Spielfilme

Programmarchiv Januar 2012

Halt auf freier Strecke Filmplakat
05.-18.01.12

Halt auf freier Strecke

D 2011, 110 Min.
Regie: Andreas Dresen. Darsteller: Milan Peschel, Steffi Kühnert, Talisa Lilli Lemke

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Frank und Simone Lange leben eigentlich ein beschauliches und ruhiges Leben, doch als bei Frank unerwartet ein unheilbarer Gehirntumor diagnostiziert wird, ändert sich schlagartig alles: Der Familienvater ist von der Angst auf den bevorstehenden Tod überwältigt und Simone und die Kinder der beiden fragen sich, was die Zukunft bringt. Frank wird schwächer und zu einer immer größeren Belastung für seine Familie, die miterleben muss, wie er immer weniger Kontrolle über seinen Körper hat und Herr seiner selbst ist.

schnitt.de: Nachdem er mit seinen letzten Filmen etwas vom Weg der Großartigkeit abgekommen war, findet Dresen hier mit traumwandlerischer Sicherheit wieder zu sich selbst zurück; greift sich eines der schwierigsten Filmthemen überhaupt und verwandelt es mittels improvisierter aber hochstilisierter Spielszenen, zu einer ganz eigenen und höchst ansprechenden filmkünstlerischen Arbeit, die im immermüden deutschen Belanglosigkeitskino dieser Tage seinesgleichen sucht.

Perfect Sense Filmplakat
05.-18.01.12

Perfect Sense (OV)

Original language

D/GB/DK/S 2011, 92 Min.
Regie: David Mackenzie. Darsteller: Eva Green, Ewan McGregor, Connie Nielsen

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Eine Liebe in den Zeiten der Apokalypse. Eine unerklärliche Epidemie führt dazu, dass die Menschen auf der ganzen Welt ihre Sinneswahrnehmungen verlieren. Während sich die Katastrophe anbahnt, finden in Glasgow die Forscherin Susan und der Chefkoch Michael zueinander. Obwohl sich die Krankheit weiter ausbreitet und alle Menschen ihren Geruchs- und Geschmackssinn bereits eingebüßt haben, geht das Leben weiter. Gefühlsschwankungen gehen einher mit der Ausbreitung des Virus im Körper, und vor dem Verlust des Hörsinns führt ein Wutausbruch Michaels dazu, dass sich die beiden verlieren. Und es droht noch Schlimmeres: Blindheit. Werden die beiden Liebenden wieder zu einander finden?

programmkino.de: Nur selten hat ein Film Form und Inhalt zu einer derart überzeugenden Einheit miteinander verschmolzen. David MacKenzie fängt den immer aggressiveren Verlust unserer Sinneswahrnehmungen in poetischen, zwischen Verfall und purer Schönheit changierenden Bildern ein. In „Perfect Sense“ kann man das Essen in Michaels Restaurant förmlich schmecken, die Fische auf dem Markt beinahe riechen. Statt sanfter Steadycam-Fahrten montierte Kameramann Giles Nuttgens in mehreren Szenen das Objektiv einfach auf Michaels Fahrrad. Dann sieht es so aus, als würde die Leinwand für wenige Sekunden vibrieren und aus ihrem Rahmen herausbrechen. Auch über die Tonspur ermöglicht der Film ein ebenso intensives Erleben seines bisweilen recht verstörenden Szenarios, das jedoch zum Ende hin auch einen gewissen Trost und einen zumindest angedeuteten Hoffnungsschimmer bereithält.

Lars von Trier Melancholia Filmplakat
15.12.11-04.01.12

Melancholia (OmU)

Original version with German subtitles

DÄN/S/F/D 2011, 136 Min.
Regie/Drehbuch: Lars von Trier. Darsteller: Kirsten Dunst, Charlotte Gainsbourg, Kiefer Sutherland, Stellan Skarsgard

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Justine feiert ihre Hochzeit im schwerreichen Landhaus ihrer älteren Schwester Claire. Doch das Fest nimmt einen unglücklichen Verlauf und steht im Wortsinne unter einem ungünstigen Stern. Die globale Katastrophe, der Weltenbrand, wird vom dänischen Überregisseur Lars von Trier als privates Psychodrama in betörenden Bildern inszeniert, untermalt von Wagners Tristan und Isolde.

Lars von Trier

Amüsantes Interview mit Trier im SPIEGEL:
SPIEGEL: Es gibt eine merkwürdige Szene in "Melancholia", da liegt Kirsten Dunst nackt im grünen Mondlicht an einem Weiher. Man weiß nicht genau, was das soll.
TRIER: Superkitschig, oder? Das war ein bisschen ein Privatvergnügen, der Film braucht die Szene nicht, und vielleicht ist er auch deswegen nicht so gut. Aber man kann sich die Szene fast als Gemälde vorstellen, das der Führer gern an seiner Wand gehabt hätte. Überhaupt die Ästhetik der Nazis...
SPIEGEL: Bitte hören Sie auf. Man kann das nicht aushalten.
TRIER: Bitte nur noch eine Frage: War das Göring, der immer diesen kleinen Stab in der Hand hielt?

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A Dangerous Method Movie Poster
26.01.-08.02.12

Eine dunkle Begierde (OmU)

Original version with German subtitles

A Dangerous Method
Kanada/D/GB 2011, 100 Min.
Regie: David Cronenberg. Darsteller: Michael Fassbender, Keira Knightley, Viggo Mortensen, Vincent Cassel

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Carl Gustav Jung (Michael Fassbender) hat so gut wie all seine Ziele erreicht - er ist Leiter der psychiatrischen Klinik Burghölzli, glücklich verheiratet und erwartet sein erstes Kind. Alles soll sich jedoch ändern, als die junge Russin Sabina Spielrein (Keira Knightley) wegen Hysterie in die Züricher Klinik eingeliefert wird. Bei den zahlreichen therapeutischen Sitzungen kommen sich Jung und sein schöne Patientin immer näher.

Als die Affäre droht an die Öffentlichkeit zu gelangen, wendet sich Jung von Sabina ab, um seinen guten Ruf als Wissenschaftler nicht zu verlieren. Sabina verspürt währrenddessen den Drang, selbst Psychoanalytikerin zu werden. Also bewirbt sie sich bei Jungs langjährigem Kollegen und Mentor Sigmund Freud (Viggo Mortensen). Dieser nimmt sich ihrer an und erliegt kurze Zeit später ebenfalls ihren intellektuellen Reizen.

In meinen Augen sind die Entdeckungen Freuds und Jungs ein welterschütternder Augenblick, ein Glanzpunkt in der Geschichte der Menschheit. Ich glaube, dass sich ihre Wirkung nur mit dem Erdbeben vergleichen lässt, das Charles Darwin ausgelöst hat. Durch Freud lernten die Menschen die Welt und ihr eigenes Handeln neu begreifen. Sie lernten, dass in unserem Inneren Triebe und Kräfte herrschen, über deren Macht man sich zuvor keine Vorstellung gemacht hatte. Freud enthüllte auf völlig neue Art die Lust und den Schrecken der Sexualität. Das revolutionierte das Denken des modernen Menschen, und es verstörte viele zutiefst. Deshalb wird über die Lehren Freuds und seiner Schüler auch bis heute ähnlich unerbittlich gestritten wie über die Lehren Darwins. Für mich ist die Geburtsstunde der Psychoanalyse ein Glücksmoment auch für die Kunst.

Künstler sind wie Seelenärzte - Interview mit David Cronenberg »

Tag und Nacht Filmplakat
19.01-01.02.2012

Tag und Nacht

Ö 2011, 101 Min.
Regie: Sabine Derflinger. Drehbuch: Eva Testor, Sabine Derflinger. Kamera: Eva Testor. Darsteller: Anna Rot, Magdalena Kronschläger, Philipp Hochmair, Martina Spitzer

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Lea und Hanna sind Studentinnen in Wien, die einen Job neben dem Studium brauchen. Natürlich könnten sie kellnern - aber Callgirls verdienen mehr. Der Film wirft einen ungeniert normalen Blick auf zwei junge Frauen die Prostitution als Abenteuer verstehen und dabei von der Realität überrollt werden.

Tag und Nacht ist ein starker Film mit gelungenen Bildern und einem unverstellten Blick auf den Job als Callgirl abseits der üblichen Klischees. Zwei Frauen zwischen Triumph und der ernüchternden Erkenntnis Dienstleisterinnen zu sein, hervorragend dargestellt von Anna Rot und Magdalena Kronschläger, zwei großen Entdeckungen des deutschsprachigen Films.

All das, was sonst wegfällt, wollte ich so normal wie möglich zeigen. - Es geht um Machtverhältnisse: Sabine Derflinger erklärt Peter Krobath, warum Prostitution ein Job wie jeder andere ist – und eben wieder auch nicht.

Wir wollten zwei Mädchen zeigen, die das freiwillig machen. Aus Lust und Spaß. Aus Selbstbestätigung. Möglicherweise auch aus einem persönlichen Manko heraus. Aber eben nicht aus Zwang und Gewalt. Natürlich gibt es auch Sexarbeit in Form von Sklaverei. Aber da würde ich eine ganz andere Geschichte erzählen. Mit ganz anderen Menschen. Da geht es auch um Macht, aber eben auf einer ganz anderen Ebene.

Zum Interview mit Sabine Derflinger »

Submarine Filmplakat
22.12.11-04.01.12

Submarine (OmU)

Original version with German subtitles

UK 2011, 97 Min.
Regie/Drehbuch: Richard Ayoade. Darsteller: Noah Taylor, Paddy Considine

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Mit 15 ist das Leben so transparent wie die Tiefsee, entdeckt der junge Held in Richard Ayoades schräger und smarter Pubertätskomödie. Irgendwo zwischen Wes Andersons "Rushmore" und den Filmen Woody Allens platziert sich das Regiedebüt des britischen Komikers und Clipregisseurs Ayoade. Erzählt wird nach einem Roman von Joe Dunthorpe eine Geschichte vom Erwachsenwerden, mit einem Achtzigerjahre-Touch, aber zeitlos gültig in der Beschreibung einer verwirrenden, schrecklichen, aber auch euphorisierenden Entwicklungsphase. Als "hässlich und liebenswert" hat der walisische Poet Dylan Thomas seine Heimatstadt und damit irgendwie auch diesen Erstling beschrieben, der in Swansea angesiedelt ist. Denn "Submarine" hat grausame und zauberhafte Momente, Figuren die lieben und leiden, junge Protagonisten, die keine Heiligen sind, auch unsympathische Züge zeigen. (www.kino.de)

Submarine Submarine Submarine Submarine Submarine Submarine
Berlin Calling Filmplakat
Fr-Sa

Berlin Calling (engl.UT)

German version with English subtitles

D 2008, 109 Min.
Regie/Drehbuch: Hannes Stöhr. Musik: DJ Kalkbrenner. Darsteller: Paul Kalkbrenner, Rita Lengyel, Corinna Harfouch, RP Kahl, Araba Walton, Peter Schneider

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Der Friedrichshainer DJ Paul Kalkbrenner ist Martin Karow ist DJ Ickarus und fliegt von Gig zu Gig, von Stadt zu Stadt und von einem Trip zum nächsten und von da in die Klinik. Psychiaterin Petra Pau (Corinna Harfouch) soll ihn von den Drogen runterbringen und therapieren, doch immer wieder bricht Ickarus die Regeln, flippt aus und feiert seine Exzesse. Toller Film über Drogen, Musik und Rauschzustände, über das Musikbusiness und natürlich über Friedrichshainer Hippness. Einer der besten deutschen Filme der letzten Jahre und der erfolgreichste Filme bei uns in den Tilsiter Lichtspielen ever.

Berlin Calling Berlin Calling Berlin Calling Berlin Calling Berlin Calling Berlin Calling

Dokumentarfilme

William S. Burroughs: A Man Within Filmplakat
25.01.-08.02.12

W. S. Burroughs: A Man Within (OmU)

Original version with German subtitles

USA 2011, 87 Min. Regie, Drehbuch, Produktion: Yony Leyser. Mit: Allen Ginsberg, Andy Warhol, Gus Van Sant, David Cronenberg, Iggy Pop, John Waters u.a.

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Kultfigur der Beat-Generation, Pionier der Gegenkultur, Drogenpapst: William S. Burroughs riss Grenzen des Mainstream ein, erhob den Drogenrausch zum künstlerischen Medium, wurde zum ungewollten Wortführer der schwulen Befreiungsbewegung. Sein Roman „Naked Lunch“ wurde zur Bibel von Punks, Hippies, der Queer-Bewegung, von Revolutionären, Künstlern und Musikern in aller Welt. So ziemlich jede gegenkulturelle Bewegung des 20. Jh. beruft sich auf ihn: Die Dokumentation ist der liebevoll-forschende Versuch, den Menschen zu ergründen, der aus Versehen seine Frau erschoss, dessen Werk den Konservatismus seiner Zeit bis ins Mark erschütterte, dessen kreative Gewalt die Kultur des 20. Jahrhunderts beben ließ.

Wie kaum eine Künstlerfigur steht Burroughs für einen radikalen Widerspruch, den Regisseur Yony Leyser in seinem Film vorbehaltlos auslotet: zwischen Individualismus und Abhängigkeit, zwischen Unabhängigkeit und Vereinnahmung entsteht das intime Porträt eines großen Schriftstellers, getragen vom genialen Score von Patti Smith und Sonic Youth. Leyser bekam die Großen und Bekannten, die Jünger, Weggefährten, Kritiker und Bewunderer vor die Kamera: In exklusiven Interviews und Archivmaterial erzählen Patti Smith, Iggy Pop, Gus Van Sant, John Waters, Genesis Bryer P-Orridge, Sonic Youth, Laurie Anderson, Amiri Baraka, David Cronenberg und Allen Ginsberg Geschichten aus dem Reich eines extremen Grenzgängers.

Burroughs und wie ihn die Welt sah, Burroughs und wie er sich selbst sah: irgendwas zwischen Mensch und Monster. Ein Outsider in jeder Hinsicht. Und genau das bildet "A Man Within" ab. Der Film zeichnet kein klares Bild über den Mann, der schwul war und über sich selbst sagte, keinen einzigen Tag in seinem Leben schwul gewesen zu sein. Der als "Godfather" der Beat Generation gefeiert wurde, sich selbst aber nie als Teil von ihr sah. Dem seine etlichen Katzen näher standen als sein Sohn, der mit 33 Jahren an Alkoholsucht starb... Wer William S. Burroughs wirklich war, darauf gibt der 25-jährige Regisseur Yony Leyser in seinem Debütfilm keine eindeutige Antwort. Und das ist auch gut so. Vier Jahre ist Leyser durch die USA gereist, um diesen Film zu machen. Herausgekommen ist ein berührendes Porträt, das nichts beschönigt, und doch den Menschen zeigt, der William S. Burroughs war. Mit einem Soundtrack von Sonic Youth und Patti Smith, mit einem dekadent Zigarre rauchenden Peter Weller als Erzähler, ist "A Man Within" selbst eine Art Beat Poem.

Ein absolut großartiges Arschloch »

The Big Eden Filmplakat
05.-18.01.12

The Big Eden

Dokumentarfilm
D 2011, 93 Min
Regie: Peter Dörfler

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Nach Der Panzerknacker und Achterbahn ist dies der Abschluss von Peter Dörflers Trilogie über so grandiose wie groteske Männergestalten. Der heute über 80-jährige Rolf Eden ist eine der schillerndsten Berliner Persönlichkeiten überhaupt. Als Betreiber solch illustrer Clubs wie dem Eden-Playboy-Club, dem Kabarett Schlüsselloch, dem Eden-Salon, dem New Eden und nicht zuletzt dem Big Eden machte der leidenschaftliche Playboy und selbsternannte Über-Glückspilz über Jahrzehnte von sich reden. Dörfler zeichnet sein Leben von der Jugend in Isreal bis heute nach.

zeit.de: Dörfler ist fasziniert von der Maske des Partylöwen, aber auch er kann sie nicht lüften. Dafür erzählt sein Film auf kluge und berührende Weise von einem Menschen, der konsequent nur den oberflächlichsten Glücksbegriff gelten lässt. Rolf Eden hat sieben Kinder von sieben Frauen. Sowie die Frauen schwanger wurden, mussten sie ihres Weges ziehen, wurden aber immer von ihm finanziell versorgt. Dörfler hat jetzt tatsächlich fast alle der Frauen und die Kinder vor die Kamera gebracht. Und man muss sagen: Es sind alles interessante, charaktervolle Frauen mit je unterschiedlichen Meinungen über den Erzeuger ihrer Kinder – von bitter über lässig bis anhänglich, bewundernd und amüsiert.

Abendland Filmplakat
22.12.11-04.01.12

Abendland

Dokumentarfilm
Ö 2011, 90 Min.
Regie/ Kamera: Nikolaus Geyrhalter

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Europa – ein Kontinent bei Nacht, eine verdämmernde und gleichzeitig hochangespannte Kultur, ein „Abendland“, das sich als Gipfelpunkt der menschlichen Zivilisation sieht und gleichzeitig als Dienstleistungsgesellschaft sehr pragmatisch vor sich hin wuchert: Pulsierende Dienstleistungs- und Wohlstandsgesellschaft, Bollwerk der Sicherheit und Ausgrenzung, urbane Zivilisation, hedonistischer Vergnügungstempel, beflügelt und belastet zugleich von Geschichte, Tradition, Hochkultur.

Nikolaus Geyrhalter sieht sich um: Nachtarbeit gegen selbstvergessene abendliche Ablenkung, Geburt und Tod, Feiern und Tanzen, Hoffen und Bangen, Fragen, die im Halbdunkel einer Antwort harren, Sprachengewirr, Nachrichtenroutine und politische Verhandlungen – dies alles in Bilder gefasst, deren Detail-Reichtum vielfältig und doch präzise ist.

Manche Dinge sieht man in der Nacht klarer.

Abendland Abendland Abendland Abendland Abendland Abendland

Filmkonzerte

Andrej Tarkowski Stalker Poster
So 29.01.12 20:00 Uhr
Film in Sounds #23

Tarkowski: Stalker (OmU, mit Livemusik)

Original and Live Soundtrack with German Subtitles

UdSSR 1979, 167 Min. Regie: Andrej Tarkowski. Drehbuch: Arkadi u. Boris Strugazki. Darsteller: Alexander Kaidanowski, Alissa Freindlich, Anatoli Solonizyn, Nikolai Grinko

Die pessimistische Odyssee dreier Männer durch die verbotene Zone. Unglaubliche Bildkompositionen, verfilmte Poesie! Tarkowskis eindringliches Essay gehört ohne Zweifel zu den herausragendsten Ereignissen der Filmgeschichte. Der minimalistische Originalsoundtrack von Eduard Artemjew ist eine der interessantesten Filmmusiken überhaupt. Die literarische Vorlage Picknick Am Wegesrand stammt von den Wissenschaftlern und Schriftstellern Arkadi und Boris Strugatzki, die auch das Drehbuch schrieben. In der 23. Ausgabe unserer FILM IN SOUNDS-Reihe erarbeiten sich drei Musiker einen neuen Soundtrack für dieses Monument der Filmgeschichte.

Es spielen live:
Friedemann Graef: Saxophon und Bassklarinette (www.saxophoneconcepts.de)
Kay Degner: Schlagwerk
Christian Magnusson: Trompete

Andrej Tarkowski Stalker
Andrej Tarkowski Stalker

Mitternachtskino

Chappaqua
22.-25.01. / 30.01.-01.02.

Chappaqua (OV)

Original language

USA/F 1966, 82 Min. Regie/Drehbuch: Conrad Rooks. Kamera: Robert Frank, Etienne Becker, Eugen Schüfftan. Musik: Ravi Shankar, Philip Glass. Darsteller: Conrad Rooks, Jean-Louis Barrault, William S. Burroughs, Swami Satchidananda, Allen Ginsberg, Moondog, Ravi Shankar, Ornette Coleman, Paula Pritchett, The Fugs

Legendärer Drogen- und Experimentalfilm. Ein Amerikaner fliegt nach Paris, um sich in einer privaten Entzugsklinik von seiner Drogenabhängigkeit zu befreien. Doch in seinen Erinnerungen an die Kindheit in Chappaqua wird er von Alpträumen und Visionen geplagt, die der Film visuell herausragend mit den Erzähltechniken der Beatniks montiert.

17.-18.01.

The Final Academy Documents (OV)

Original language

D 1982, 60 Min. Regie: Anthony Balch

Diese Dokumentation stellt die Kurzfilme Ghosts at Number 9 und Towers Open Fire aus den 60er Jahren und Ausschnitte einer Lesetour aus den 80er Jahren zusammen.

25.-26.01.

Commissioner of Sewers (OV)

Original language

D 1991, 56 Min. Regie: Klaus Maeck

Filmausschnitte, Archivmaterial, eine Lesung im Filmkunst 66 von 1986 und ein Interview mit dem deutschen Beatnik und langjährigem Flugzeugpiloten Jürgen Ploog sind in dieser Dokumentation compiliert.

William S. Burroughs

Als Ergänzung zum Kinostart des Dokumentarfilms William S. Burroughs – A Man Within am 12.01.12 zeigen wir im Januar eine kleine Filmreihe über William S. Burroughs.

William S. Burroughs

William S. Burroughs

Kinderkino

Die Schneekönigin (1957) Filmplakat
06.-28.01.12

Die Schneekönigin (1957)

Zeichentrickfilm, UdSSR 1957, 64 Min. Regie: Lew Atamanow. Deutsche Stimmen: Paul Lewitt, Maria Kühne, Bella Waldritter, Heidi Pfanne, Hartmut Warweitzki, Erika Trumpf

Der wunderschöne Zeichentrickfilm des russischen Animationsregisseurs Lew Atamanow nach dem Märchen von Hans Christian Andersen ist heutzutage in den Hintergrund gegenüber der anderen bekannten Märchenfilmadaption von 1966 getreten. Dabei ist er sogar beeindruckender und kann auf eine stolze Reihe von Auszeichnungen verweisen: der Film gewann die Hauptpreise in Venedig 1956, Cannes 1958, Rom 1958 und London 1959.

Die Schneekönigin (1966) Filmplakat
06.-29.01.12

Die Schneekönigin (1966)

UdSSR 1966, 81 Min.
Regie: Gennadi Kasanski. Darsteller: W. Nikitenko, Lena Proklowa, Slawa Zjupa, E. Melnikowa, N. Klimowa

Bekannte und sehr gelungene Verfilmung des Märchens von Hans Christian Andersen. Die melancholische und manchmal sehr dramatische Stimmung der Geschichte wird durch einen komödiantischen Märchenerzähler aufgelockert, der zusammen mit der warmherzigen Großmutter das Gegenstück zu der düster-erhabenen Schneekönigin und dem eiskalten und skrupellosen Kommerzienrat bildet. Ebenso wie die Trickeinlagen mit der dicken Frau Tintenfaß und dem dürren Herr Federhalter gerade bei den jüngeren Zuschauern dafür sorgen, den verhängnisvollen Bann der Schneekönigin zu brechen.

Das kalte Herz Filmplakat
06.-29.01.12

Das kalte Herz

DDR 1950, 102 Min.
Regie: Paul Verhoeven. Darsteller: Lutz Moik, Hanna Rucker, Paul Bildt, Erwin Geschonneck, Paul Esser

"Schatzhauser im grünen Tannenwald, bist schon viel hundert Jahre alt, dein ist all Land, wo Tannen stehn, lässt dich nur Sonntagskindern sehn!" - den Spruch kennt der Kohlen-Peter bald auswendig, doch sich klug die drei freien Wünsche vom Glasmännlein zu erwählen, das vermag er dann doch nicht. Nach der Geschichte von dem begnadeten und sehr jung verstorbenen deutschen Dichter Wilhelm Hauff entstand einer der schönsten Märchenfilme der DEFA. Erwin Geschonneck als Holländer-Michel ist wahrlich beeindruckend, vielleicht ein bisschen zu beeindruckend für die jüngeren Kinder.

Axel Fellox
Sa 28.01.12 15:15 Uhr

Zaubershow für Kinder

ca. 40 Min.

Unsere monatliche Zaubershow im Kino mit dem Illusionisten Axel Fellox, immer am letzten Samstag im Monat. Danach läuft der Zeichentrickfilm Die Schneekönigin.

Cinespañol

Abel Filmplakat
Cinespañol Filmtournee

Abel (OmU)

Original version with German subtitles

Mexiko 2010, 81 Min.
Regie: Diego Luna. Drehbuch: Augusto Mendoza, Diego Luna. Darsteller: Christopher Ruíz-Esparza

Einfühlsame Satire über das Leben in einer mexikanischen Familie. Der neunjährige Abel wird auf Wunsch seiner Mutter aus der Klinik entlassen. Er hörte nämlich auf zu sprechen, nachdem der Vater die Familie in Richtung USA verlassen hatte. Nun übernimmt er die Rolle des Vaters und versucht Normalität und Ordnung in den chaotischen Alltag zu bringen. Ein bezauberndes, emotionales Spiel zwischen Traurigkeit und Freude, das vor allem auf die kleinen Details des täglichen Lebens wertlegt. Die fantastische Kameraführung und realistische Bildkomposition verankern diese absurde Geschichte in der Wirklichkeit.

Zona Sur Filmplakat
Cinespañol Filmtournee

Zona Sur (OmU)

Original version with German subtitles

Bolivien 2009, 102 Min.
Regie/Drehbuch: Juan Carlos Valdivia. Darsteller: Ninon del Castillo, Pascual Loayza

„Zona Sur“, ein Viertel von La Paz, in dem die bolivianische aristokratische Oberschicht wohnt, stellt den Rahmen für dieses Familiendrama dar. Nicht nur eine exemplarische Darstellung der allmählich zerfallenden bolivianischen Aristokratie, sondern viel mehr ein künstlerisches Gesamtkunstwerk aus atemberaubenden Bildern, Farben und Musik. Die entscheidende Handlung geschieht nicht offensichtlich, sondern unter der Oberfläche – durch die faszinierende Komposition des Films hervorgehoben. Der Film wurde 2010 auf dem Sundance Festival mit zwei Preisen ausgezeichnet.

Personal Belongings Filmplakat
Cinespañol Filmtournee

Personal Belongings (OmU)

Original version with German subtitles

Kuba 2006, 95 Min.
Regie/Drehbuch: Alejandro Brugués. Darsteller: Caleb Casas, Heidi García

Eine Liebesgeschichte von zwei jungen Kubanern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der unabhängige Einzelgänger Ernesto, der mit seinen Sachen in einem Auto lebt, damit er Kuba so schnell wie möglich verlassen kann, verliebt sich in die bodenständige Ana, die nach der Flucht ihres Vaters in Kuba zurückgeblieben war. Der argentinische Regisseur Alejandro Brugués kreierte ein romantisches Drama, wie es im Bilderbuch steht: eine immer innigere werdende Liebesbeziehung mit Hindernissen wird kombiniert mit atemberaubenden Bildern von einem Kuba, das zwar fast einem Gefängnis ähnelt, aber dennoch so leidenschaftlich und traumhaft wirkt, dass man sich sofort in das nächste Flugzeug setzen möchte.

El nido vacio Filmplakat
Cinespañol Filmtournee

El nido vacío (OmU)

Original version with German subtitles

Argentinien 2008, 91 Min.
Regie/Drehbuch: Daniel Burman. Darsteller: Oscar Martínez, Cecilia Roth

Die Geschichte einer Familie, die sich gerade an einem entscheidenden Wendepunkt befindet: die Kinder sind erwachsen und fliegen aus – was bleibt ist „El Nido Vacío“, das verlassene Nest. Nun suchen die Eltern nach einer neuen gemeinsamen Identität. Es ist vor allem der Vater, ein erfolgreicher Schriftsteller, der durch diesen Wandel führt. Aber was ist wirklich und was nur imaginär? Die Komödie zeigt auf subtile und bezaubernde Art und Weise, wie eine Familie diese Situation bewältigt.

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