Programmarchiv Mai 2013

Sightseers
Originalversion mit dt. Untertiteln

Tina ist 34 und lebt noch immer bei ihrer Mutter. Als sie mit ihrem neuen Freund Chris im Wohnmobil das ländliche Yorkshire bereisen will, versucht die überfürsorgliche Mutter das Vorhaben zu sabotieren. Doch die Frischverliebte zieht mit gepacktem Koffer inklusive gehäkelter altrosa Reizwäsche davon.

Was Tina nicht ahnen kann: Ihr angebeteter Chris ist ein psychopathischer Serienkiller. Schon an der ersten Sehenswürdigkeit findet der extrem reizbare und cholerische Mann ein Problem. Aber die in Lust entbrannte Frau lässt sich ihren Urlaub nicht so schnell vermiesen.

Nach dem Genrejuwel "Kill List" wechselte Wheatley sowohl die Verpackung als auch die stilistischen Mittel. Sein neuer Film ist weniger düster, dafür umso tiefschwarzer. Selbst für britische Verhältnisse pflegt "Sightseers" in seiner erbarmungslosen Betrachtung menschlicher Tristesse einen mutigen Humor.
programmkino.de
Regisseur Ben Wheatley und den genialen Hauptdarstellern Alice Lowe und Steve Oram – sie sind auch für das Drehbuch verantwortlich – ist ein verschrobener Film gelungen, der die Untiefen der verarmten britischen Workingclass präzise seziert.
Zitty Berlin

Schwarze Komödie, GB 2012, 92 Min. Regie: Ben Wheatley
Darsteller: Alice Lowe, Steve Oram, Eileen Davis, Roger Michael

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Sightseers | Filmplakat

Bastard

Siegel Prädikat besonders wertvoll

Martina Gedeck trifft als kinderscheue Kriminalpsychologin Claudia Meinert auf Leon und Mathilda, beeindruckend dargestellt von den Nachwuchstalenten Markus Krojer und Antonia Lingemann. Eiskalt und doch verletzlich fordern die Teenager was ihnen bislang verwehrt wurde: Elternliebe.

Ihr Druckmittel: der 9-jährige Nikolas. Sie haben den Mitschüler in Ihrer Gewalt und dessen Eltern in ein perfides Vater-Mutter-Kind-Spiel verwickelt. Für Meinert beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und Ihre Ermittlungen führen sie zunehmend in die Untiefen familärer Verstrickungen.

Der spannungsgeladene Psychothriller liefert das Stimmungsbild einer jungen Generation, die ohne Eltern klar kommen muss: ungewollt und ungeliebt, viel zu früh erwachsen. Aber was passiert, wenn sich diese Kinder für all die Vernachlässigungen und gebrochenen Versprechen ihrer Eltern rächen?

Eine Mischung aus Thriller und psychologischem Kammerspiel, ein Horrortrip in die Abgründe der menschlichen Seele - laut und in grellen Farben.
kino-zeit.de

Psychothriller, D 2011, 125 Min.
Prädikat besonders wertvoll
Regie: Carsten Unger
Darsteller: Martina Gedeck, Markus Krojer, Antonia Lingemann

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Bastard | Filmplakat

Quellen des Lebens

Die Rückkehr von Roberts Großvater Erich Freytag (Jürgen Vogel) aus der Kriegsgefangenschaft löst bei seiner Familie in der fränkischen Provinz der 1950er Jahre nicht nur Freude aus. Niemand hat mehr mit seiner Ankunft gerechnet. Schon bald aber wird er mit seiner Gartenzwerg-Fabrik ein Teil des deutschen Wirtschaftswunders.

Sohn Klaus (Kostja Ullmann & Moritz Bleibtreu) wiederum, literarisch eher mäßig begabt, träumt während des gesellschaftlichen Umbruchs der 1960er Jahre von einer Schriftstellerkarriere. Er verliebt sich in die hochtalentierte und aus wohlhabendem Elternhaus stammende Gisela (Lavinia Wilson), die wiederum zu einer bedeutenden Schriftstellerin wird. Ihr gemeinsames Kind Robert will dabei nicht so recht in die Pläne und Träume der 1968er Boheme in West-Berlin passen.

Der Film erzählt bewegend und mit viel Humor die Geschichte von Robert Freytag und seiner Familie über drei Generationen hinweg - und damit zugleich die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, von den braunen über die schwarzen und über die roten bis zu den Flower Power Zeiten. Oskar Roehlers melancholisch-ironisches Familienepos entstand parallel zu seinem autobiographischen Roman HERKUNFT und führt den Zuschauer in die Welt der alten Bundesrepublik und West-Berlins, zwischen Gartenzwerg, Käseigel und Italienreise.

Drama, D 2013, 173 Min.
Regie/Buch: Oskar Roehler
Mit: Jürgen Vogel, Meret Becker, Moritz Bleibtreu, Lavinia Wilson, Lisa Smit, Leonard Scheicher, Kostja Ullmann

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Quellen des Lebens | Filmplakat

Hai-Alarm am Müggelsee

Alarm in der Bölschestraße! Das hat es noch nie gegeben – ein Hai macht den Müggelsee unsicher. Und so absurd die Ausgangsidee ist auch der ganze Film, ein unerschrockenes Possenspiel mit diversen Schauspieler-Stars, die teilweise ohne Gage mitspielten.

Die Filmemacher Sven Regener und Leander Haußmann sind für ihren sehr eigenen Humor bekannt. "Hai-Alarm am Müggelsee" ist eine sehr, sehr langsame Komödie. Freunde der sehr, sehr langsamen Komödie sind hier sehr, sehr, sehr richtig.
Der Tagesspiegel
Wenn man die gängigen Marketing-Etikette wie "schräg" oder gar "anarchisch" einmal außer Acht lässt, dann lässt sich "Hai-Alarm am Müggelsee" am besten als Film beschreiben, dessen Humor bewusst andere Menschen ausschließt; die Komödie als hermetisch abgeschlossene Phantasie zweier Egos, sozusagen.
Der Spiegel
Vielmehr entwickelt sich der Film zu einer Art Provinzposse in einer Kulisse, die wirkt, als hätten sie Lars von Triers Dogville mit Hilfe des Augsburger-Puppenkiste-Inventars zu inszenieren versucht.
critic.de
Die Farce hat in der deutschen Filmlandschaft keine große Tradition. Zu albern, heißt es oft, und zu zahnlos. Letzteres kann man dem Film von Leander Haußmann und Sven Regener sicher nicht vorwerfen. Bevor überhaupt etwas beginnt, wird dem Bademeister die Hand abgebissen. Doch das soll sein Schaden nicht sein. Ein Heidenspaß ist dieser Film, witzig, tabulos und übertrieben – eben eine gelungene Farce.
epd Film

Komödie, D 2013, 103 Min.
Regie: Leander Haußmann, Sven Regener
Darsteller: Henry Hübchen, Michael Gwisdek, Uwe Dag Berlin, Anna-Maria Hirsch, Tom Schilling, Benno Fürmann, Annika Kuhl, Detlev Buck, Katharina Thalbach, Horst Pinnow

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Hai-Alarm am Müggelsee | Filmplakat

Paradies: Glaube

"Fassbinder ist tot, also gab uns Gott Ulrich Seidl."
John Waters

Anna Maria ist strengste Katholikin. Sie rutscht auf Knien betend durch die Wohnung, ihr Haus hat mehr Kruzifixe als eine Kirche und zur Strafe für fremde Sünden peitscht sie sich aus. Eines Tages kehrt ihr Ehemann Nabil, ein im Rollstuhl sitzender Moslem, nach Jahren der Abwesenheit aus Ägypten zurück und fordert seine Rechte als Ehemann ein. Ein Kleinkrieg um Ehe und Religion beginnt.

Zweiter Teil von Ulrich Seidls Paradies-Trilogie. Die abgründige Liebesgeschichte im Zeichen des Kreuzes erzählt, was es heißt, das Kreuz auf sich zu nehmen. Ausgezeichnet mit dem Spezialpreis der Jury beim Filmfestival in Venedig 2012.

Der Spiegel » ... All das könnte man fast für Satire halten, würde es nicht von Maria Hofstätter absolut überzeugend vorgeführt. Die österreichische Schauspielerin, seit Mitte der Neunziger bei Seidls filmischen Exaggerationen dabei, spielt diese religiöse Irrläuferin mit solcher Hingabe und Entschlossenheit, dass die Frau zusehends normal erscheint. Doch wie immer bei Seidl erwächst aus der Normalität das Monströse. Und so verbirgt sich hinter dem selbstgenügsamen Idyll der masochistischen Flagellantin zwischen masturbativem Konklave und meditativem Heimorgelspiel auch ein säkularer Horror.

Drama, Ö/F/D 2012, 113 Min.
Regie: Ulrich Seidl
Darsteller: Maria Hofstätter, Nabil Saleh, Natalya Baranova

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Paradies: Glaube - Ulrich Seidl | Filmplakat

Hannah Arendt

Siegel Prädikat besonders wertvoll

Die deutsch-jüdische Philosophin Hannah Arendt (Barbara Sukowa) muss ihr Heimatland verlassen. Geboren wurde sie 1906 in Linden nahe Hannover. Sie flüchtet vor dem Nationalsozialismus nach Amerika, wo sie unter anderem als Journalistin und Dozentin tätig ist. 1951 erhält sie die amerikanische Staatsbürgerschaft.

Zehn Jahre später nimmt sie einen Auftrag der Zeitung "The New Yorker" an und reist als Beobachterin zum Prozess gegen den SS-Mann Adolf Eichmanns nach Israel. Ihre Erkenntnisse fasst sie in ihrem Werk "Die Banalität des Bösen" zusammen. Damit tritt sie eine Kontroverse los, die nicht nur unter Theoretikern große Aufmerksamkeit hervorruft.

Programmkino.de » ... Auch wenn es keine leichte Kost ist: Es war längst überfällig, das packende Leinwandportrait über die legendäre Philosophin HANNAH ARENDT. Souverän stellt die versierte europäische Arthouse-Regisseurin Margarethe von Trotta ihre Zeit im New Yorker Exil und ihre Berichterstattung über den Prozess gegen den NS-Bürokraten Adolf Eichmann in den Mittelpunkt des Biopic. Herausragend verkörpert die preisgekrönte Schauspiel-Ikone des Neuen Deutschen Films Barbara Sukowa die unangepasste deutsch-jüdische Theoretikerin des 20. Jahrhunderts zwischen leidenschaftlichen Denken und Fühlen.

Drama/Biografie
D/F/Israel/Lux. 2012, 113 Min.
Prädikat besonders wertvoll
Regie: Margarethe von Trotta
Darsteller: Barbara Sukowa, Axel Milberg, Janet McTeer, Julia Jentsch, Ulrich Noethen, Michael Degen

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Hannah Arendt | Filmplakat

Django Unchained
Originalversion mit dt. Untertiteln

They took his freedom, he's taking everything.

Zwei Jahre vor Beginn des Bürgerkrieges wird der Sklave Django (Jamie Foxx) vom deutschen Kopfgeldjäger und ehemaligen Zahnarzt Dr. King Schultz (Christoph Waltz) aus grausamen Verhältnissen befreit. Nicht aus humanitären Gründen versteht sich, sondern damit Django ihm hilft, die drei mordenden Brittle-Brüder zur Strecke zu bringen. Das ist der Beginn einer wunderbaren Partnerschaft, zusammen jagen Django & Schultz diverse Verbrecher. Bis sie zur Farm von Calvin Candie (Leonardo DiCaprio) gelangen, wo Sklaven als Gladiatoren auf Leben und Tod kämpfen müssen.

Auszeichnungen: Oscar/Bester Nebendarsteller, Oscar/Bestes Originaldrehbuch, Golden Globe Award/Bester Nebendarsteller, Golden Globe Award/Bestes Filmdrehbuch, BAF Award/Bester Nebendarsteller, BAFTY Award/Bestes Originaldrehbuch, NBR Award/Bester Nebendarsteller, BFCA Award/Bestes Drehbuch

Telepolis » ... Rodriguez hat mit "Machete" schon die blutige Rache der mexikanischen US-Einwanderer inszeniert, Tarantino jagte in "Inglourious Basterds" die gesamte Nazi-Führungsriege in die Luft - zum Entzücken vieler Antifaschisten. Diesen tollkühnen Triumph kann "Django unchained" zwar nicht bieten, aber dafür einen vollwertigen Blaxploitation-Film mit großartigen Dialogen, bester Schauspiel-Inszenierung und natürlich ein bisschen Splatter-Schabernack.

Neo-Western, USA 2012, 165 Min.
Regie/Buch: Quentin Tarantino
Darsteller: Jamie Foxx, Christoph Waltz, Leonardo DiCaprio, Kerry Washington, Samuel L. Jackson, Zoë Bell, Don Johnson, Franco Nero, James Russo, Quentin Tarantino

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Django Unchained | Filmplakat

Dokumentarfilme

Georg Baselitz

Der Maler und Bildhauer Georg Baselitz gehört zu den ganz Großen seiner Generation. Zum ersten Mal hat der zurückgezogen lebende Künstler seine Ateliers in Deutschland und Italien für Filmaufnahmen geöffnet. Baselitz gewährt uns einen einmaligen Einblick in das Zentrum seines künstlerischen Schaffens.

Der Dokumentarfilm ist ein aufmerksames, sehr privates und differenziertes Portrait über den Jahrhundertkünstler, dessen Leben und Werk untrennbar mit der deutschen Geschichte verknüpft sind. Ein Künstler, der die Kunstwelt buchstäblich auf den Kopf stellte und der sich auch mit 75 Jahren immer wieder neu erfindet.

Ähnlich wie vor kurzem im Künstlerporträt über Gerhard Richter von Corinna Belz bietet nun auch diese Künstlerdokumentation die wunderbare Gelegenheit, einen der ganz großen Maler und Bildhauer unserer Zeit und sein Werk zu erleben, zu entdecken und verstehen zu lernen.
programmkino.de

Doku, D 2012, 105 Min.
Regie: Evelyn Schels

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Georg Baselitz | Filmplakat

Richard Wagner zum 200.

Mahler
Originalversion

Am 22. Mai jährte sich zum 200. Mal der Geburtstag von Richard Wagner. Nachdem wir diesen Jahrestag mit Ken Russell's Oberknaller Lisztomania würdigten, ergänzen wir in Folge mit einer weiteren Musikerbiografie des britischen Regisseurs.

Der von einem Herzleiden geplagte Gustav Mahler reist 1911 mit Ehefrau Alma zurück nach Wien. Während der Zugfahrt erzählt der Film in Rückblenden von Mahlers Leben. In einer für Russell typischen surrealen Traumszene konvertiert die als Walküre kostümierte Cosima Wagner – Lederrock mit Nieten-Hakenkreuz, Stahlhelm mit Wagner-W und Peitsche –, den jüdischen Komponisten zum Katholizismus. Mit einem Schmiedehammer muss Mahler einen eisernen Judenstern zum Schwert umschmieden und verschiedene Prüfungen ablegen und am Ende singen beide gemeinsam den Walkürenritt-Song.

Eine der schillerndsten Figuren des Musikfilms ist der Engländer Ken Russell. [..] Schon früh warfen ihm vor allem Musikkritiker eine Respektlosigkeit im Umgang mit den Porträtierten vor, die der Sache eher schade als nütze. Russell hat sich von diesen Einwürfen nie beeindrucken lassen, sondern von Beginn an Musiker als Träger historischer Bedeutungen und als Elemente politisch-ästhetischer Diskurse zu interpretieren versucht. Eine Sonderstellung nimmt die Trilogie von Komponisten-Biographien THE MUSIC LOVERS (1970, über Tschaikowski), MAHLER (1974) und LISZTOMANIA (1975) ein. [..] Diese Filme haben ebenso viel Faszination wie Irritation ausgelöst. Provokation als Programm, möchte man meinen: Die Filme brechen mit der Tradition biographischen Erzählens und inszenieren Musik und Musikkultur in einer wilden Collage, in der heterogenstes Material zusammengebracht wird.
Kieler Beiträge zur Musikforschung

Musik/Biografie/Drama
UK 1974, 115 Min.
Regie/Drehbuch: Ken Russell
Musik: Gustav Mahler, Richard Wagner
Darsteller: Robert Powell, Georgina Hale, Lee Montague, Miriam Karlin, Rosalie Crutchley

Mahler | Ken Russell | Filmplakat

Lisztomania
Originalversion

Sexmaniac Liszt (Roger Daltrey) hat diverse Affären und leidet in seinen Träumen unter Kastrationsängsten. Zu seinen Neidern und Bewunderern zählt auch der untalentierte und wenig populäre Richard Wagner, der dann später in Revolutionen macht und als Vampir den genialen Geist der Lisztschen Klavierkünste aus demselben heraussaugt, um zusammen mit Liszts Tochter Cosima in einem abgelegenen Schloss eine der Hitlerjugend ähnliche Sekte zu gründen, die den neuen Menschen formieren soll. Als verrückter Wissenschaftler erschafft er einen künstlichen Menschen, einen tumben blonden Hünen und im Finale... Ach, das spottet jeder Beschreibung, am besten selbst anschauen!

Ken Russells furiose und gegen alle Geschmacksregeln komponierte sowie historisch frei ausgelegte Künstlerbiografie von Wagner und Liszt ist ein wirklich und wahrhaftig einzigartiges Monument in der Filmgeschichte. Der Titel ist von Heinrich Heine entliehen, der damit den Wahnsinn bei Franz Liszts von Frauen umschwärmten Auftritten beschrieb, womit wohl Liszt der erste Popstar der Moderne war.

LISZTOMANIA ist unter den Russell-Filmen der meistverkannte, zugleich komplexeste und bis heute irritierendste. […] Das Faszinosum von LISZTOMANIA ist die Methode. Die ganze Kulturgeschichte bildet das Material, mit dem Russell seine Montage gestaltet, gleichgültig, ob es sich um Versatzstücke aus der Hoch- oder Trivialkultur bildet. Eine – allerdings höchst kontrollierte – Mélange kulturellen Wissens umzirkelt die Themen des Films, gibt ihnen Ausdruck und anschauliche Fülle.
Kieler Beiträge zur Musikforschung, 1/2008

Musik, Biografie, Komödie, Horror, Groteske, Drama - UK 1975, 104 Min.
Regie/Buch: Ken Russell
Musik: Rick Wakeman, Franz Liszt, Richard Wagner
Darsteller: Roger Daltrey, Sara Kestelman, Paul Nicholas, Ringo Starr, Rick Wakeman

Lisztomania | Filmplakat

FILM IN SOUNDS #34

Phase IV
psychedelic science fiction with live soundtrack

Christian Magnusson trumpet Yusuke Akai guitar Mike Majkowski bass Max Weissenfeld drums

Science-Fiction, USA 1974, 84 Min. Regie: Saul Bass, nach der Kurzgeschichte EMPIRE OF THE ANTS von H.G. Wells
Darsteller: Nigel Davenport, Michael Murphy, Lynne Frederick

Durch unbekannte Ursachen beginnt eine Ameisenzivilisation in Arizona Anzeichen höherer Intelligenz zu zeigen. Das abgelegene Gebiet wird evakuiert und zwei Wissenschaftler beginnen ihre Untersuchungen über das Phänomen in einer Forschungsstation, die einer Mondbasis ähnlich sieht. Ein kulturpessimistischer, in Konzeption und Gestaltung überdurchschnittlicher Science-Fiction-Film und einzige Regiearbeit von Saul Bass.

Der amerikanische Designer Saul Bass wurde berühmt für die Gestaltung von Titelsequenzen zahlreicher Filmklassiker. Am fruchtbarsten war seine Zusammenarbeit mit Otto Preminger und Alfred Hitchcock und später auch Martin Scorsese, man denke nur an die Vorspänne von Filmen wie Der Mann mit dem goldenen Arm, Anatomie eines Mordes, Vertigo, Psycho, Goodfellas und Casino.

Phase IV | FILM IN SOUNDS #34

Kinderkino

Trommelbauch

Dik Trom, von allen Trommelbauch genannt, lebt in Pummelstadt, einem Ort, wo alle Menschen dick und glücklich sind, gern und viel essen und oft lachen. Natürlich ist auch Dik recht rundlich, aber dennoch mit seiner Figur sehr zufrieden. Eines Tages bekommen seine Eltern die Möglichkeit, in Dünnhafen ein Restaurant zu eröffnen. Dünnhafen aber ist das genaue Gegenteil von Pummelstadt. Dort achten die Menschen auf ihr Gewicht und treiben ununterbrochen Sport. Zum ersten Mal in seinem Leben wird Dik gehänselt, doch das lässt er sich nicht lange gefallen.

Charmanter niederländischer Kinderfilm um eine Familie von gemütlichen Dicken, die es als Restaurantbetreiber in einen Küstenort zieht, wo Fitness-Faschismus und Schlankheitswahn regieren... Eine universelle Geschichte über das Gefühl Außenseiter zu sein und darüber, dass man die Menschen eben am besten so nimmt, wie sie sind. Die Schauspieler sind klasse, die Figuren und Situationen skurril und komisch. Sehenswert!
tip Berlin
Der farbenfrohe, einfallsreiche und witzige Film von Arne Toonen ist ein Plädoyer für Toleranz und Akzeptanz Dicken gegenüber. Unterschiedliche Schönheitsideale und Lebensweisen werden einander gegenübergestellt, wobei die Gegensätze zwischen den fröhlichen, genusssüchtigen Dicken und den verbiesterten, strengen, schlanken Gesundheitsfanatikern auf die Spitze getrieben sind. Das sorgt nicht nur für viele Lacher, sondern gibt auch Anlass, sich über Ernährungsgewohnheiten Gedanken zu machen.
Kinderfilm Online

FSK: 0, empf. ab 7 Jahre
Komödie, NL 2011, 85 Min.
Regie: Arne Toonen; nach den Kinderbüchern von Cornelis Johannes Kieviet
Darsteller: Michael Nierse, Eva van der Gucht, Marcel Musters

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Trommelbauch | Filmplakat

Der Mondmann

Siegel Prädikat besonders wertvoll

Es gibt ihn wirklich, den MONDMANN. Er ist ein sehr neugieriges Wesen und möchte nur zu gern wissen, wie es auf der Erde so ist. Er nimmt den nächsten Kometen und beginnt ein tolles Abenteuer: Blumen, Tiere, Düfte lernt er auf der Erde kennen - und den schlauen Erfinder Bunsen van der Dunkel. Der hat so was wie den Mondmann noch nie gesehen und ist ganz fasziniert. Die beiden werden Freunde. Nur der mächtige Präsident hält den Mondmann für eine gefährliche Bedrohung. Er ist das Oberhaupt der Erde und möchte nun auch den Mond erobern - und unbedingt den Mondmann einfangen. Dafür soll ihm der Erfinder van der Dunkel eine Rakete bauen.

Die fantasievolle Verfilmung des Buchklassikers von Tomi Ungerer, erschienen 1966, lässt uns unsere Welt ganz neu entdecken. Und als Erzähler der Geschichte spricht Tomi Ungerer selbst.

FBW » ... Ein Zeichentrickabenteuer voller liebevoll ausgestalteter Figuren und unterhaltsam spannender Handlung, getragen von klugen Ideen und immer wieder überraschenden Einfällen, sowie charakterisiert durch überlegt eingesetzte Farben und Formen, sich harmonisch einfügende Musik und außerdem eine kluge Bildkomposition und Montage. ...
Auf sinnliche und unterhaltsame Weise werden Fragen aufgeworfen nach Vertrauen und Freunschaft, Verrat und Lüge, Fantasie und Schönheit oder auch Verfolgung und Willkür.

FSK: 0, empf. ab 6 Jahre
Prädikat besonders wertvoll
Animation, D/F/IRL 2012, 95 Min.
Regie: Stephan Schesch
Stimmen: Katharina Thalbach, Ulrich Tukur, Ulrich Noethen, Corinna Harfouch, Tomi Ungerer

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Der Mondmann | Filmplakat