verehren würde… Ein Phänomen. Ich war schon immer von der Idee angetan, dass die wichtigste Arbeit die ist, wie man lebt, und man soll das Leben als ein Werk leben und versuchen, jeden Aspekt davon so interessant wie möglich zu gestalten."

zitty.de: Genesis P-Orrigde war Ende der 70er der Typ, vor dem uns nicht nur unsere Eltern immer gewarnt haben. Der expressive Künstler wurde in seiner Heimat England zeitweilig auch als „Zerstörer der Zivilisation“ angesehen. Seine erste Band Throbbing Gristle gilt als Grundstein der Industrial Music. Gewalt, Pornografie und Stilelemente des Nationalsozialismus prägten die äußere Gestalt dieser provokanten Performance Gruppe. Bekannter wurde er mit Psychic TV, angesiedelt zwischen Experiment, Techno und Independent Rock.

The Ballad of Genesis and Lady Jaye The Ballad of Genesis and Lady Jaye The Ballad of Genesis and Lady Jaye The Ballad of Genesis and Lady Jaye The Ballad of Genesis and Lady Jaye The Ballad of Genesis and Lady Jaye
Brasch - Das Wünschen und das Fürchten Filmplakat
01.-07.12.11

Brasch - Das Wünschen und das Fürchten

Dokumentarfilm
D 2011, 92 Min.
Regie: Christoph Rüter

Filmwebseite »

Künstler oder Krimineller – für Thomas Brasch waren das die möglichen Existenzweisen. Brasch war ein leidenschaftlicher und charismatischer, ein aggressiver Dichter und Filmemacher. Der Konflikt war sein Leben, der Schmerz sein Auge, die Wunde der Kontakt zur Außenwelt. Seine Theaterstücke, darunter »Lovely Rita«, »Lieber Georg« oder »Rotter«, prägten die Literatur der DDR ebenso wie die der BRD. Als Wegbegleiter von Heiner Müller und Matthias Langhoff, als Lebensgefährte von Katharina Thalbach ist er aus der deutsch-deutschen Theaterszene nicht wegzudenken. In »Brasch« erzählt sein Freund und Kollege Christoph Rüter von der Begegnung dieses rastlosen Schriftstellers mit sich selbst.

Weil Thomas Brasch 1968 gegen den Einmarsch des Warschauer Paktes in Prag Flugblätter verteilte, ging er ins Gefängnis – unter maßgeblicher Beteiligung seines Vaters, der damals stellvertretender Kulturminister der DDR war. Fortan lebte er nicht nur mit dem Staat im Konflikt, sondern auch mit der Elterngeneration, die im Sozialismus einen Weg aus der faschistischen Vergangenheit Deutschlands finden wollte. Nachdem die Veröffentlichung seines Erzählungsbandes in der DDR verboten wurde, ließ Thomas Brasch »Vor den Vätern sterben die Söhne« im Westen drucken. Die Übersiedlung nach West-Berlin folgte. Im Westen erhielt er zahlreiche Preise, sah seine politische Identität jedoch stets in der DDR verwurzelt, verweigerte den westdeutschen Pass. Die Wiedervereinigung erlebte er als Abgrund und zog sich zurück.

Brasch begann, sein Leben zu dokumentieren, jeden Moment, an jedem Tag, in jeder Verfassung. Davon wurden mehr als 27 Stunden Filmmaterial nach seinem Tod gefunden. In diesen Aufnahmen, in Archivmaterial, an den Spreeufern Berlins und in Braschs Wohnung voller Bücher, Musik und Zigaretten entdeckt Christoph Rüter einen ruhelosen Menschen, den man nicht beherrschen, dem man sich nur aussetzen kann. »Brasch« ist ein aufwühlender und sinnlicher Film geworden, ein produktiver Zugang zu einem faszinierenden Schriftsteller, der sich nie damit zufrieden gab, dass die Welt so ist, wie sie ist.

‎"Zuerst spürte ich seinen Kopf, der stark auf meine Blase drückte, und einige Minuten später den Schwanz, der in meinem Mund wedelte. Ich wollte nicht darüber nachdenken, wie der Wolf in mich hineingekommen war und warum er verkehrt lag. Ich stieg in die Straßenbahn 63 und fuhr zum Krankenhaus Friedrichshain. Die blonde Pförtnerin wies mir sofort den Weg in den Operationssaal. Ich legte mich auf ein Holzbrett und wartete auf den Arzt. Der Arzt schnitt mir den Bauch bis zum Hals hin auf und sah auf den Wolf. Der Wolf lag sehr ruhig. Wenn wir den Wolf aus Ihnen herausnehmen, werden Sie sterben, sagte der Arzt. Ich stand auf und verließ den Operationsraum. Ich ging auf die Straße, und die Leute starrten auf meinen Bauch. Ich war nackt, und der Wolf begann wieder mit seinem Schwanz zu wedeln. Ich stieg den Berg herunter, an der Straßenbahnhaltestelle vorbei. Der Schriftsteller S. trat auf mich zu und teilte mir mit, daß das Bild des Malers M. "Der Schlüssel" aus der Ausstellung in Dresden entfernt und beschlagnahmt worden sei. Ich ging weiter den Berg hinunter, nachdem der Schriftsteller S. sich mit erhobener geballter Faust verabschiedet hatte. Ich bog gleich in die Wilhelm-Pieck-Straße ein und ging auf das Haus Nr. 68 zu, in dem ich wohne."
-- Vor den Vätern sterben die Söhne, Thomas Brasch

Brasch - Das Wünschen und das Fürchten Brasch - Das Wünschen und das Fürchten Brasch - Das Wünschen und das Fürchten Brasch - Das Wünschen und das Fürchten Brasch - Das Wünschen und das Fürchten Brasch - Das Wünschen und das Fürchten

Filmkonzerte

Cinematic Concerts

Sa 17.12. 20:00 Uhr
Filmkonzert

Die Nibelungen: Siegfried

live vertont von Las Mañanitas, angelehnt an Richard Wagners Musikdrama "Der Ring des Nibelungen"

Las Mananitas Die Nibelungen Siegfried

D 1924, 145 Min. Regie: Fritz Lang. Drehbuch: Thea von Harbou. Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau. Darsteller: Paul Richter, Margarete Schön, Hanna Ralph, Theodor Loos

Für ihre Musik zu Fritz Langs Stummfilmklassiker Siegfried, dem ersten Teil seines Epos’ Die Nibelungen (1924), bedient sich die Alternative-Countryband Las Mañanitas zahlreicher Leitmotive aus Richard Wagners Opernzyklus Der Ring des Nibelungen (1876).

Der Kinobesucher hört also beispielsweise Siegfried-Signal, Schicksalsmotiv oder Walkürenritt auf Instrumenten wie E-Gitarre, Mandoline, Orgel, Bass oder Banjo. Im Ergebnis klingt das dann ungefähr so, als hätte Neil Young seinen Soundtrack zu Dead Man nicht allein, sondern mit einer vielseitigen Band aufgenommen.

Wagners Werk wird hier in eine Art Western-Korsett gezwungen, um Fritz Langs Sequenzen akustisch zu untermalen. Eine spätromantische Musik findet damit über die visuelle Moderne den Weg in die Gegenwart. Wagners Motive erwiesen sich für die Band als äußerst dankbares Material, sind sie in ihrem Kern doch häufig von ähnlich archaischer Natur wie es dem Wesen des Rock ‚n’ Roll häufig nachgesagt wird. Dass Wagner und Lang die „Nibelungen“ in ihren jeweiligen Werken äußerst unterschiedlich deuteten, macht das Projekt umso spannender.

Keine Frage, diese rund 2½ Stunden dauernde „Siegfried“-Mixtur aus Fritz Lang, Richard Wagner und Las Mañanitas sind ein Experiment. Ausgang offen. Doch es ist unbestritten, dass es der „Nibelungen“-Sage in ihrer fast tausendjährigen Geschichte immer gut getan hat, neu interpretiert zu werden. Las Mañanitas kommen übrigens aus Leipzig – der Geburtsstadt Richard Wagners. Der Ring schließt sich.

Las Mananitas
Fr 02.12. 20:15 Uhr
Filmkonzert

Das Cabinet des Dr. Caligari

live vertont von ALP (fortschritt musik berlin)

ALP Das Cabinet des Dr. Caligari

D 1920, 71 Min. Regie: Robert Wiene. Buch: Hans Janowitz, Carl Mayer. Kamera: Willy Hameister. Darsteller: Lil Dagover, Werner Krauß, Conrad Veidt, Friedrich Feher, Hans Heinrich von Twardowski

Besetzung ALP:
git.bass.laptop /mattef
drum.organ /alex
machine git/ kon hh

Was ist wirklich und was nicht? Der geheimnisvolle Dr. Caligari präsentiert auf dem Jahrmarkt seine Attraktion - Cesare, das somnambules Medium der Prophezeiungen. Und so wie Cesare den Tod voraussagt, tritt dieser auch ein. Nun beginnt die Jagd auf den Mörder, die dann immer wieder irrwitzige Haken schlägt und die Frage aufkommen lässt - wer hier ist eigentlich der Wahnsinnige?

Als herausragendes Beispiel des expressionistischen Filmes bezeichnet, fasziniert Das Cabinet des Dr. Caligai durch seine einzigartigen Kulissen, deren theatralisch verfremdeten und verzerrten Perspektiven dem Irrsinn des Geschehens eine optische Entsprechung liefern.

Zu dritt und mitunter durch Gastmusiker verstärkt haben ALP dem Stummfilmklassiker eine Musik verpasst, die zwischen moderner Laptopfrickelei, tekknoidem 4/4tel und klassischer "handgemachter" Musik eine Symbiose herstellt, die dem Film eine zeitgemäße Vertonung unterlegt. Dabei nie nur der Improvisation oder dem vorgefertigten Backingtrack folgend - und jenseits hollywoodscher Pathetik -, entsteht ein speziell auf diesen Film zugeschnittener Soundtrack "aus einem Guss".

ALP beschäftigen sich schon seit längerem mit der Vertonung von Stummfilmen. Unter anderem Panzerkreuzer Potemkin von Sergej Eisenstein, Dr. Mabuse – der Spieler und Der müde Tod von Fritz Lang, Nosferatu von F.W. Murnau und Ein andalusischer Hund von Luis Bunuel. Jeder Soundtrack ist für den jeweiligen Film entstanden und einmalig.

Die 2006 erschienene CD "el arte nunca muere" (fortschritt musik) enthält Teile der Soundtracks aus den Filmen Panzerkreuzer Potemkin und Nosferatu. Im Dezember 2007 erschien die Maxi CD "Silbern", im Dezember 2009 "Lichter".

Das Cabinet des Dr. Caligari Filmlakat Das Cabinet des Dr. Caligari Filmlakat Das Cabinet des Dr. Caligari Filmlakat Das Cabinet des Dr. Caligari Filmlakat Das Cabinet des Dr. Caligari Filmlakat Das Cabinet des Dr. Caligari Filmlakat

Mitternachtskino

Mario Bava Filmreihe

Im Dezember geht es in die dritte und letzte Runde unserer Mario Bava-Filmreihe im Mitternachtskino. Die Filme des italienischen Kameramanns und Regisseurs Mario Bava (1914-1980) sind legendäre, stilistisch herausragende Filmperlen, die Regisseure wie Quentin Tarantino und Tim Burton beeinflußten.

Ein Irrealis in Permanenz » Artikel von Thomas Groh über die Filmreihe in der taz

Mario Bava

Mario Bava Bay of Blood Poster
18.-21.12.11

Bay of Blood (OV)

Original version

OT: Reazione a catena
Italien 1971, 84 Min.
Regie: Mario Bava.
Darsteller: Claudine Auger, Luigi Pistilli

Die idyllischen Gothic-Horror-Jahre sind vorbei, jetzt bekommen wir es mit den 70er Jahren zu tun. In einer idyllischen Bucht vollzieht sich eine Serie von grausamen und scheinbar willkürlichen Morden. Die abergläubischen Dorfbewohner vermuteten einen uralten Fluch als Hintergrund dieses Blutrausches. Einer der besten und einflußreichsten Horrorfilme, Vorbild für die Slasherfilme der 80er.

Mario Bava Bay of Blood Mario Bava Bay of Blood Mario Bava Bay of Blood Mario Bava Bay of Blood Mario Bava Bay of Blood Mario Bava Bay of Blood
Baron Blood Poster
03.-07.12.11

Baron Blood (OmU)

Original version with German subtitles

OT: Gli orrori del castello di Norimberga
Italien 1971, 84 Min.
Regie: Mario Bava. Darsteller: Antonio Cantafora, Joseph Cotton, Elke Sommer

Ein junger Wissenschaftler besucht in Österreich das Schloss seiner Ahnen. Hier herrschte einst Baron Otto, den der späte Abkömmling nun durch eine Beschwörung aus dem Grab zurückholt. In der Gestalt von Joseph Cotten folgt der Baron dem Ruf und erneut sind die Bewohner der kleinen anliegenden Stadt bedroht. Mario Bavas letzter gotischer Horrorfilm, bevor er sich in den 70er Jahren hauptsächlich Giallos zuwandte.

Baron Blood Baron Blood Baron Blood Baron Blood Baron Blood Baron Blood
Dario Argento Inferno Poster
01.-04.01.12

Inferno (OV)

Original version

Italien 1980
Regie: Dario Argento
Darsteller: Irene Miracle, Daria Nicolodi

Bei diesem psychedelischen Horrorfilmklassiker arbeitete Mario Bava zum letzten Mal an einem Film mit. Dario Argento, der zuvor in den 70er Jahren mit Profondo Rosso und Suspiria brillierte, lud seinen Mentor Mario Bava zur Mitarbeit ein, die in einigen optischen Effekten bestand. Abschluss unserer Mario Bava-Filmreihe.

Mario Bava Shock Poster
25.-28.12.11

Shock (OV)

Original version

Italien 1977, 93 Min.
Regie: Mario Bava
Darsteller: Daria Nicolodi, John Steiner

Das ist der letzte Spielfilm von Mario Bava, ein alptraumhafter Mystery-Thriller über eine Frau, die von ihrer Vergangenheit eingeholt und von Wahnvorstellungen heimgesucht wird und dabei von ihrem kleinen Sohn terrorisiert wird. Ein letztes Meisterwerk des Regisseurs, der 1980 an einem Herzinfarkt starb. Im gleichen Jahr trat sein Sohn Lamberto seine Nachfolge als Horrorfilmregisseur an und schuf mit Macabre, Demons und Demons 2 einige Genreklassiker. Lamberto arbeitete auch am Drehbuch von Shock mit. Die Hauptrolle spielte Daria Nicolodi, die in vielen Filmen von Dario Argento, dem großen italienischen Horrorfilmregisseur zu sehen war.

Mario Bava Lisa and the Devil Poster
10.-14.12.11

Lisa and the Devil (OmU)

Original version with German subtitles

OT: Lisa e il diavolo
Italien 1974, 92 Min.
Regie: Mario Bava. Darsteller: Telly Savalas, Elke Sommer, Sylva Koscina

In einer alten spanischen Stadt verliert die junge Amerikanerin Lisa den Kontakt zu ihrer Reisegruppe. Bei Einbruch der Dunkelheit nimmt sich ein Ehepaar samt Chauffeur ihrer an, doch unglücklicherweise streikt der Wagen kurz darauf vor einer alten Villa. Sie suchen Unterschlupf in der Villa, die von einer alternden Gräfin, ihrem Sohn Maximilian und dem mysteriösen Butler Leandro bewohnt wird. Im Laufe der Nacht wird Lisa Zeugin furchtbarer Ereignisse, die sie daran zweifeln lassen, ob sie wacht oder träumt. Einer der schönsten Filme Mario Bavas, ein komplexes und surreales Filmmärchen, artifiziell und poetisch, mit einer raffinierten und ausgeklügelten Kameraarbeit.

Mario Bava Lisa and the Devil Mario Bava Lisa and the Devil Mario Bava Lisa and the Devil Mario Bava Lisa and the Devil Mario Bava Lisa and the Devil Mario Bava Lisa and the Devil

Kinderkino

Kinderkino

Wintertochter Filmplakat
Dezember 2011

Wintertochter

FBW-Prädikat: besonders wertvoll. Empf. ab 10 Jahre. D/P 2011, 93 Min. - Regie: Johannes Schmid. Darsteller: Nina Monka, Ursula Werner, Merab Ninidze, Leon Seidel

Filmwebseite »

Die 12jährige Kattaka erfährt zu Weihnachten, dass ihr Papa gar nicht ihr Papa ist. Deshalb reißt sie von zu Hause aus, um ihren wirklichen Vater zu suchen, einen russischen Seefahrer, der mit seinem Schiff in Danzig liegt. Begleitet wird sie von ihrem besten Freund Knäcke und der 75jährigen Nachbarin Lene. Ein winterlicher Roadtrip von Berlin nach Polen und eine Erinnerungsreise in die Vergangenheit beginnt. Mit atmosphärischen Bildern und wunderbaren Darstellern ist Schmid nach Blöde Mütze! ein sensibler und generationsübergreifender Jugendfilm gelungen.

kino-zeit.de: Wintertochter ist ein empfehlenswerter Film für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, ein besserer Film noch als es Blöde Mütze! (2007), Johannes Schmids Erstling, schon war. Spannend, witzig, ernst und fröhlich und so stimmig wie stimmungsvoll erzählt er noch viel mehr als die berührenden Geschichten von Lene und Kattaka.

kino.de: In atmosphärischen, dampfenden Winterbildern begibt sich das Trio auf die Reise, die Unbefangenheit der beiden dickköpfigen und selbstbewussten Kinder ist eine Wohltat und ermöglicht einen zwanglosen Umgang mit Vorurteilen und Altlasten der Geschichte. Der Film weiß (dank des hervorragenden Drehbuchs) genau, wann er locker-launig und wann er gefühlvoll-ernst zu sein hat.

Wintertochter Wintertochter Wintertochter Wintertochter Wintertochter Wintertochter
Magic Silver Filmplakat
Dezember 2011

Magic Silver - Das Geheimnis des magischen Silbers

Empf. ab 6 Jahre. Norwegen 2009, 86 Min. - Regie: Katarina Launing, Roar Uthaug. Darsteller: Ane Viola Semb, Finn Schau

Filmwebseite »

Die Aufgabe der Blauwichtel ist es, das magische Silber, das tief in den Höhlen des blauen Berges verborgen liegt, zu bewachen. Als es einem Rotwichtel gelingt, durch die Leichtsinnigkeit von Prinzessin Blaurose das Silber zu stehlen, wird sie aus ihrem Reich verbannt. Mit Hilfe von Dreng, dem Kronprinzen der Rotwichtel, macht sich Blaurose auf die Suche nach dem Dieb und dem Silber. Ohne es würde ihre Welt in Dunkelheit versinken. Der stimmungsvolle norwegische Märchenfilm, der auf alten Sagen und einer Fernsehserie beruht, war der erfolgreichste Film in Norwegen, ging hierzulande im Kino jedoch komplett unter. Zu Unrecht, versteht sich.

kino-zeit.de: Nicht bombastische Effekte, sondern die von Volksglaube und Sage inspirierten Szenenbilder verleihen der Handlung trotz des ruhigen Erzählflusses einiges an Spannung. Unter den kühlen Farben der Landschaft wohnt der Bildsprache des Fantasy-Abenteuers eine tiefe Wärme inne. Das Geheimnis des magischen Silbers verbirgt sich in dem mythenschweren Halbdunkel der Szenerie, welches das Kinderabenteuer mehr zum Sagen- als zum Märchenfilm macht. Gegenüber den computergenerierten Großproduktionen von Disney und Pixar, die zur Weihnachtssaison in die Kinos drängen, mag der Überraschungserfolg aus Norwegen unscheinbar wirken. Dass im Film wie in der Sage der Zauber des Fantastischen oft im Verborgenen zeigt, weiß Das Geheimnis des magischen Silbers indes am besten.

Magic Silver - Das Geheimnis des magischen Silbers Magic Silver - Das Geheimnis des magischen Silbers Magic Silver - Das Geheimnis des magischen Silbers Magic Silver - Das Geheimnis des magischen Silbers Magic Silver - Das Geheimnis des magischen Silbers Magic Silver - Das Geheimnis des magischen Silbers

top