Spielfilme

Programmarchiv Februar 2012

Die Haut, in der ich wohne Filmplakat

La Piel que Habito
Spanien 2011, 120 Min. Regie: Pedro Almodóvar. Darsteller: Antonio Banderas

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16.-29.02.12

Die Haut, in der ich wohne (OmU)

Original version with German subtitles

Vor zwölf Jahren verlor Schönheitschirurg Ledgard (Antonio Banderas, nach 20 Jahren wieder in einem Film von Almodóvar, "mein Meister, mein Bruder, mein Freund") seine Frau durch einen schweren Autounfall, bei dem sie bei lebendigem Leibe verbrannte. Seitdem geht er ganz in seinen Forschungen nach der ultimativen Haut auf, die gegen Verletzungen immun ist. Und er scheint es tatsächlich geschafft zu haben. Ein düsterer Psycho-Thriller vom spanischen Meisterregisseur, der sich mit der Geschichte von einem modernen Frankenstein in für seine Filme ungewohntes Genre-Neuland wagt. Aber wie erwartet ist Almodovar weniger am Horror als an Fragen mulitpler Identitäten, Sexualität und Geschlechtlichkeit interessiert.

Carnage Movie Poster

Carnage
F/D/PL 2011, 80 Min. Regie: Roman Polanski. Drehbuch: Roman Polanski, Yasmina Reza. Darsteller: Jodie Foster, Kate Winslet, Christoph Waltz, John C. Reilly

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02.-15.02.12

Der Gott des Gemetzels (OmU)

Original version with German subtitles

Es ist ein schöner, sonniger Nachmittag. Zwei 11jährige Jungen spielen einträchtig auf einem Spielplatz miteinander, doch das Spiel wird auf einmal immer brutaler und die beiden Jungen fangen an, sich blutig zu prügeln. Wenig später treffen sich die Eltern, um das Geschehene zu diskutieren. Was als ruhiges und gesittetes Gespräch über die Rohheit von Jungen und ihren Spieltrieb anfängt, wird plötzlich zu einem Wortgefecht voller abstruser Vorwürfe und ungerechtfertigter Äußerungen, in dessen Verlauf alle vier Erwachsene vollkommen ihre Fassung verlieren. Die dünne Maske der zivilisierten Bürgerlichkeit bröckelt und bricht schließlich ganz. Am Ende des Tages müssen die erschöpften Ehepaare erkennen, dass Worte mindestens ebenso verletzend sein können wie Fäuste.

Sehenswerte Groteske nach dem gleichnamigen Bühnenstück der französischen Autorin Yasmina Reza, die zusammen mit Polanski auch das Drehbuch schrieb.

Kriegerin Filmplakat

D 2011, 103 Min. Regie/Drehbuch: David Wnendt. Darsteller: Alina Levshin, Jella Haase, Sayed Ahmad Wasil Mrowat, Gerdy Zint

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09.-22.02.12

Kriegerin

Marisa ist Anfang 20, Neonazi und rast durch ihre Welt wie ein offenes Rasiermesser. Sie ist aggressiv und schlägt zu, wenn ihr jemand dumm kommt. Sie hasst Ausländer, Politiker, den Kapitalismus, die Polizei und alle anderen, denen sie die Schuld daran gibt, dass ihr Freund Sandro im Knast sitzt und dass alles um sie herum den Bach runter geht: Ihr Leben, ihre Stadt, das Land und die ganze Welt. Dieser Sommer hält noch mehr Ärger für Marisa parat: Die bürgerliche Svenja, 15, drängt in Marisas Clique, und der afghanische Flüchtling Rasul, 14, sucht sich ausgerechnet ihren Badesee zum Schwimmen aus. Als die Welten der Drei aufeinander prallen, setzt sich eine Kette von Ereignissen in Gang, die ihr Leben auf den Kopf stellt. Das vielbeachtete Regiedebüt von David Wnendt besticht durch eingehende Recherche, genaue Beobachtung und authentische, teilweise schmerzliche Direktheit.

Berlin Calling Filmplakat

D 2008, 109 Min. Regie/Drehbuch: Hannes Stöhr. Musik: DJ Kalkbrenner. Darsteller: Paul Kalkbrenner, Rita Lengyel, Corinna Harfouch, RP Kahl, Araba Walton

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Februar

Berlin Calling (engl.UT)

German version with English subtitles

Der Friedrichshainer DJ Paul Kalkbrenner ist Martin Karow ist DJ Ickarus und fliegt von Gig zu Gig, von Stadt zu Stadt und von einem Trip zum nächsten und von da in die Klinik. Psychiaterin Petra Pau (Corinna Harfouch) soll ihn von den Drogen runterbringen und therapieren, doch immer wieder bricht Ickarus die Regeln, flippt aus und feiert seine Exzesse. Toller Film über Drogen, Musik und Rauschzustände, über das Musikbusiness und natürlich über Friedrichshainer Hippness. Einer der besten deutschen Filme der letzten Jahre und der erfolgreichste Filme bei uns in den Tilsiter Lichtspielen ever.

Dokumentarfilme

Dokumentarfilme

Arirang Filmplakat

Dokumentarfilm. Korea 2011, 100 Min. Regie: Kim Ki-duk

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16.-28.02.12

Arirang - Bekenntnisse eines Filmemachers (OmU)

Original version with German subtitles

Kritisches Selbstporträt des koreanischen Regisseurs Kim Ki-Duk, der durch diesen Film eine Schaffenskrise aufgearbeitet hat, die ihn vor drei Jahren nach einem Unfall am Set seines Filmes DREAM (Bi-mong) in eine tiefe Depression fallen ließ. In Monologen breitet Ki-Duk sein Seelenleben aus, hadert mit seinem Schicksal, aber auch mit Freunden und Menschen aus der Filmbranche, die ihn während seiner Krise einfach fallen ließen. Mit seinem filmischen Tagebuch gewährt der Regisseur schonungslose Einblicke in sein Leben und stellt sich auch immer wieder Fragen wie, ob er überhaupt noch in der Lage ist, Filme zu machen und wenn ja, warum und für wen! Doch am Wichtigsten für Kim Ki-Duk ist die Frage: Wer bin ich?

William S. Burroughs: A Man Within Filmplakat

USA 2011, 87 Min. Regie, Drehbuch, Produktion: Yony Leyser. Mit: Allen Ginsberg, Andy Warhol, Gus Van Sant, David Cronenberg, Iggy Pop, John Waters u.a.

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25.01.-08.02.12

W. S. Burroughs: A Man Within (OmU)

Original version with German subtitles

Mi 08.02. 18:00 Uhr Filmgespräch mit Regisseur Yony Leyser

Kultfigur der Beat-Generation, Pionier der Gegenkultur, Drogenpapst: William S. Burroughs riss Grenzen des Mainstream ein, erhob den Drogenrausch zum künstlerischen Medium, wurde zum ungewollten Wortführer der schwulen Befreiungsbewegung. Sein Roman „Naked Lunch“ wurde zur Bibel von Punks, Hippies, der Queer-Bewegung, von Revolutionären, Künstlern und Musikern in aller Welt. So ziemlich jede gegenkulturelle Bewegung des 20. Jh. beruft sich auf ihn: Die Dokumentation ist der liebevoll-forschende Versuch, den Menschen zu ergründen, der aus Versehen seine Frau erschoss, dessen Werk den Konservatismus seiner Zeit bis ins Mark erschütterte, dessen kreative Gewalt die Kultur des 20. Jahrhunderts beben ließ.

Die geteilte Klasse Filmplakat

Dokumentarfilm. D/P 2011, 79 Min. Regie: Andrzej Klamt

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09.-15.02.12

Podzielona klasa - Die geteilte Klasse (OmU)

Original version with German subtitles

15.02.12 Moderierte Filmdiskussion mit Regisseur Andrzej Klamt, Publizist Thomas Medicus und Redakteur Rolf Begmann. Die Veranstaltung wird gefördert im Rahmen des Grenzgänger-Programms der Robert-Bosch-Stiftung.

Der Autor macht sich auf die Suche nach ehemaligen Klassenkameraden, die gemeinsam mit ihm 1971 im oberschlesischen Bytom eingeschult wurden. Vor dem 2. WK hieß die Stadt Beuthen. Nach dem Krieg flohen die meisten deutschen Einwohner nach Westen oder wurden vertrieben. Doch viele blieben da, unterschrieben eine Loyalitätserklärung gegenüber dem polnischen Staat und wurden „Polen für 20 Zloty“ genannt, soviel kostete das Formular. Obwohl viele Klassenkameraden deutsche Nachnamen trugen, wurde die Nationalitätenfrage in den 70er Jahren totgeschwiegen. Nach und nach ‚verschwinden’ Klassenkameraden von einem Tag auf den anderen, und es heißt, sie seien nach Dt. gegangen. Schließlich ist die Hälfte der Klasse weg.

Die Lebensläufe der Ehemaligen hüben und drüben spiegeln die spannenden und oft verworrenen 40 letzten Jahre mitteleuropäischer Geschichte und ergeben ein spannendes Mosaik von Haltungen, Gefühlen und Ansichten.

Veranstaltungen

Veranstaltungen

24.02. 20:15 Filmkonzert
Film in Sounds #24

Filme von Jürgen Böttcher

Verwandlungen 1-3 - Ofenbauer - Silvester - Drei von vielen - Im Lohmgrund

FILM IN SOUNDS ist unsere monatliche experimentelle Film- und Musikreihe, mit wechselnden Musikern, die live vor der Leinwand neue Soundtracks arrangieren.

In der 24. Ausgabe zeigen wir fünf Filme des Malers und Regisseurs Jürgen Böttcher, geboren 1931 im sächsischen Frankenberg und einer der wichtigsten (ost-)deutschen Künstler, auch bekannt als Strawalde. Sein künstlerisches Werk war stets frei von Konventionen, das bedeutete vor allem in den 60er Jahren auch ein Aufführungsverbot für einige seiner Filme. Heute finden sich seine Werke in vielen internationalen Bildersammlungen und Ausstellungen und Böttcher erhielt viele bedeutende Ehrungen.

Ehrengast des heutigen Abends ist der Jazzmusiker und Komponist Hannes Zerbe, geb. 1941 in Litzmannstadt (besser bekannt als Łódź, 1940-45 nach dem dt. General benannt). Zerbe spielt und komponiert seit über 50 Jahren Jazz und improvisierte Musik, arbeitete an vielen Projekten mit und mit vielen Jazzmusikern zusammen.

Es spielen live:
- Hannes Zerbe: Keyboard
- Jürgen Kupke: Klarinette
- Christian Marien: Schlagzeug
- Christian Magnusson: Trompete

Jürgen Böttcher - Frau am Klavichord

Verwandlungen: Frau am Klavichord (DDR 1981)

Jürgen Böttcher - Im Lohmgrund

Im Lohmgrund (DDR 1977)

Jürgen Böttcher - Ofenbauer

Ofenbauer (DDR 1962)

Hannes Zerbe

Hannes Zerbe in concert

23.02. 19:30 Podiumsdiskussion
NovoDebatte #4

Europe without Europeans?

Organisiert von der Zeitschrift NovoArgumente, in Kooperation mit dem British Council (Berlin) und dem Institute of Ideas (London).

Podiumsdiskussion mit:
- Sabine Beppler-Spahl: Dipl. Volksw. Redaktion NovoArgumente
- Kostas Dimakopoulos: Jurist und Politologe, Mitglied des deutsch-griechischen Kulturvereins "Exantas"
- Simon Nixon: Editor „Heard on the Street“, Wall Street Journal
- Bruno Waterfield: Brussels Correspondent, Daily Telegraph
- Uwe Knüpfer: Chefredakteur "Vorwärts"

"Niemand sollte glauben, dass ein weiteres halbes Jahrhundert Frieden und Wohlstand in Europa selbstverständlich ist." - Bundeskanzlerin Angela Merkel, 26. Oktober 2011

"Das griechische Desaster ist (..) eine deutliche Warnung vor dem postdemokratischen Weg, den Merkel und Sarkozy eingeschlagen haben." - Jürgen Habermas, 4.11.2011

Es ist das Schauspiel einer Degeneration jener Werte und Überzeugungen, die einst in der Idee Europas verkörpert schienen." - Frank Schirrmacher, 1.11.2011

Was ist aus der Idee des geeinten Europas der Völker geworden? Was noch vor wenigen Monaten unvorstellbar erschien, ist eingetreten: Mitgliedstaaten denken über einen Austritt aus der Gemeinschaft nach, und der EURO droht zu scheitern.

Gewählte Volksvertreter erklären von einem Tag zum anderen ihren Rücktritt, um ihren Platz unabhängigen Experten – auch Technokraten genannt – zu überlassen. Diese neuen Regierungen der „nationalen Einheit“ handeln auf Geheiß von EU, EZB oder IWF. Ihr Ziel ist, die nationalen Schulden abzubauen. Ob dies gelingt, ist mehr als fraglich. Schon jetzt scheint sicher, dass Länder wie Griechenland trotz Hilfe, Anstrengung und hartem Austeritätsprogramm weiter in die Abwärtsspirale abdriften werden.

Seit Langem wird das europäische Projekt viel zu stark abgeschirmt von der Mehrheit der Bevölkerung Europas vorangetrieben. Der Mangel an politischer Einigung wird in diesen Zeiten der Krise von vielen beklagt. Doch die Interessen der einzelnen Mitgliedsländer scheinen heute, da Europa in finanzstarke und finanzschwache Länder gespalten ist, wieder stärker denn je auseinanderzuklaffen. Die Machtverhältnisse prägen das Klima und Deutschland und Frankreich bestimmen, wo es lang geht.

Kanzlerin Merkel betrachtet das europäische Projekt in der heutigen Gestalt als alternativlos. „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa“ ist ihr bekanntes Diktum vom Herbst 2011. Um Euroland zu retten, werden notfalls auch demokratische Prozesse ausgehebelt und Technokratenregierungen eingesetzt. Gleichzeitig gewinnen antieuropäische Positionen populistischer Bewegungen an Einfluss, deren Demokratieverständnis ebenfalls nicht sonderlich ausgeprägt ist.

Kann die Idee der Gemeinschaft der Völker bestand haben, wenn diese nicht durch das Volk gestaltet, sondern durch abgehobene Regierungen konstruiert wird? Wie können wir dem Europäischen Gedanken von unten wieder neues Leben einhauchen?

19.02 18:00 Kurzfilmrolle
Kurzfilme aus Berlin

Berliner machen Filme - Potpourri der Großstadt

Brei Brumm Brumm
Deutscher Nachwuchsfilmpreis
Kinderkurzfilm, D 2008, 8:34 Min. Regie: Elisa Klement

Kurzfilmrolle: Brei Brumm Brumm

Cola lauwarm
Jugendkurzfilm, D 2010, 13:55 Min. Regie Elisa Klement

Kurzfilmrolle: Cola lauwarm

twOne
Fashionfilm, Deutschland 2011, 3:11 Min. Regie: Frank Funke

Kurzfilmrolle: twOne

Der Spion
D 2010. 10:04 Min. Regie Alexander Mayer

Kurzfilmrolle: Der Spion

Sonnenschein bei Nacht
Tragikkomöde, D 2010. 14:27 Min. Regie: Elisa Klement

Kurzfilmrolle: Sonnenschein bei Nacht

Helden wie wir
D 2010, 11 Min. Regie: Thomas A. Hempel

Kurzfilmrolle: Helden wie wir

Brennivin
Drama, D 2011, 15 Min. Regie: Florian Winkler, Hannes Schilling

Kurzfilmrolle: Brennivin

Black Feathers
D 2011, 5:35 Min. Regie: Stefanie Maier

Kurzfilmrolle: Black Feathers

thanh my Thai
D 2011, 2:52 Min. Regie: Frank Funke

29.02. 20:00 Lesebühne
Conversation Gangbang

Ist der Junge mit dem Husky geschminkt?

Conversation Gangbang ist die Lesebühne im Herzen von Friedrichshain. Hier wird verarbeitet, was der Alltag zurücklässt. Zum Nachdenken, Abfeiern und sacken lassen.

Zu Gast:

Florian Günther
Friedrichshainer Literaturgröße

Paul Salamone
US Stand-Up Comedian

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Conversation Gangbang

Mitternachtskino

Mitternachtskino

Februar: 100 Jahre Eva Braun
Christoph Schlingensief: 100 Jahre Adolf Hitler - Die letzte Stunde im Führerbunker

100 Jahre Adolf Hitler - Die letzte Stunde im Führerbunker

Am 06. Februar 2012 wäre sie 100 Jahre alt geworden, die heimliche Geliebte des Führers, die in ihrem kleinen Reich auf dem Obersalzberg ein abgeschiedenes Leben führte, fern der Realität im Dritten Reich und wahrscheinlich völlig kenntnisfrei von den Ereignissen im Verlauf des 2. Weltkrieges.

Sie lebte in einer Scheinwelt, vollständig finanziert von Adolf Hitler, der aber mit Rücksicht auf die weiblichen Wählerstimmen - zu der Zeit, als solche noch gebraucht wurden -, und überhaupt allgemeiner Anerkennung deutscher Frauen offiziell als Junggeselle gelten wollte, der nur mit Deutschland verheiratet sei und die Beziehung zu Eva Braun deshalb vor der Öffentlichkeit geheim hielt. Abgesehen davon, dass das „Wölfle“ - so eine beliebte Anrede aus den Liebesbriefen deutscher Frauen an Hitler -, ohnehin ein pathologisches Verhältnis zu Frauen hatte.

Kurz vor ihrem gemeinsamen Selbstmord am 30.04.1945 heirateten beide, der amtliche Todeszeitpunkt, festgestellt durch Beschluss des Amtsgerichts Berchtesgaden vom 17. Januar 1957 ist auf 15:28 Uhr festgelegt, genau zwei Minuten früher als vor ihrem Führer.

Das Mitternachtskino im Februar zeigt vier Filme, in denen die Person der Eva Braun eine wichtige Rolle spielt.

Swastika

Swastika

Alexander Sokurow: Moloch

Moloch

The Bunker

The Bunker

02.-08.02.12

Swastika (OmU)

UK 1974, 95 Min. Regie: Phillipe Mora

In verdichteter Form kompiliert dieser ungewöhnliche Dokumentarfilm damals noch völlig unbekannte Privataufnahmen vom Obersalzberg - der junge Filmemacher hatte vorher Eva Brauns privaten 16mm-Filmschatz in Farbe entdeckt -, mit umfangreichem Originalmaterial, um so eine unheimliche Atmosphäre der Banalität des Bösen zu erzeugen. Ohne Kommentar, aber mit nachsynchronisiertem Ton wird ein überzeugendes Bild vom Alltag im Dritten Reich gezeichnet.

09.-15.02.12

Moloch

RUS 1999, 104 Min. Regie: Alexander Sokurow. Darsteller: Yelena Rufanova, Leonid Mozgovoy, Leonid Sokol, Yelena Spiridonova, Vladimir Bogdanov

Beispiellose Groteske über einen Tag im Leben bei Hitlers: Eva Braun hat zu einem geruhsamen Tag ins Adlernest geladen. Und so kommen ihr geliebter Adi, der Joseph und seine Magda und auch der gute Freund Martin Bormann zusammen, während Europa bereits in Schutt und Asche liegt. Doch hier oben in luftiger Höhe dominieren Gespräche über Brennesseltee und Magenbrennen das Abendbrot. Ein Geniestreich!

16.-22.02.12

The Bunker (OV)

USA/F 1981, 150 Min. Regie: George Schaefer. Musik: John Barry. Darsteller: Anthony Hopkins, Richard Jordan, Cliff Gorman, Michael Lonsdale, Piper Laurie, Susan Blakely

Anthony Hopkins ist der (Emmy-preisgekrönte) Führer, die letzten zehn Tage im April '45 mit Eva, Joseph und Magda müssen irgendwie totgeschlagen werden, bevor der Russe heran ist. Der Stoff wurde seit den 50er Jahren mehrmals verfilmt, nicht erst mit Der Untergang; zum ersten Mal 1955 von G.W. Pabst mit Der letzte Akt, nach dem Buch In zehn Tagen kommt der Tod von Michael A. Musmanno, seinerzeit Richter in den Nürnberger Prozessen. Piper Laurie, bekannt als eiskalte Schreckschraube aus dem Sägewerk in Twin Peaks, ist hier die Magda Goebbels.

23.-29.02.12

100 Jahre Adolf Hitler - Die letzte Stunde im Führerbunker

D 1989, 55 Min. Regie: Christoph Schlingensief. Darsteller: Udo Kier, Alfred Edel, Margit Carstensen, Volker Spengler, Andreas Kunze, Dietrich Kuhlbrodt, Marie-Lou Sellem

Beim Barte des Führers! - Wer den Bart hat, ist der neue Führer; nach dem Selbstmord Adolfs reißt Eva den Bart ab und klebt ihn sich selbst an. Und dann wankt die Gesellschaft angeschlagen und verkatert den Bunker hinauf und in den Berliner Morgen hinaus...

Kinderkino

Kinderkino

Kinderkino im Februar
Annie liebt Philipp Filmplakat

Anne liebt Philipp

Norwegen/D 2011, 83 Min. FSK ab 6, empfohlen ab 8 Jahre, Prädikat besonders wertvoll
Regie: Anne Sewitzky
Darsteller: Maria Annette Tanderoed Berglyd, Otto Garli

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Anne ist ein aufgewecktes 10jähriges Mädchen, die ihrem Bruder gern mal die Hosen klaut, das Tanzen liebt und es auch sonst faustdick hinter den Ohren hat. Mit ihrer besten Freundin Beate verbringt sie fast die gesamte Zeit, schleicht auch schon mal nachts aus dem Haus, weil die beiden Freundinnen noch so viel zu bereden haben. Völlig egal sind Anne dagegen die Jungs aus ihrer Klasse - doch das ändert sich schlagartig, als der gleichaltrige Philipp in ihre Straße zieht. Anne bewundert ihn sofort, da es in diesem Haus, wie jeder im Ort weiß, spukt. Wenn Philipp keine Angst vor dem Geist hat, muss er schon etwas Besonderes sein, denkt sich Anne. Und fortan spürt sie ständig ein seltsames Kribbeln, wenn sie Philipp sieht. Was hat das nur zu bedeuten? Die auf dem gleichnamigen, im Jahr 1984 erschienenen Roman der norwegischen Autorin Vigdis Hjort basierende Kinderkomödie war in Norwegen ein großer Erfolg.

taz: Realistische Kinderfilme sind selten. Meist werden Märchen- und Fantasiewelten ausgemalt oder von den Abenteuern idealtypischer Cliquen wie den "wilden Hühnern" oder "wilden Kerls" fabuliert. Deshalb ist der norwegische Spielfilm "Anne liebt Philipp" so ungewöhnlich, denn in ihm wird einfühlsam und komplex von den Problemen eines zehnjährigen Mädchens erzählt... Von Anfang an spürt man auch den Einfluss von Astrid Lindgren, denn Anne ist ein Trotzkopf und Energiebündel, das schon als Fünfjährige lieber mit den Jungen Wikinger spielen wollte als mit den Mädchen Prinzessin. Als Zehnjährige verkündet sie stolz, dass sie immer das Gegenteil von dem tut, was von ihr erwartet wird, und dass viele sie für seltsam halten würden und die anderen für verrückt. In einer rasanten und fantasievollen Eingangssequenz stellt sie sich, ihre Familie, Schulkameraden und Nachbarn vor und ist durch ihren sympathisch respektlosen Erzählton von Anfang an so präsent, dass nicht nur das Zielpublikum von jungen Mädchen in den Film hineingezogen wird.

Sa 25.02.12 15:15 Uhr
Axel Fellox

Zaubershow für Kinder

Unsere monatliche Zaubershow im Kino mit dem Illusionisten Axel Fellox, immer am letzten Samstag im Monat. Im Anschluss läuft ein Kinderfilm.

Kinderkino im Februar
Rübezahl

Geschichten um Rübezahl

13 Puppentrickfilme
DDR/ČSSR 1975-82, 2x 90 Min.
Trickfilmstudios Dresden + Prag
Regie: Werner Krauße, Monika Anderson, Stanislav Látal, Zdeněk Vinš, Barbara Thieme

Vor langer langer Zeit, als es im schönen alten Riesengebirge noch mehr Tiere als Menschen gab, hauste dort der Berggeist Rübezahl. Er war gefürchtet von Dieben, Räubern und anderem Gesindel, aber geachtet von allen, denen er aus mancher Not geholfen hatte.

Mit der markanten Erzählerstimme des Schauspielers Wolfgang Dehler wird jede Folge der legendären Puppentrickfilmserie um den Berggeist Rübezahl eingeleitet, jede einzelne eine kleine Perle voller Witz und Ironie, die liebevoll von menschlichen Nöten und Gaunereien erzählt. Die wunderschön animierten Puppenkurzfilme stammen aus den Dresdner und Prager Trickfilmstudios. Wir zeigen wöchentlich wechselnd alle 13 Geschichten in zwei Kurzfilmrollen auf 35mm, jede ca. 90 Minuten lang.

Teil 1: Rübezahl und der Schuster (1975), Rübezahl und der Burgvogt (1976), Rübezahl und das Schreckgespenst (1980), Rübezahl und der Botengänger (1981), Rübezahl und Meister Nadel (1981), Rübezahl und der Schäfer (1982)

Teil 2: Rübezahl und der Glasmacher (1977), Rübezahl und der Wanderbursche (1977), Rübezahl und die bärtigen Frauen (1977), Rübezahl und das Hochzeitsgeschenk (1978), Rübezahl und die Köhlersfrau (1978), Rübezahl und der Wilderer (1980), Rübezahl und der Schulmeister (1982)

Rübezahl

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