Programmarchiv Juli 2013

Der böse Onkel

Trix Brunner, alleinerziehende Mutter, ist vor Jahren aus der Stadt aufs Dorf gezogen. Sie beschuldigt den Sportlehrer ihre Tochter sexuell belästigt zu haben. Das ganze Dorf ist empört! - über die Mutter, die solches behauptet.

"Rasant in der Montage, witzig und unerschrocken nähert er sich auf unterhaltende und unkonventionelle Art und Weise dem Thema des sexuellen Missbrauchs an. Odermatt hat mit seinem Film einen künstlerischen Rohdiamanten geschaffen. Zukunftweisend für eine ganze Branche. Kino von Morgen!" (art-tv.ch)
"Ein grandios brausender Bilderstrom, ein Montagefeuerwerk, ein Overkill an formalen Mitteln, die sich zu einer bitterbösen Farce zusammenschließen." (br.de)
"Ein verstörender Film, den man nicht so schnell wieder vergisst, er ist im besten Sinne eigensinnig, kantig und roh, er schreit konsequent unbequeme Fragen heraus, regt in jedem Fall zum Diskutieren an. Was kann ein Film denn noch mehr leisten?" (kino-zeit.de)
"Urs Odermatt kennt kein Pardon gegenüber den allesamt bösartigen Protagonisten seiner Handlung. Nicht nur der eigentliche Täter ist schuldig, sondern die gesamte verkommene Gesellschaft. Der perfekt inszenierte und vor allem montierte Film verstört und entlässt das Publikum betroffen aus dem Kino." (SWR 2)

Experimentalfilm/Drama
Schweiz/D 2011, 98 Min.
Regie: Urs Odermatt, nach seinem eigenen Theaterstück
Darsteller: Jörg-Heinrich Benthien, Miriam Japp, Paula Schramm

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Der böse Onkel | Filmplakat

Nemez

Ein junger Russlanddeutscher, hin- und hergerissen zwischen einer neuen Liebe und seiner kriminellen Vergangenheit, kämpft in Berlin um einen Neuanfang.

"Nemez", so wird der junge Russlanddeutsche Dima von seinem Boss, dem Kunstdieb Georgij, genannt. "Nemez" ist russisch und heißt "Deutscher". Aus dem Jugendknast entlassen will Dima in Berlin ein neues Leben anfangen. Aber seine Vergangenheit lässt ihn nicht los: Georgij will nicht auf seine Dienste verzichten, und Dimas Vater, der sich in Deutschland nicht heimisch fühlt, möchte mit der Familie nach Russland zurückkehren. Einzig die Liebe zur Kunststudentin Nadja gibt Dima Hoffnung, doch seine kriminellen Verbindungen drohen den beiden zum Verhängnis zu werden.

"Prädikat wertvoll: Es sind aktuelle und gesellschaftsrelevante Themen, denen sich Nachwuchsregisseur Stanislav Güntner in seinem Langfilmdebüt widmet. Die Zerrissenheit und Hilflosigkeit des Titelhelden, eine Existenz im Niemandsland der Herkunft aufzubauen, stellt Güntner, der selbst Russlanddeutscher ist, mit intensiven Dialogen in ruhigen Bildern dar, wobei Mark Filatov in der Hauptrolle als tragischer Held, der sich am Ende ein Stück Hoffnung erkämpft, besonders überzeugt. Authentisches und bewegendes Nachwuchskino." // Deutsche Film- und Medienbewertung »

Drama, D 2012, 97 Min.
Regie: Stanislav Güntner
Darsteller: Mark Filatov, Alex Brendemühl, Michael Schweighöfer

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Nemez | Filmplakat

James Bond: Skyfall
Englische Originalversion (OV)

James Bond (Daniel Craig), der Agent seiner Majestät, ist loyal, zu seinem Auftraggeber, zu seiner Mission. Aber in seinem 23. Abenteuer wird er auf eine harte Probe gestellt, sein Vertrauen und seine Loyalität werden auf den Prüfstand gestellt. M (Judi Dench), die unmittelbare Vorgesetzte von James Bond, wird von ihrer Vergangenheit eingeholt.

Wieder hat 007 eine Aufgabe: Nach dem Beschuss einer MI6 soll er die Angreifer auswendig machen. Dabei gibt es wie immer kein Erbarmen. Allerdings ist klar, dass die Härte von Bond auch auf ihn zurückfällt. Er muss einen Preis zahlen, ob er will oder nicht.

Das 23. Abenteuer der 007-Serie entstand unter der Regie von Sam Mendes, Regisseur der vielfach ausgezeichneten Filme Road to Perdition, American Beauty und Jarhead.

"SKYFALL is simply the best Bond film ever. While the last two installments tried to humanize the spy with mixed success, this is the movie where James Bond finally grows up." (L.A. Daily News)

Action-Thriller, USA/UK 2012, 143 Min. Regie: Sam Mendes
Darsteller: Daniel Craig, Javier Bardem, Ralph Fiennes, Albert Finney, Naomie Harris, Judi Dench

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James Bond Skyfall | Daniel Craig | Filmplakat

Fünf Jahre Leben

Was wäre Ihnen lieber? Einzelhaft mit Non-Stop Neon-Beleuchtung, amerikanische Popsongs in voller Lautstärke und plötzliche sinnlose Prügel? Oder neben einem Mithäftling eingesperrt zu sein, der Sie für einen Cheeseburger verrät? Am schlimmsten wäre es wahrscheinlich, den einzigen Freund umbringen zu müssen, selbst wenn dieser Freund ein Leguan ist.

Das beeindruckende Spielfilmdebüt von Stefan Schaller basiert auf der wahren Geschichte des Deutsch-Türken Murat Kurnaz, der insgesamt fünf Jahre als Gefangener der USA in Afghanistan und Guantanamo inhaftiert war und ist nicht nur die Chronik eines unvorstellbaren Missbrauchs, sondern zeigt auch den ungebrochenen Überlebenswillen eines Mannes, dem man alles genommen hat.

Murat Kurnaz' Geschichte erzeugt nicht nur große Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit unserer westlichen Welt; der Film konfrontiert den Zuschauer auf eindringliche Art und Weise mit der eigenen Wahrnehmung und Bewertung.

Unter den Filmen beim Max-Ophüls-Preis 2013 war FÜNF JAHRE LEBEN eine Ausnahmeerscheinung – und das liegt nicht allein an der explizit politischen Thematik des Stoffes, die nach wie vor im deutschen Nachwuchsfilm eine untergeordnete Rolle spielt. Dass der Film hier ebenso wie beim Filmfestival von Rotterdam, wo er mit stehenden Ovationen gefeiert wurde, für enorme Aufmerksamkeit sorgte, liegt auch an der Reife, mit der Stefan Schaller und sein Team zu Werke gehen, an dem Mut, sich mit solch einer Thematik unverhohlen an internationalen Standards messen zu wollen. // kino-zeit.de »

Drama, D 2013, 96 Min.
Regie: Stefan Schaller
Darsteller: Sascha Alexander Gersak, Ben Miles, John Keogh

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Fünf Jahre Leben | Filmplakat

Freier Fall

Karriereaussichten bei der Bereitschaftspolizei, Nachwuchs unterwegs, die Doppelhaushälfte von den Eltern vorfinanziert: Marcs Leben ist gut eingerichtet. Doch dann lernt er bei einer Fortbildung den Kollegen Kay kennen. Beim gemeinsamen Lauftraining lernt Marc ein neues Gefühl von Leichtigkeit kennen – und wie es ist, Gefühle für einen Mann zu entwickeln. Hin- und hergerissen zwischen der ihm vertrauten Welt und dem Rausch der neuen Erfahrung gerät ihm sein Leben zusehends außer Kontrolle. Im freien Fall kann Marc es niemandem mehr recht machen. Am wenigsten sich selbst.

Der Film mit dem "schönsten Liebespaar der Berlinale" (Knut Elstermann): in den Hauptrollen als schwule Polizisten sind zu bewundern der großartige Hanno Koffler und der allseits beliebte Max Riemelt, schön schnoddrig wie immer. Und nicht zu vergessen die starke Nebenrolle als in Abseits gestellte Ehefrau: Katharina Schüttler.

Schwule Polizisten: Das klingt gefährlich nach "Relevanzkino" [..] Diese Befürchtungen kann Stephan Lacants Debütfilm "Freier Fall", der auf der Berlinale die Reihe Perspektive Deutsches Kino eröffnete, schnell zerstreuen. [..] Vor allem legt er seinen Fokus nicht auf Coming-out und Ausgrenzung im Polizeikontext, sondern auf die Liebesgeschichte zweier Männer, die nun einmal Polizisten sind. [..] Einen erheblichen Anteil am Gelingen hat das Hauptdarstellerduo, das großartig harmoniert. // Der Tagesspiegel »

Liebesdrama, D 2012, 100 Min.
Regie: Stephan Lacant
Darsteller: Hanno Koffler, Max Riemelt, Katharina Schüttler

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Freier Fall | Hanno Koffler, Max Riemelt | Filmplakat

Mitternachtskino Juli 2013

Zum Tod von Richard Matheson:

The Last Man on Earth
Originalversion

Der Schriftsteller und Drehbuchautor Richard Matheson verstarb am 23.06.13 im Alter von 87 Jahren. Seine ersten beiden Romane Ich bin Legende (1954) und Die seltsame Geschichte des Mr. C. (1956) erlangten vor allem durch ihre Verfilmungen einen großen Einfluß auf das Horror- und Science-Fiction-Genre. Die bekannteste von mehreren Verfilmungen des Debütromans ist wohl Der Omega-Mann(1971) mit Charlton Heston als letzter Mann auf Erden.

In der ersten und leider nahezu unbekannt gebliebenen Verfilmung The Last Man on Earth spielt der unvergessliche Vincent Price die Hauptrolle des Robert Neville. Durch eine in Europa ausgebrochene Epidemie wird innerhalb kürzester Zeit die ganze Menschheit infiziert. Die Armee fährt mit Lastwagen die Leichen der Verstorbenen zu offenen Verbrennungsanlagen, es sind Schwarzweiss-Filmszenen, die an Aufnahmen aus dem 2. Weltkrieg erinnern.

Es gibt ausser Neville noch andere Überlebende, doch jene sind Mutanten. Neville kämpft um sein Überleben und spürt sie am Tage auf, um sie zu töten, wenn sie hilflos sind; des Nachts belagern sie ihn, der ihre Gemeinschaft so existenziell bedroht. Letztlich ist Neville ein Relikt aus einem anderen Zeitalter und seine letzten Tage auf Erden gezählt.

Sowohl die literarische Vorlage als auch die düstere Verfilmung dienten dem Regisseur George A. Romero als Inspiration für seinen berühmten Debütfilm The Night of the Living Dead von 1968.

Sci-Fi/Horror, USA/Italien 1964, 86 Min. Regie: Ubaldo Ragona, Sidney Salkow. Darsteller: Vincent Price

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xxx | Filmplakat

Zum Tod von James Gandolfini:

Killing Them Softly
Originalversion mit dt. Untertiteln

Überraschend am 19.06.13 in Italien gestorben, mit noch nicht mal 52 Jahren, ist James Gandolfini, der langjährige Hauptdarsteller der einflussreichsten TV-Serie der 2000er Jahre, den "Sopranos". Tony Soprano war die Rolle seines Lebens, dreimal erhielt er für seine Darstellung den Emmy bei sechs Nominierungen sowie einmal den Golden Globe bei vier Nominierungen.

"America is not a country, it's a business."

Zu seinen letzten Filmen zählt der sehr empfehlenswerte Killing them softly, den wir in unserem Mitternachtskino zeigen: ein meisterhafter, zynisch-pessimistischer Gangster-Thriller. Jackie Cogan (Brad Pitt) ist ein eiserner Gesetzeshüter und sorgt knallhart für Recht und Ordnung. Er wird beauftragt, die Umstände eines Überfalles auf ein hochdotiertes Pokerturnier der Mafia zu untersuchen.

Am meisten aber beeindrucken die darstellerischen Leistungen in den Dialogszenen, wobei Pitt sich unaufdringlich ins Ensemblespiel einfügt. Besonders eindringlich mit nuancierter Mimik verkörpert James Gandolfini einen gebrochenen Mordprofi mit Burn-out-Syndrom, der Versagensängste und den Schmerz über den Verlust seiner Ehefrau mit Alkohol betäubt. Die eigene Selbstverachtung projiziert er aggressiv auf andere. Sehenswert. // tip Berlin »

Thriller, USA 2012, 97 Min. Regie: Andrew Dominik, nach dem Roman "Cogan's Trade" von George V. Higgins. Mit: Brad Pitt, Scoot McNairy, James Gandolfini, Richard Jenkins, Ray Liotta

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Killing Them Softly | Filmplakat

Dokumentarfilme Juli 2013

Max Beckmann - Departure

"Spanien: Picasso, Frankreich: Braque, Deutschland: Beckmann."
Max Beckmann

Nach seinem herausragenden Künstlerporträt über Ernst Ludwig Kirchner beschäftigt sich Regisseur Michael Trabitzsch in seinem neuen Film mit einem weiteren epochemachenden Maler der Moderne: Max Beckmann.

Wie für andere Künstler seiner Generation war es die Erfahrung des Ersten Weltkriegs, die den Werdegang Max Beckmanns in neue, bis dato unbekannte Bahnen lenkte. Das Erlebnis existentieller Einsamkeit und der Verlust aller tragenden Konventionen machen ihn zu einem radikalen Wahrheitssucher. Direkt und unerbittlich "sieht" er seine Zeit und immer wieder auch sich selbst an, um einen gültigen Ausdruck zu finden, der den Erfahrungen der Moderne standhalten kann – auf der Suche nach einer zeitgemäßen Form der figurativen Malerei und unterwegs zu einem modernen Mythos des Menschen. Bis heute haben Max Beckmanns Werke nichts an Wucht und Geheimnis verloren.

"Gelungenes Künstlerporträt: Die ausdrucksvolle Dokumentation von Regisseur Michael Trabitzsch. Sehenswert." // tip Berlin »

Künstler-Doku, D 2013, 97 Min.
Regie: Michael Trabitzsch

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Leviathan

"Die Menschheit ist vom Meer besessen. [..] Es verhandelt die Grenze zwischen Leben und Tod, Oben und Unten, Luft und Wasser. [..] Es ist unendlich schön – wenn auch beunruhigend tief."

In den Gewässern, in denen schon Melvilles Pequod Moby Dick jagte, fängt Leviathan den Zusammenprall von Mensch, Natur und Maschine ein. Ein Jahr verbrachten Castaing-Taylor und Paravel filmend mit Hochseefischern aus New England auf dem Meer. Mit einem Dutzend Kameras gedreht – die herumgeschleudert und angebunden sowie von Fischer zu Filmemacher gereicht wurden – entsteht das kosmische Porträt eines der ältesten Unterfangen des Menschen.

Wenn die Kamera sich mühelos zwischen den Elementen Wasser und Luft bewegt, im Inneren eines Fischnetzes befestigt wird oder mithilfe eines Stocks im Möwenschwarm fliegt, entzieht sie sich nicht nur dem direkten Zugriff der Regisseure, man bekommt streckenweise wirklich den Eindruck, etwas Neues zu sehen. // critic.de »
LEVIATHAN ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer Neuentdeckung des Mediums. Ein bisschen müssten sich so auch die Zuschauer der Brüder Lumière gefühlt haben, als sie die ersten Projektionen bewegter Bilder sahen. Und noch etwas wird klar: Diese Art von Kunst lebt von großer Projektion in einem stillen Raum - dem Kino. // kino-zeit.de »

Filmessay/Doku
USA/F/GB 2012, 87 Min.
Regie, Drehbuch, Kamera, Schnitt, Produktion: Lucien Castaing-Taylor, Véréna Paravel

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Kinderfilme Juli 2013

Clara und das Geheimnis der Bären

Gemeinsam mit ihrer Mutter Nina zieht die 13jährige Clara in die Schweizer Alpen, um in einem kleinen Bergdorf bei Jon, dem neuen Freund der Mutter, zu leben. Das Stadtmädchen liebt die Natur und streift gerne Stundenlang durch die angrenzenden Wälder. Eines Tages entdeckt sie eine Bärenjunges, das scheinbar ohne Mutter umher irrt. Ist die Mutter von Wilderern erschossen wurden und warum reagiert die Dorfgemeinschaft so merkwürdig auf die Bären? Zusammen mit Thomas, einem Schulfreund, begibt sich Clara auf Spurensuche und ist bald einem großen Geheimnis auf der Spur.

"Der Film bietet klasse Schauspieler und grandiose, wunderschöne Natur- und Landschaftsbilder von sonnendurchfluteten Bergen und Tälern. Das Licht und die Atmosphäre der Berge werden so intensiv und spektakulär eingefangen, dass man das Gefühl hat, selbst auf der Alm zu stehen und das jeweilige Wetter regelrecht zu spüren. Die Geschichte ist dabei so toll und wuchtig erzählt, dass kleinere Logiklöcher und kleine Ausflüge ins Unerklärliche nicht weiter stören. Und die fantastischen Bilder „schreien“ förmlich danach, auf der großen Leinwand gesehen zu werden. Also: Eltern schnappen und ab ins Kino!" // Kinderfilmwelt »

Abenteuerfilm, Schweiz/D 2012, 93 Min. FSK: 6, empf. ab 9 Jahre
Regie: Tobias Ineichen
Darsteller: Ricarda Zimmerer, Damian Hardung, Elena Uhlig

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Die Söhne der großen Bärin

Nach der gleichnamigen sechsbändigen Romanreihe von Liselotte Welskopf-Henrich erzählt der Film vom Kampf der Dakotas gegen land- und geldgierige weiße Eindringlinge. 1874: in einer Blockhütte wird der Indianer Mattotaupa von dem weißen Verbrecher Red Fox ermordet. Dieser Mord wird von seinem Sohn Tokei-ihto (Gojko Mitic in seiner ersten Indianerrolle, danach praktisch darauf abonniert) mitangesehen. Als Kriegshäuptling der Bärenbande vom Stamme der Oglala versetzt Tokei-ihto die Weißen durch Überfälle in ständige Unruhen. Dann wird er zu einer Friedenskonferenz eingeladen, doch durch Verrat gefangen genommen.

"Die westdeutschen Karl-May-Filme bleiben hinter Thematik und Konfliktwahl in guten amerikanischen Filmen, in denen der Indianer und sein Recht des Widerstands bereits entdeckt worden sind, tatsächlich zurück. Versuchen wir, einen neuartigen Indianerfilm zu schaffen." Liselotte Welskopf-Henrich
"Die wirkliche Botschaft der Indianerfilme, die den Abenteuerfilmen näher waren als den Western, bestand vielmehr in der Wiedereinsetzung des Körpers in seine alten Rechte gegen alle Ideologien und Ismen. "Die Söhne der großen Bärin" war nichts anderes als der Einbruch des romantischen Protests gegen Rationalität und schale Realitätsprinzipien, in eine von allen Seiten bis in die Ästhetik hinein ideologisierte Filmlandschaft. Dem muffigen Puritanismus der DDR schien die Existenz eines unbändigen Lustprinzips, das dem Zuschauer Befriedigung jenseits der alltäglichen Mühen versprach, nie ganz unverdächtig." Stefan Kolditz

FSK: 12, Indianer/Abenteuerfilm, DDR 1966, 92 Min. Regie: Josef Mach
Nach dem Romanzyklus von Liselotte Welskopf-Henrich
Darsteller: Gojko Mitic, Jirí Vrstála, Rolf Römer, Hans Hardt-Hardtloff

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Die Söhne der großen Bärin | Filmplakat