Programmarchiv November 2013

Liberace Filmplakat

Filmbiografie

Liberace

OmU-Fassung :: Behind the Candelabra
USA 2013, 119 Min. Regie: Steven Soderbergh
Mit: Michael Douglas, Matt Damon

Liberace - Elton John und Lady Gaga in einer Person, ein virtuoser Pianist und Entertainer in Las Vegas mit pompösen Shows. Auf der Bühne und im Privaten erhob er Luxus und Glamour zu seinem Lebensstil. Alles gab es im Überfluss: "Too much of a good thing is wonderful". 1977 lernt Liberace den jungen Scott Thorson kennen, einen Jungen aus der Provinz. Er verwandelt ihn in einen Prinzen an seiner Seite und zwischen den beiden entwickelt sich eine enge, über Jahre streng geheim gehaltene Affäre. Eine tragisch-faszinierende Liebesgeschichte, begleitet von Exzessen, Emotionen, Eitelkeiten und Eifersucht.

Der Spiegel: "Schillernde Szenen einer Schwulen-Ehe aus der Zeit, bevor es sie gab... Michael Douglas und Matt Damon machen daraus einen großartigen schauspielerischen Pas de deux, eine Mischung aus Duett und Duell... Ein Psychodrama, so amüsant wie berührend."
Prince Avalanche Filmplakat

Komödie

Prince Avalanche

OmU-Fassung :: USA 2013, 94 Min.
Regie: David Gordon Green. Mit: Paul Rudd, Emile Hirsch

Alvin und Lance müssen eine schier endlose Straße durch einen abgebrannten Wald mit gelben Mittelstreifen verzieren. Alvin der Grübler schätzt die Natur und schreibt seiner Freundin lange Briefe. Der lebenslustige Lance hasst den Job und die einsame Gegend und sehnt das Wochenende herbei. Bald geht sich das ungleiche Duo auf die Nerven, doch dann laufen ihnen ein trinkfester Trucker und eine geisterhafte Lady über den Weg. Die an einem seltsamen Naturschauplatz in Texas gedrehte lakonische philosophisch-poetische Komödie wurde auf der Berlinale 2013 mit dem Silbernen Bären für die beste Regie ausgezeichnet.

TAZ: "Ein träumerisch mäandernder Film, aber auch großes bildmächtiges Kino - eine Seltenheit für eine Komödie."
SILVI Filmplakat

Tragikomödie

Silvi

D 2013, 97 Min. Regie: Nico Sommer
Mit: Lina Wendel, Thorsten Merten, Harald Polzin

17.11.2013 20:00 Uhr in Anwesenheit von Regisseur Nico Sommer

"Ich kenne jede Falte an dir. Das ist doch ein Alptraum!”
Silvi wird von ihrem Mann verlassen und damit ist ihre langjährige Ehe zu Ende. Die 47jährige steht plötzlich an einem Wendepunkt. Getrieben von innerer Sehnsucht entscheidet sich Silvi für einen Neuanfang und mit einer Mischung aus Entschlossenheit und Naivität packt sie ihr neues Leben an. Anonymer Sex, Zärtlichkeit im Dunkeln und aberwitzige Männer spülen sie in ein emotionales Chaos aus Liebe, Lust und Grenzerfahrung. Die Suche nach einem neuen Partner wird zu einer echten Herausforderung.

critic.de: "Ein tragikomischer Dating-Wahnsinn... Hochgradig komisch, dargeboten von unverbrauchten Darstellern."
Harald Mühlbeyer: "So lebensecht und authentisch, dass man den Blick nicht abwenden kann."
Draußen ist Sommer - Friederike Jehn - Filmplakat

Drama

Draußen ist Sommer

D/CH 2012, 97 Min. Regie: Friederike Jehn
Mit: Maria-Victoria Dragus, Nicolette Krebitz

Die 14jährige Wanda zieht mit ihrer Familie in die Schweiz. Hier soll alles besser werden. Das große Haus mit dem verwilderten Garten, die idyllisch-hübsche Stadt - all das scheint für die drei Kinder wie ein großes Versprechen. Doch der Neuanfang fällt allen schwer. Der Wunsch nach einer intakten Familie und das verzweifelte Bemühen nun besser zu funktionieren, lassen die alten Verletzungen bald neu aufflackern. Wanda beschließt, ihre Familie zurück zu erobern. Ein erlebnisreicher Sommer, an dessen Ende jeder auch am Ende seiner Sehnsucht angekommen ist.

Blickpunkt Film: "Zu Herzen gehende Coming-of-Age-und Alltagsgeschichte mit dem hervorragenden Nachwuchstalent Maria-Victoria Dragus."
Only God Forgives - Nicolas Winding Refn - Filmposter

Neo Noir

Only God Forgives

OmU-Fassung :: USA/F/DK 2013, 89 Min.
Regie: Nicolas Winding Refn. Mit: Ryan Gosling, Kristin Scott Thomas, Vithaya Pansringarm, Tom Burke

Stilistisches Meisterwerk über einen getriebenen britischen Kriminellen, der seit zehn Jahren in Bangkok lebt.

critic.de: "Der Film ist konzentrisch organisiert, zieht die Figuren und den Zuschauer in sein verrottetes Inneres hinein. Kein Ausweg, nirgends. [..] Refn macht Filme, die mit sinnlichen, körperlichen Effekten wuchern. Ist das wirklich nihilistisch, oder nicht doch eher maximal positivistisch? Es ist ein Fest."
Spiegel Online: "Der Film wurde bei der Premiere in Cannes ausgebuht. Und der Rache-Thriller ist tatsächlich ungenießbar. Aber genau deshalb einer der sehenswertesten Filme des Jahres."

Ich fühl mich Disco - Axel Ranisch - Filmplakat

Komödie

Ich fühl mich Disco

D 2013, 98 Min. Regie: Axel Ranisch. Mit: Frithjof Gawenda, Heiko Pinkowski, Christina Große, Robert Alexander Baer

Der moppelige Florian ist am glücklichsten, wenn Papa nicht zu Hause ist. Dann kann er mit Mama im Disco-Outfit durch die Wohnung tanzen und Schlager von Christian Steiffen singen. Mama hält die Familie zusammen - zumindest so lange, bis sie eines Tages nicht mehr da ist. Die Schlagzeile übertreibt nicht: der neue Film von Axel Ranisch, Regisseur des Indie-Hits Dicke Mädchen macht wirklich glücklich.

KulturSPIEGEL: "Eine spektakulär geglückte Vater-Sohn-Geschichte ... man weiß oft nicht, ob man vor Rührung feuchte Augen bekommt oder weil sie so witzig ist. Im Zweifelsfall beides."
programmkino.de: "Da steht neben dem Witz gleichrangig das große Gefühl. Eine große Komödie – auch das eine Seltenheit im Filmland Deutschland."
Paulette - Bernadette Lafont - Filmplakat

Schwarze Komödie

Paulette

OmU-Fassung :: Frankreich 2012, 87 Min. Regie: Jérôme Enrico. Mit: Bernadette Lafont, Carmen Maura

Paulette ist eine ruppige 80-jährige Dame, die weiß, was sie will – und auch, was sie nicht will. Dass sie ganz allein in einem zwielichtigen Pariser Vorort lebt, kann sie nicht schrecken. Als ihr eines Abends beim Müllrausbringen ein Päckchen Marihuana in den Schoß fällt, beschließt Paulette, ihrer Geldmisere ein Ende zu machen. Paulette wird Haschisch-Dealer!
Der Millionenhit aus Frankreich überzeugt nicht nur mit seiner grandiosen Hauptdarstellerin, der Nouvelle Vague-Ikone und César-Preisträgerin Bernadette Lafont - die am 25. Juli im Alter von 74 Jahren verstarb - sondern auch mit viel Witz, Esprit und meisterhaft geschliffenen Dialogen.

BR KinoKino: "Ein wunderschönes unmoralisches Märchen, die Wandlung der Grantlerin zur liebevollen Großmama herzerwärmend und Bernadette Lafont als Kämpfernatur und vom Leben ruinierte Frau einfach umwerfend."

Dokumentarfilme November 2013

Am Ende der Milchstraße Filmplakat

Doku

Am Ende der Milchstraße

D 2013, 93 Min. Regie: Leopold Grün, Dirk Uhlig

Ein kleines Dorf in den Weiten Mecklenburgs. Geprägt vom politischen Wandel der letzten Jahrzehnte lebt hier eine Gemeinschaft und tut, was Menschen eben tun müssen: sie gestalten ihre Umwelt, schreiben sich in die Landschaft. 50 Menschen leben hier, am Rand des Existenzminimums, angewiesen auf die Natur und gegenseitige Hilfe. Ihr Alltag ist geprägt von Arbeit, Erinnerungen und von Verlust. Und doch haben sie sich eine wunderbare Gemeinschaft geschaffen: eine Idylle, der immer auch ein Abgrund eingeschrieben ist.

tip Berlin: "Die Einwohner eines schrumpfenden Dorfes in Mecklenburg-Vorpommern bekämpfen Probleme wie die allgegenwärtige Arbeitslosigkeit mit Solidarität und viel schwarzem Humor. Ein eindringliches Porträt mit großartigen Bildern. - Sehenswert!"

Kinderfilme November 2013

Der blaue Tiger - Filmplakat

Fantasy

Der blaue Tiger

FSK: 6, empf. ab 8 Jahre, Tschechien 2011, 92 Min.
Regie: Petr Oukropec. Mit: Linda Votrubová, Jakub Wunsch

Johanna hat ein ganz besonderes Zuhause: Mit ihrer Mutter wohnt sie in einem botanischen Garten mitten in der Stadt. Doch der Bürgermeister schmiedet böse Pläne: Schon bald soll hier ein Vergnügungspark entstehen. Zusammen mit ihrem besten Freund versucht Johanna, den Garten zu retten. Gelungener Versuch, an die große Tradition des tschechischen Kinderfilms anzuknüpfen und mitten in einer dem Alltag entnommenen Geschichte eine magische Atmosphäre zu erzeugen.

Vision Kino: "In bester tschechischer Kinderfilmtradition wird ein modernes Großstadtmärchen erzählt. Die ausgeprägte Fantasie der 9-jährigen Johanna wird durch witzige, animierte Elemente visualisiert, so dass die Zuschauer an ihrer Vorstellungskraft teilhaben können und der Film insgesamt eine magische, wunderliche Stimmung erhält."
Alfie, der kleine Werwolf - Filmplakat

Komödie

Alfie, der kleine Werwolf

FSK: 0, empf. ab 6 Jahre, NL/BL 2011, 91 Min.
Regie: Joram Lürsen. Mit: Mole Kroes, Maas Bronkuizen

Alfie ist ein schmächtiger blonder Junge, der schlecht in Sport ist und sich nicht wehrt. Doch dann geschieht in der Nacht zu Alfies siebtem Geburtstag etwas Unfassbares: Er verwandelt sich in einen Werwolf, heult den Mond an und frisst ein Huhn aus dem Nachbarsgarten! Amüsante Verfilmung einer bekannten niederländischen Kinderbuchreihe von Paul van Loon. Europäischer Kinderfilmpreis 2012.

Vision Kino: "Der Film ist in kräftige bunte Farben getaucht, die ihm etwas Märchenhaftes verleihen und zusammen mit der Musik für einen durchgehend optimistischen Grundton sorgen. Trotz Anleihen beim Horrorfilm sind Alfies Verwandlungen in einen Werwolf für das junge Publikum nicht furchterregend, sondern mit viel Humor und Situationskomik versehen."
Das Mädchen Wadjda - Filmplakat

Drama

Das Mädchen Wadjda

FSK: 0, empf. ab 10 Jahre, Saudi-Arabien/D 2012, 97 Min. Regie: Haifaa Al Mansour. Mit: Waad Mohammed

Auf dem Weg zu ihrer Schule in Riad sieht die 10-jährige Wadjda vor einem Spielzeuggeschäft ein grünes Fahrrad, in das sie sich sofort verliebt. Dieses Rad zu besitzen würde bedeuten, sich endlich gegen den Nachbarsjungen Abdullah durchsetzen und ihm davon flitzen zu können. Obwohl es Mädchen untersagt ist Fahrrad zu fahren, überlegt Wadjda, wie sie genügend Geld für den Kauf verdienen kann... Die anrührende Geschichte eines Mädchens, das mit Mut und Witz seine Träume entgegen strenger Konventionen zu verwirklichen weiß. Der Film zeichnet ein differenziertes und authentisches Bild vom Leben der saudischen Frauen und vermittelt eine einmalige Innenansicht von Kultur und Gesellschaft.

Süddeutsche Zeitung: "Eine starke Geschichte, die der Film erzählt, mit einer großartigen jungen Hauptdarstellerin, in einer klaren, zurückhaltend poetischen Bildersprache."
Das Pferd auf dem Balkon - Filmplakat

Komödie

Das Pferd auf dem Balkon

FSK: 0, empf. ab 7 Jahre, Ö 2012, 90 Min.
Regie: Hüseyin Tabak. Mit: Enzo Gaier, Nataša Paunović, Nora Tschirner, Andreas Kiendl, Bibiana Zeller

Mika liebt Mathematik, sagt immer die Wahrheit und mag keine Witze. Und Punkt 14:17 Uhr muss Mikas Mittagessen auf dem Tisch stehen. Keine Minute früher, keine Minute später. Mika ist ein sonderbarer Junge, der es mit den anderen Kindern nicht leicht hat. Als er eines Abends aus dem Fenster schaut, traut er seinen Augen kaum: Auf dem Balkon der Nachbarwohnung steht ein richtiges Pferd. Die Verfilmung des gleichnamigen Kinderbuch-Klassikers von Milo Dor ist eine Geschichte über Freundschaft und Toleranz, die auch Erwachsene lieben werden.

tip Berlin: "Ansprechende Kinderbuchverfilmung mit einer hübschen Balance zwischen fantastischen und realistischen Elementen. Sehenswert!"

Veranstaltungen November 2013

Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens - Murnau - Filmplakat

FILM IN SOUNDS #40

Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens

D 1922, 94 Min. Regie: Friedrich Wilhelm Murnau
Mit: Max Schreck, Gustav von Wangenheim, Greta Schröder

29.11.2013 22:15 Uhr

Fuzzylogics & Christian Magnusson
live in der 40. Ausgabe von FILM IN SOUNDS:

Michael Rodach: guitar & electronics
Burghard Schlothauer: violin & electronics
Andreas Weiser: percussion & electronics
Christian Magnusson: trumpet

Friedrich Wilhelm Murnaus nicht autorisierte Adaption von Bram Stokers Roman „Dracula“ ist eines der filmischen Hauptwerke der Weimarer Republik. Immer wieder sehenswert ist Max Schreck, wie er als Nosferatu mit dem Sarg im Arm durch Wismar und am Ende die Treppe hinauf schleicht.

Egon Günther - Erziehung vor Verdun

Erziehung vor Verdun

 

Egon Günther - Erziehung vor Verdun

Thomas Günther, Egon Günther in New York

Film- und Leseabend

Egon Günther

Arnold Zweig-Verfilmung: Erziehung vor Verdun
Egon Günther-Biografie: Ich war immer ein Spieler

Do 21.11.2013 ab 18:00 Uhr

Erziehung vor Verdun
DDR 1973. Ein 3-teiliger Filmzyklus von Egon Günther nach dem Roman von Arnold Zweig. Mit Klaus Piontek, Benjamin Besson

Ich war immer ein Spieler
Kürzlich erschienene Biografie von Egon Günther

„Erziehung vor Verdun“ ist eines der wichtigsten Zeugnisse gegen den Wahnsinn des Krieges im allgemeinen; hier im besonderen Fall anhand der Materialschlacht im 1. Weltkrieg. Der Film versucht eine Verknüpfung aus gegenwärtiger Rückbesinnung und historischer Aufarbeitung.

Der Regisseur und Schriftsteller Egon Günther (*1927) wurde für viele seiner Filme mit Preisen ausgezeichnet, seine Bildsprache galt als fortschrittlich und innovativ. Obwohl seine Literaturverfilmungen große Erfolge waren, hatte er immer wieder Probleme mit der Zensur und verließ 1978 die DDR.

18:00 ERZIEHUNG VOR VERDUN - Teil 1+2
21:15 Egon Günther liest aus seiner Biografie
22:00 ERZIEHUNG VOR VERDUN - Teil 3

NovoDebatte

Freiheit oder soziale Gerechtigkeit – gibt es ein Recht auf Diskriminierung?

Eine öffentliche Podiumsdebatte der Zeitschrift NovoArgumente in Kooperation mit dem Londoner Think Tank Institute of Ideas

Do 07.11.2013 19:00 Uhr

Gefährdet die sich öffnende "Schere zwischen Arm und Reich" den sozialen Frieden? Es scheint Konsens, dass eine Gesellschaft, in der die Einkommensunterschiede groß sind, ungerecht und nicht wünschenswert ist. Armut wird mit sozialer Ausgrenzung gleichgesetzt und spätestens seit Beginn der Finanzkrise wird davor gewarnt, dass dies Auswirkungen auf unsere Demokratie haben könnte.

Zum historischen Kampf für politische Gleichheit gehörte z.B. die Forderung nach dem allgemeinen Wahlrecht, nach Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Gewerbefreiheit, Freizügigkeit, Gleichheit vor dem Gesetz. Heute scheint es bei der Frage der sozialen Gerechtigkeit vor allem darum zu gehen, wie das Geld zu verteilen ist.

Es stellt sich die Frage, ob das Streben nach mehr Gleichheit mit dem Recht auf Freiheit zusammen passt. Der Ruf nach sozialer Gerechtigkeit kann sich auch gegen individuelle, religiöse oder unternehmerische Freiheiten richten. Was bedeutet eine gut gemeinte Antidiskriminierungskultur für Wahlfreiheit und Meinungsfreiheit? Sollten wir nicht auch das Recht haben, ungleich zu sein?

Battle of Ideas

Es diskutieren:

• Jan Herfert, Sozialwissenschaftler, Mitglied Die Linke, Mitarbeiter im Haus der Forschung

• Prof. Dr. Boris Kotchoubey, Universität Tübingen, Psychologe und Arzt, Autor Why are you free?

• Thilo Spahl, Wissenschaftsredakteur NovoArgumente, Autor Die Steinzeit steckt uns in den Knochen

• Sascha Tamm, Referent der Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit, Themenschwerpunkte: Freiheit und Fortschritt