Programmarchiv September 2013

Paulette - Bernadette Lafont - Filmplakat

Schwarze Komödie

Paulette

OmU-Fassung :: Frankreich 2012, 87 Min. Regie: Jérôme Enrico. Mit: Bernadette Lafont, Carmen Maura

Paulette ist eine ruppige 80-jährige Dame, die weiß, was sie will – und auch, was sie nicht will. Dass sie ganz allein in einem zwielichtigen Pariser Vorort lebt, kann sie nicht schrecken. Als ihr eines Abends beim Müllrausbringen ein Päckchen Marihuana in den Schoß fällt, beschließt Paulette, ihrer Geldmisere ein Ende zu machen. Paulette wird Haschisch-Dealer!
Der Millionenhit aus Frankreich überzeugt nicht nur mit seiner grandiosen Hauptdarstellerin, der Nouvelle Vague-Ikone und César-Preisträgerin Bernadette Lafont - die am 25. Juli im Alter von 74 Jahren verstarb - sondern auch mit viel Witz, Esprit und meisterhaft geschliffenen Dialogen.

BR KinoKino: "Ein wunderschönes unmoralisches Märchen, die Wandlung der Grantlerin zur liebevollen Großmama herzerwärmend und Bernadette Lafont als Kämpfernatur und vom Leben ruinierte Frau einfach umwerfend."

Albert Nobbs - Glenn Close - Französisches Filmplakat

Albert Nobbs - Glenn Close

Historiendrama

Albert Nobbs

OmU-Fassung :: UK/Irland 2011, 113 Min. Regie: Rodrigo García. Mit: Glenn Close, Antonia Campbell-Hughes, Mia Wasikowska, Janet McTeer

Albert Nobbs arbeitet als Kellner in dem Hotel von Mrs. Baker im Dublin des 19. Jahrhunderts. Hinter der Fassade des introvertierten, hart arbeitenden und sparsamen Mannes steckt in Wirklichkeit eine Frau, die in dem Rollenwechsel ihre einzige Chance sieht, ohne Familie und Ehemann zu überleben. Als sie ihr Bett für eine Nacht mit dem Anstreicher Hubert Page teilen muss, wähnt sie ihre Maskerade in Gefahr, bis sich herausstellt, dass Page ebenfalls eine Frau ist. Alberts Werben um Helen Dawes, mit der er zusammen ein eigenes Geschäft aufmachen und verheiratet sein möchte, wird durch die Ankunft von Joe kompliziert, der mit Helen nach Amerika auswandern möchte.

"So ist Albert Nobbs in erster Linie ein sozialkritischer Film über eine Zeit, in der das Aufrechterhalten des sozialen Status weit über allem anderen steht. Einer Zeit, in der unzählige Europäer nach Amerika auswandern, in der Hoffnung, auf der anderen Seite des Ozeans ihren eigenen "american dream" zu leben und aus der Misere im Heimatland fliehen zu können. Feinfühlig inszeniert Regisseur García das Versteckspiel im Leben der "Frau" Albert Nobbs und ihre vorsichtigen und langsamen Versuche, der Einsamkeit zu entrinnen. Für die Interpretation dieser Rolle hätte Glenn Close den Oscar eindeutig verdient gehabt." -- kino-zeit.de
Gold - Nina Hoss - Thomas Arslan - Filmplakat

Deutsch-Western

Gold

D 2013, 100 Min. Regie: Thomas Arslan
Mit: Nina Hoss, Marko Mandic, Uwe Bohn, Lars Rudolph, Peter Kurth, Rosa Enskat

Kanada 1898. Emily Meyer (Nina Hoss) will mit einer Gruppe deutscher Einwanderer quer durchs Land zu den kürzlich entdeckten Goldfeldern in Dawson reisen. Der Weg führt über 2.500 Kilometer durch unwirtliche, unbewohnte Wildnis. Die Strapazen zerren an den Nerven der Reisenden, die Konflikte eskalieren. Emily findet im undurchsichtigen Carl einen Verbündeten. Sie weiß genau: Eine Rückkehr in ihr altes Leben kommt nicht in Frage.

"Ein mitreißender, naturalistischer Spätwestern voller Spannung und Unmittelbarkeit." -- Variety
"Der große Coup dieses Goldgräber-Wagentreck-Pionier-Westerns made in Germany ist, dass er den amerikanischen Mythen nicht hinterhechelt, weil er seine Geschichte von vornherein aus historisch verbriefter deutscher Perspektive erzählt." -- epd Film

Grenzgänger - Florian Flicker - Filmplakat

Grenzgänger - Florian Flicker - Film 02

Grenzdrama

Grenzgänger

Österreich 2013, 88 Min. Regie: Florian Flicker
Mit: Andreas Lust, Andrea Wenzl, Stefan Pohl

Im Grenzgebiet zwischen der Slowakei und Österreich leben Jana und ihr Mann Hans. Als Nebenerwerb leisten die beiden illegale Fluchthelfe, was das Bundesheer bereits ahnt. Um ihnen auf die Schliche zu kommen, schicken sie den jungen Ronnie, der sich ingoknito mit dem Ehepaar anfreunden und ihnen so das Handwerk legen soll. Hans ahnt schon bald, weswegen Ronnie tatsächlich ihre Freundschaft sucht und fordert Jana auf, sich zum Schein Ronnies Werben hinzugeben. Ein gefährliches Spiel beginnt.

Das kleine Österreich ist immer wieder für gelungene Kino-Coups gut. Es muss nicht immer Haneke und Seidl sein, auch Florian Flicker erweist sich als ideenreicher Independent-Filmer der eigenwilligen Art. Seine Dreiecksgeschichte im naturwüchsig wilden Auenland zwischen Österreich und der Slowakei anno 2001 überzeugt durch dramaturgische Präzision, lässig lakonische Dialoge sowie das visuelle Konzept. Ein starkes Stück Kino. programmkino.de
So unösterreichisch kam noch selten eine Filmlandschaft daher... Keine gepflegte Kulturlandschaft, kein idyllisches Alpenpanorama. Sondern Wildnis, rau, unberührt, archaisch... Wenn es in diesem Film eine Moral gibt, dann ist es die vom Fressen und Gefressenwerden. Eine Maxime, die letztlich auch in der Liebe gilt. Die Presse

Shadows - John Cassavetes - Filmplakat

FILM IN SOUNDS #39

Shadows - Schatten

USA 1959, 87 Min. Regie: John Cassavetes
FILM IN SOUNDS - ACOUSTIC CINEMATIC EXPERIMENTS - Die monatliche experimentelle Filmkonzertreihe in den Tilsiter Lichtspielen

John Cassavetes erster Spielfilm, begleitet von Livemusik. Es spielen:

Johannes Schleiermacher: Saxophon
Andreas Lang:
Kontrabass
Max Andrzejewski:
Schlagzeug
Christian Magnusson:
Trompete

Alle Dialoge und Handlungen des Films sind improvisiert, die Schauspieler sind Laien oder Kommilitonen des Regisseurs, die unter ihrem echten Namen auftreten. Dadurch erhält das Spiel der Darsteller eine ungewöhnliche Authentizität und Wahrhaftigkeit. Der Verzicht auf Studioaufnahmen trägt zu dieser realistischen Atmosphäre bei. Gedreht wurde mit einer 16-mm-Kamera, deren Handhabung Cassavetes von Robert Bresson gezeigt bekommen hatte. Cassavetes sagte über seine Arbeitsweise: "Wenn ich einen Film mache, dann interessiere ich mich mehr für die Menschen, die mit mir arbeiten, als für den Film, als für das Kino." -- Wikipedia »

Ihr werdet euch noch wundern - Alain Resnais - Filmplakat

Theaterdrama

Ihr werdet euch noch wundern

Frankreich 2012, 115 Min. Regie: Alain Resnais
Mit: Anny Duperey, Hippolyte Girardot, Michel Piccoli, Lambert Wilson, Pierre Arditi

Nach dem Tod des gefeierten Theaterautors Antonie d'Anthac erhalten seine Freunde eine Einladung in sein Landhaus. Hier teilt ihnen der Verstorbene per Video seinen letzten Wunsch mit. Alle der versammelten Freunde haben über Jahre in Antoines Stück "Eurydice" mitgewirkt und sollen für ihn eine letzte Entscheidung treffen.

Der jüngste Film des mittlerweile 91-jährigen Kultregisseurs ("Nacht und Nebel", "Hiroshima mon amour", "Letztes Jahr in Marienbad", "Das Leben ist ein Chanson") ist eine wunderbare humorvoll-melancholische filmische Reflexion über das Leben und den Tod. Und das Theater.

"Ein atemberaubendes Spiel und ein großartiges, abgeklärtes Alterswerk. Ein Film zum Niederknien schön." SWR

Dokumentarfilme September 2013

Wochenendkrieger - Filmplakat

Dokumentation

Wochenendkrieger

D 2012, Regie: Andreas Geiger

Mitten in unseren Wäldern führen zauberhafte Elfen und andere Fabelwesen einen berauschenden Kampf gegen die dunkle Seite der Macht, gegen Orks, bösartige Dämonen und Untote. Gut gegen Böse, ein Kampf um Leben und Tod – und das jedes Wochenende. Tausende tauschen dann ihr gewöhnliches Leben gegen Elfenohren, Perücke und Ritterrüstung, gegen ein Leben neben der Realität.

Ein Film über den faszinierenden Tausch von Identitäten, der ganz gewöhnlichen Menschen in Momenten zwischen Illusion und Wirklichkeit ihren Traum von Freiheit und Glück ermöglicht.

"Die Dokumentation von Andreas Geiger stellt fünf der Teilnehmer vor. Das ist sowohl interessant als auch unterhaltsam. Mithilfe besonderer Toneffekte kann das Publikum die Faszination nachvollziehen, gleichzeitig macht der Regisseur aber auch die Unvereinbarkeit der Parallelwelten sichtbar. Sehenswert!" tip Berlin

Kinderfilme September 2013

Weiße Wolke Carolin Kinderfilm

Erste Liebe

Weiße Wolke Carolin

FSK: 6, DDR 1985, 86 Min. Regie: Rolf Losansky, nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Klaus Meyer. Mit: Constanze Berndt, Steffen Raschke, Andreas Roll, Miroslav Machácek

Hannes ist zwölf Jahre alt. Er lebt in der idyllischen Landschaft des Greifswalder Bodden und fühlt sich sehr zu seiner Mitschülerin Carolin hingezogen. Am liebsten würde er jeden Tag nur mit ihr verbringen, und wenn er an sie denkt, fühlt er sich leicht wie ein Luftballon und will immerzu singen. Deshalb fragt er sich, ob das jetzt schon die richtig große Liebe ist.

"Die erste Liebe zwischen einem elfjährigen Jungen und einer gleichaltrigen Klassenkameradin vor dem Hintergrund der herben Küstenlandschaft der Ostsee-Halbinsel Darß. Ein poetischer Kinderfilm, der die Gefühle seiner Figuren ernst nimmt. Trotz seines eher gelassenen Erzählrhythmus eine humorvolle, "aufregende" Reise in die Gefühlswelt von Kindern." -- Filmlexikon

Die dicke Tilla Kinderfilm

Stress in der Schule

Die dicke Tilla

FSK: 6, DDR 1982, 77 Min. Regie: Werner Bergmann nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Rosel Klein. Mit: Carmen Sarge, Jana Mattukat, Günter Junghans, Carmen-Maja Antoni

Anne, ein zierliches und schüchternes Mädchen, kommt als neue Schülerin in eine fünfte Klasse, in der die übergewichtige Tilla als Anführerin und Klassenstärkste auftritt. Tilla, die ohne ihre Mutter aufwächst und zu Hause selbst von ihren beiden älteren Brüdern drangsaliert wird, begegnet der neuen Schülerin ohne bestimmten Grund sofort ablehnend und schikaniert sie in der Folgezeit. So verprügelt sie Anne, beschädigt deren Fahrrad und hetzt die anderen Schüler gegen Anne auf.

"Heiter-Nachdenkliches über ein Mädchen, das, gewöhnt in seiner Schulklasse den Ton anzugeben, sich von einer neuen, zarten und klugen Klassenkameradin herausgefordert fühlt. Kinderfilm des bekannten DEFA-Kameramannes Werner Bergmann, der für Toleranz und Freundlichkeit plädiert." -- Filmlexikon