10. achtung berlin - new berlin film award

10.-16. April 2014 in den Tilsiter Lichtspielen

Sektionen

» Wettbewerb (Spielfilm, Dokfilm, Kurzfilm)
» Festival Directors’ Choice
» Berlin Highlights
» Spezial
» Retrospektive: Berlin im Film der 90er Jahre

Tickets gibt es bei uns im Kino am Tresen und online auf » achtungberlin.de.

Reservierungen nehmen wir auch telefonisch unter (030) 4268129 (Mo-Mi ab 17:30, Do ab 16:00, Fr-So ab 14:30 Uhr) entgegen. Reservierungen müssen spätestens eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn eingelöst werden, ansonsten verfallen sie.

Preise: 8,- € normal / 6,50 € ermäßigt
(ermäßigt für Schüler, Studenten, Soldaten, Senioren; nur gegen Ausweisvorlage)

Spielplan achtung berlin

Tilsiter Lichtspiele 10.-16. April 2014

Donnerstag 10.04.

18:00 Ich fühl mich Disco
R: Axel Ranisch, 98 min. (Festival Directors’ Choice)

20:00 Das Leben ist eine Baustelle
R: Wolfgang Becker, 115 min. (Retrospektive)

22:15 Trouble
R: Penelope Buitenhuis, 92 min. (Retrospektive)

00:15 Berlin-Prenzlauer Berg. Begegnungen
R: Petra Tschörtner, 78 min. (Retrospektive)

Samstag 12.04.

16:00 Sperrmüll
R: Helke Misselwitz, 82 min. (Retrospektive)

18:00 Kurzfilmprogramm 1
78 min. (Wettbewerb Kurzfilm)

20:00 Willkommen im Klub
R: Andreas Schimmelbusch, 86 min. (Wettbewerb Spielfilm)

22:15 Geschwister
R: Thomas Arslan, 82 min. (Retrospektive)

00:15 Trouble
R: Penelope Buitenhuis, 92 min. (Retrospektive)

Montag 14.04.

18:00 Kurzfilmprogramm 2
81 min. (Wettbewerb Kurzfilm)

20:00 Antons Fest
R: John Kolya Reichart, 93 min. (Wettbewerb Spielfilm)

22:15 Angel Express
R: RP Kahl, 82 min. (Retrospektive)

00:15 Nachtgestalten
R: Andreas Dresen, 103 min. (Retrospektive)

Mittwoch 16.04.

18:00 Kurzfilmprogramm 3
79 min. (Wettbewerb Kurzfilm)

20:00 Schwarzer Panther
R: Samuel Perriard, 77 min. (Wettbewerb Spielfilm)

22:15 Deckname Pirat
R: Eric Asch, 100 min. (Berlin Highlights)

00:15 Nah am Wasser
R: Marc Ottiker, 87 min. (Retrospektive)

Freitag 11.04.

18:00 Drei Finnen
R: Romina Seiz, 70 min. (Berlin Highlights)

20:00 Millionen
R: Fabian Möhrke, 84 min. (Wettbewerb Spielfilm)

22:15 Der Strass
R: Andreas Höntsch, 89 min. (Retrospektive)

00:15 Oben - Unten
R: Joseph Orr, 80 min. (Retrospektive)

Sonntag 13.04.

16:00 Berlin-Prenzlauer Berg. Begegnungen
R: Petra Tschörtner, 78 min. (Retrospektive)

18:00 Das merkwürdige Kätzchen
R: Ramon Zürcher, 72 min. (Festival Directors’ Choice)

20:00 Love Steaks
R: Jakob Lass, 89 min. (Spezial)

22:15 Oben - Unten
R: Joseph Orr, 80 min. (Retrospektive)

00:15 Alle Zeit der Welt
R: Matl Findel, 93 min. (Retrospektive)

Dienstag 15.04.

18:00 Männer zeigen Filme & Frauen ihre Brüste
R: Isabell Suba, 83 min. (Wettbewerb Spielfilm)

20:00 Wie ich lernte, die Zahlen zu lieben
R: Oliver Sechting und Max Taubert, 88 min. (Wettbewerb Dokumentarfilm)

22:15 Ostkreuz
R: Michael Klier, 83 min. (Retrospektive)

00:15 Das Leben ist eine Baustelle
R: Wolfgang Becker, 115 min. (Retrospektive)

Wettbewerb Spielfilm

Antons Fest

Regie: John Kolya Reichart, 2013, 93 min.
Darsteller: Andreas Bichler, Brigitte Böttrich, Milena Dreissig, Alexandra Finder, Frank Jacobsen

14.04. 20:00 Uhr

Antons Fest

Anton hat eingeladen und seine Familie ist gefolgt. Schnell wird aber klar, dass die zerrüttete Verwandtschaft unter all den schwelenden Konflikten kaum zum Feiern kommen wird. Das Landhaus, auf dem sie sich treffen, wird bald schon zum Austragungsort alter Kämpfe. Antons Mutter muss erschreckt feststellen, dass ihr Ex-Mann, der Vater der Familie auch anwesend ist. Ähnlich verwundert sind alle über die Anwesenheit von Antons manipulativer Ex-Frau. Eine komplexe Personenkonstellation mit einer undurchsichtigen Vergangenheit wird aufeinander losgelassen und niemand scheint die moralische Überlegenheit zu genießen. Der einzige, der dabei nicht auftaucht, ist Anton selbst. Eine Charakterstudie und eine scharfsinnige Betrachtung menschlicher Beziehungen. Mit klaustrophobischem Unterton zeigt Reichart eindrücklich wie die bloße Anwesenheit bestimmter Personen zu emotionalen Ausnahmesituationen führen kann.

Männer zeigen Filme & Frauen ihre Brüste

Regie: Isabell Suba, 2013, 83 min.
Darsteller: Anne Haug, Matthias Weidenhöfer, Eva Bay

15.04. 18:00 Uhr

Männer zeigen Filme & Frauen ihre Brüste

Das Glitzern des Film-Olymp aus der Nähe: Für die junge Regisseurin Isabell geht mit der Einladung zu den 65. Filmfestspielen in Cannes ein Traum in Erfüllung. Die anfängliche Begeisterung verliert sich jedoch schnell zwischen überbuchten Hotels, ungebetenen Übernachtungsgästen, sexistischer Filmauswahl und Akkreditierungschaos. Schließlich droht die Unfähigkeit ihres chauvinistischen Produzenten David den Pitch ihres neuen Filmprojektes vor die Wand zu fahren. Ein filmisches Experiment mit der Wirklichkeit. Im Rahmen ihrer Einladung nach Cannes trat Regisseurin Isabell Šuba ihre Identität an die Schauspielerin Anne Haug ab und schuf so eine ungeschönte Beobachtung des sexistischen Filmbusiness voller Situationskomik und Wahrheit. Bald stellt sich die tiefgreifende Erkenntnis ein: Hier zieht sich Frau besser warm an als tief ausgeschnitten.

Millionen

Regie: Fabian Möhrke, 2013, 84 min.
Darsteller: Andreas Döhler, Carola Sigg, Levin Henning, Godehard Giese, Peter Trabner

11.04. 20:00 Uhr

Millionen

Der Enddreißiger Thorsten ist mit seinem mittelständischen Leben in der Kleinstadt eigentlich ganz zufrieden. Als er 22 Millionen Euro im Lotto gewinnt, ist jedoch nichts mehr wie es war. Die Veränderungen in seinem persönlichem Umfeld machen sich schleichend, aber unaufhaltsam bemerkbar. Das beginnt mit Ehefrau Susanne, die im Prenzlauer Berg eine Edelboutique für Kindermode eröffnet. Und endet mit seiner Fußballmannschaft, die Thorsten samt seiner neuen, teueren Fußballschuhe wie einen Aussätzigen behandelt. Alte und neue Freunde planen bereits mit seinem Geld. Thorsten selbst wird zur tragischen Figur in einem Spiel, das er nicht mehr kontrollieren kann. Fabian Möhrkes Debüt-Film MILLIONEN erzählt in lakonischem Tonfall die Geschichte eines folgenschweren Hauptgewinns. Dabei interessiert ihn nicht so sehr die Frage, was Menschen mit so viel Geld anfangen, sondern eher, was das Geld mit den Menschen macht.

Schwarzer Panther

Regie: Samuel Perriard, 2013, 77 min.
Darsteller: Lucy Wirth, Ole Jacobs, Jonas Hien

16.04. 20:00 Uhr

Schwarzer Panther

Nach dem Tod ihrer Eltern kehren Emilie und Jakob zurück an den idyllischen Urlaubsort ihrer Kindheit inmitten der Alpen. Die beiden Geschwister haben sich jahrelang nicht gesehen, denn Jakob ist als professioneller Skateboarder ausgewandert und Emilie hat das Geschäft ihrer Eltern übernommen. Während sie auf Emilies Wunsch hin das gemeinsam geerbte Ferienhaus zum Verkauf vorbereiten, beginnt langsam eine tiefe, längst vergessene Verbundenheit zurückzukehren. Zwischen der Erinnerung an das Vergangene und dem Umgang mit der unmittelbaren Gegenwart entspinnt sich eine komplexe, undurchschaubare emotionale Situation voller Poesie und Intimität. Behutsam, aber mit großer visueller Intensität beschreibt der Film das Wiederaufkeimen einer unmöglichen Liebe. Dabei spiegeln die oft düster-malerischen Aufnahmen der rauen Bergwelt die paradoxe Gefühlswelt der Protagonisten und drücken aus was unausgeprochen bleibt.

Willkommen im Klub

Regie: Andreas Schimmelbusch, 2013, 86 min.
Darsteller: Patrycia Ziolkowska, Wolfram Koch, Bibiana Beglau, Samuel Finzi, Rosa Tietjen

12.04. 20:00 Uhr

Willkommen im Klub

Ein Hotel irgendwo in Berlin. Mitten in der Nacht. Die Zimmerschlüssel liegen schon bereit. Schnell wird klar, hierher kommt niemand zum übernachten, ganz im Gegenteil: Die Zimmer sind zum “Auschecken” gedacht. Ob sich die junge Frau, die sich zu später Stunde in eines der Zimmer begibt, wirklich umbringen will, ist nicht ganz klar, sie tut es jedenfalls nicht. Stattdessen verliebt sie sich in den Portier. Die beiden beginnen eine Beziehung, während Kate weiterhin einen Kurs zum “richtigen” Suizid besucht. Von skurrilen Charakteren begleitet, beginnt eine Reise durch surreale Episoden traumhafter Zustände in poetischer Sprache. Ein kunstvoll gewebter Teppich unterschiedlichster Zitate aus Theater, Literatur und Filmgeschichte. Zwischen Tragik und Komik entsteht aus der Montage und Kombination eine Metaebene, deren Aussagen vielfältiger kaum sein könnten.

Wettbewerb Dokumentarfilm

Wie ich lernte, die Zahlen zu lieben

Regie: Oliver Sechting und Max Taubert, 2013, 88 min.

15.04. 20:00 Uhr

Wie ich lernte, die Zahlen zu lieben

58 und 9: Todeskombination! Oliver Sechting leidet an „magischen Zwangsgedanken“ und kann mit bestimmten Zahlen- und Farbkombinationen nur schwer umgehen. Dennoch begibt er sich zusammen mit Max Taubert nach New York um in einem Dokumentarfilm die dortige Künstlerszene zu porträtieren. Als Olivers Krankheit Überhand nimmt, verschiebt sich der Fokus ihres Filmprojektes jedoch mehr und mehr weg von den Kreativen der Weltstadt und hin zu den Zwängen und Ängsten des Regisseurs. Bald bedrohen die entstehenden Spannungen zwischen den beiden Filmemachern nicht mehr nur das Projekt, sondern auch ihr enge Freundschaft.“Wie ich lernte die Zahlen zu lieben“ ist genauso New York-Film wie Psychogramm eines Zwangserkrankten und intimes Portrait einer Freundschaft. Interviews mit Künstlern wie Tom Tykwer, Ira Sachs und Jonathan Caouette geben dabei einerseits Einblicke in deren Lebensrealität und erläutern andererseits den Zustand des Interviewers.

Wettbewerb Kurzfilm

Kurzfilmprogramm 1

78 min.

12.04. 18:00 Uhr

The Silence between two Songs Kurzfilm

Circuit
R: Robert Gwisdek, 15 min.

Ich habe geträumt, dass Berlin brennt
R: Bastian Gascho, 18 min.

Les Fidélités
R: Côme Ledesert, 9 min.

Schwarzer Freitag
R: Sebastian Peterson, 3 min.

Tears
R: Miriam Dehne, 14 min.

The Silence between two Songs
R: Monica Lima, 19 min.

Kurzfilmprogramm 2

81 Min.

14.04. 18:00 Uhr

Der Fall Kurzfilm

Auf den Hund gekommen
R: Tom Sommerlatte, 20 min.

Business as usual
R: Lenn Kudrjawizki, 10 min.

Der Fall
R: Alexandre Koberidze, 10 min.

Hundekopftee
R: Marie-Catherine Theiler, 17 min.

Tanz mit ihr
R: Aylin Tezel, 24 min.

Kurzfilmprogramm 3

79 Min.

16.04. 18:00 Uhr

This is about senses and this is about happiness Kurzfilm

24/7
R: Jeannette Wagner, 14 min.

An der Tür
R: Miriam Bliese, 5 min.

Blauer Traum
R: Malte Stein, 10 min.

Blur Blue
R: Sonja Polligkeit, 16 min.

Diebe
R: Lauro Cress, 7 min.

This is about senses and this is about happiness
R: Rike Hoppe, 10 min.

Woanders
R: Nossa Schäfer, 17 min.

Festival Directors’ Choice

Das merkwürdige Kätzchen

Regie: Ramon Zürcher, 2013, 72 min.
Darsteller: Jenny Schily, Anjorka Strechel, Mia Kasalo, Luk Pfaff, Matthias Dittmer

13.04. 18:00 Uhr

Das merkwürdige Kätzchen

Ein Frühstückstisch und der ganz normale Wahnsinn einer mittelgroßen Familie. Chaotisch fliegen Gesprächsfetzen hin und her und es wird klar, dass am Abend ein Familienessen ansteht. Nach und nach tauchen die einzelnen Familienmitglieder auf und verschwinden wieder, während wir langsam einen Einblick in die Psychologie hinter den scheinbar belanglosen Gesprächen gewinnen. Roman Zürcher legt mit ruhiger Hand offen, was in der Routine meist verborgen bleibt. Dabei lässt er immer wieder überhöhte Momente von gerade zu poetischer Qualität in die eigentlich gewohnten Alltagsabläufe einbrechen.

Ich fühl mich Disco

Regie: Axel Ranisch, 2013, 98 min.
Darsteller: Frithjof Gawenda, Heiko Pinkowski, Christina Grosse, Robert Alexander Baer

10.04. 18:00 Uhr

Ich fühl mich Disco

Turmspringtrainer Hanno Herbst hat kein Verständnis für seinen Sohn – denn Florian ist dick, ein Tagträumer, hört Schlager und kann mit Mädchen nicht viel anfangen. Am glücklichsten ist er, wenn Hanno nicht da ist und er mit Mama im Disco-Outfit durch die Wohnung tanzen kann. Aber als eines schrecklichen Morgens plötzlich niemand mehr da ist, der die beiden Männer voreinander schützt, müssen Hanno und Florian lernen, allein miteinander auszukommen. Eine bunte Coming-Of-Age-Story über das Finden und Akzeptieren der eigenen Sexualität.

Berlin Highlights

Deckname Pirat

Regie: Eric Asch, 2013, 100 min.

16.04. 22:15 Uhr

Deckname Pirat

War mein Vater ein Spion? Diese Frage bildet den Ausgangspunkt der Reise eines Sohnes in die Vergangenheit seines verstorbenen Vaters. Denn die Lebensgeschichte des Amerikaners Robert Asch bleibt bis heute rätselhaft. Sein Sohn Eric sucht in den Stasi-Archiven, bei der NSA und in der eigenen Familiengeschichte nach Antworten. Das Ergebnis ist ein sehr persönlicher Dokumentarfilm, der gleichzeitig mit einem Augenzwinkern von den Machenschaften der Geheimdienste im Kalten Krieg berichtet.

Drei Finnen

Regie: Nicolai Borger, 2013, 70 min.
Darsteller: Juliane Gregori, Christian Martin Schäfer, Romina Seiz, Nicolai Borger, Marin Caktas

11.04. 18:00 Uhr

Drei Finnen

Jana und Yannick sind ein junges Ehepaar, das am Rande Berlins lebt. Jana arbeitet in der Stadt als Grafikdesignerin und so ist Yannick unter der Woche immer allein. Ihn stört es nicht; er ist Schriftsteller, liebt die Ruhe. Doch dann taucht die junge Künstlerin Marie auf. Ein wunderschöner Sommer beginnt, doch auf dem Dorf kennt jeder jeden und so spricht sich seine Liebschaft schnell herum. Ein improvisierter und authentischer Film im Dogma-Stil, der das ganze emotionale Dilemma eines Mannes offenbart, der zwischen zwei Frauen steht.

Love Steaks

Regie: Jakob Lass, 2013, 89 min.
Darsteller: Lana Cooper, Franz Rogowski, Kerstin Abendroth, Daniela Adenauer

13.04. 20:00 Uhr

Love Steaks

Clemens tritt eine neue Stelle als Masseur in einem Luxushotel an. Er ist schüchtern und sensibel und arbeitet gerne mit den Energien seiner Gäste. Die Damen, die er massiert, verfallen seinen Händen und machen ihm Avancen, mit denen er nicht umgehen kann. Auf die harte Tour versucht es Lara aus der Küche. Sie schüttelt Clemens durch und lockt ihn aus der Reserve. Sie ist das Messer, er der Löffel. Schaf und Wolf, Gegensätze ziehen sich an. Ein ungleiches Paar verliebt sich. Dreckig, blutig, groß und echt.

Retrospektive Berlin im Film der 90er Jahre

achtung berlin - new berlin film award 2014 Plakat

Alle Zeit der Welt

Regie: Matl Findel 1996, 93 min.
Darsteller: José van der Schoot, Ivana Broukova, Ruth Vaughn, Matthew Burton

Berlin als internationales Drehkreuz: Während dem australischen Piloten Matthew gerade die Frau davon gelaufen ist, läuft dem Eishockeytorwart Anton die Zeit davon, weil der schmetterlingsförmige Tumor in seinem Kopf die Tage zählt. Darum will Anton nun alles anders machen. Dabei wird er inspiriert vom tschechischen Au-Pair-Mädchen Ivana samt ihrer bodenständigen Auffassung von Glück und der holländischen Künstlerin Toost, die luftig vergängliche Werke am Kreuzberg aufstellt. In Matthew widerum findet die flugängstliche englische Biologin Lilith einen Unterstützer in ihrem Kampf um Visum und Finanzmittel für ihre Braunbärexpedtion in die mongolische Wüste. Ein mit leichter Hand inszenierter Reigen von fast buddhistischer Gelassenheit, ein Moment der Verzögerung und Magie in einer Stadt der Großbaustellen und zunehmenden Geschwindigkeit.

achtung berlin - new berlin film award 2014 Plakat

Angel Express

Regie: RP Kahl, 1997, 82 min.
Darsteller: Chris Hohenester, Wilfried Hochholdinger, Dave Allert, Rolf Peter Kahl, Eva Habermann

Berlin am Ende des Jahrtausends: Technobeats geben den Rhythmus vor, eine Hand voll Menschen treffen und verlieren sich wieder in einer Nacht, die schicksalhaft verbindet, aber niemanden ans Ziel bringt. Die Prostituierte, der Polizist, die Fotografin, das Model und der Exzentriker - sie alle surfen als Großstadt-Singles von Club zu Club durch die Nacht, auf der Suche nach dem ultimativen Kick, der alles gewinnen und alles zerstören kann. Eine von Hand zu Hand gehende Pistole setzt diesem Lebensgefühl ein gefährlich reales Ultimatum und verbindet die Figuren sowie ihre Geschichten zu einem modernen Reigen in dieser Sinfonie einer Großstadt. Am Ende der Nacht fällt ein Schuss, der wie eine Befreiung sein wird. Mit seinem Sound, seiner urbanen Coolness und dem exzentrischen Lifestyle seiner rastlosen Figuren zählt ANGEL EXPRESS zu den frühen Vorläufern der vielen Berliner Drifter-Filme, die in den Nuller Jahren entstanden sind.

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Berlin - Prenzlauer Berg. Begegnungen

Regie: Petra Tschörtner, 1990/91, 78 min.

Die Ost-Berliner Band “Herbst in Peking” singt “We need revolution“ in den Trümmern der Mauer am Rande von Prenzlauer Berg. Dabei ist im Mai ‘90 schon fast alles gelaufen. Im „Prater“ schwooft Knatter-Karl mit seiner Freundin, Hausbesetzer träumen von Anarchie und Näherinnen erklären, warum die Vietnamesen zuerst entlassen werden. Ein einsamer Gast aus dem „Wiener Cafe“ singt zum Abschied das Lied von der Heimat und Frau Ziervogel, Inhaberin von Berlins berühmtester Würstchenbude, segnet das erste Westgeld. Der Tag der Währungsunion ist da. Wird der Prenzlauer Berg bleiben können, was er ist? Die schwarz-weißen Bilder von den großen Umbrüchen in der kleinen Welt um die Schönhauser Allee haben 25 Jahre nach Mauerfall und Wiedervereinigung nichts von ihrer hypnotischen und emotionalen Kraft verloren.

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Das Leben ist eine Baustelle

Regie: Wolfgang Becker, 1997, 115 min.
Darsteller: Jürgen Vogel, Christiane Paul, Ricky Tomlinson, Martina Gedeck, Armin Rohde

Nur durch Zufall gerät Jan Nebel eines Abends in eine Straßenschlacht zwischen Demonstranten und der Polizei, aber dieser Zufall verändert alles für ihn. Er begegnet der geheimnisvollen Vera und prügelt sich mit den beiden Männern, die sie verfolgen, nicht ahnend, dass beide Polizisten in Zivil sind. Jan muss die Nacht in Haft verbringen, bekommt eine hohe Geldstrafe und verliert zudem noch seinen Job als Schlachter. Aber er begegnet Vera erneut, und die Liebe könnte ihren Lauf nehmen... Regisseur Wolfgang Becker bewies ein ausgezeichnetes Gespür für die Themen der Zeit: Straßenschlachten im Prenzlauer Berg(!), Ost trifft West, alternatives Leben in unverputzten Wohnungen, dazu Angst vor Aids, Performance-Kunst in Lagerhallen, ein Buddy zum Verlieben und das für Berlin bis heute symptomatische Sichdurchwursteln. Mit dieser Mischung traf er den Nerv der Zeit und machte DAS LEBEN IST EINE BAUSTELLE zu einem der erfolgreichsten Berlin-Filme aller Zeiten.

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Der Strass

Regie: Andreas Höntsch, 1991, 89 min.
Darsteller: Sylvia Franke, Thomas Pötzsch, Eberhard Mellies

Ostberlin 1989: Blind vor Verliebtheit verpasst der Fotojournalist Georg den wichtigsten “Fall” des Jahres. Obwohl ihn die geheimnisvolle Schlangenfrau “Miss Albena” abblitzen lässt, folgt er ihr auf Schritt und Tritt. Zusehends verliert er sich in seinen Tagträumen. Vorstellung und Realität geraten durcheinander. Als er sie im Zirkus mit einem anderen Mann sieht, kennt seine Eifersucht keine Grenzen. Später begegnet Georg ihr auf dem Weg zur Entbindung im Krankenhaus und er muss der Wirklichkeit ins Auge blicken. Inhaltlich und formal setzt sich Andreas Höntschs düster-buntes Film-Kaleidoskop auf ungewöhnliche Weise mit den dramatischen Veränderungen der Zeit auseinander.

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Geschwister

Regie: Thomas Arslan, 1997, 82 min.
Darsteller: Faszli Yurderi, Hildegard Kuhlenberg, Savaş Yurderi, Serpil Turhan

Kreuzberger Slang: Die Geschwister Erol, Ahmed und Leyla wachsen in der Wohnung ihrer Eltern in Kreuzberg auf – die Mutter ist Deutsche, der Vater Türke. Erol ist türkischer Staatsbürger geworden, fürchtet sich aber vor der Einberufung zum Militär. Ahmed und Leyla haben andere Pläne. Alle drei durchkreuzen unentwegt ihr vertrautes Kreuzberg auf der Suche nach dem richtigen Weg im Leben. Entlang an scheinbar endlosen Häuserwänden, durchbrochen von flimmernden Straßenfluchten bewegen sie sich in ganz unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Plötzlich eröffnen sich neue Perspektiven. “Geschwister” ist ein ganz besonderer Kreuzberg-Film. Atmosphärisch dicht, in langen Kamerafahrten zeichnet er ganz beiläufig einen ganz eigenen Lageplan von Stadt und Leben.

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Nachtgestalten

Regie: Andreas Dresen, 1999, 103 min.
Darsteller: Meriam Abbas, Dominique Horwitz, Oliver Bäßler, Susanne Bormann

Nächtlicher Großstadtdschungel: Der erste Papstbesuch im wiedervereinigten Land steht bevor, während einige ganz verschiedene Berliner auf der Suche nach ihrem ganz persönlichen “Paradies” sind. Für das Obdachlosenpaar Hanna und Victor ist das eine Nacht in einem warmen Bett, für Jochen, den Bauer aus der Provinz dagegen eine Frau an seiner Seite und für den gestressten Angestellten Peschke schließlich ein geruhsamer Feierabend. Doch wie es im Leben so ist, sind die scheinbar einfachen Dinge oft am schwierigsten zu haben. Eine rauhe Großtadtballade mit viel Herz und Humor, die ihre Figuren auf ihrer nächtlichen Odysee mit Handkamera auf Augenhöhe begleitet. Ende der 90er Jahre verläuft die Grenze nicht mehr zwischen Ost und West, sondern zwischen oben und unten.

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Nah am Wasser

Regie: Marc Ottiker, 1994, 87 min.
Darsteller: Christof Krix, Sven Pippig, Barbara Philipp

Günther lebt in Neukölln und hat keine Freunde. Er verbringt den Tag als Möbelpacker und den Abend als Biertrinker. Seine dumpfen, rassistischen Neigungen lebt er bei den Republikanern aus. Nur am Wochenende hat er Erfolgserlebnisse, wenn er beim Modellboot-Wettbewerb gewinnt. Eines Abends, Günther schaut gerade eine WM-Übertragung in seiner Stammkneipe, scheint es mit seiner Einsamkeit ein Ende zu haben: die Bankangestellte Franziska betritt sein Leben, mit ihrem Faible für billigen Schick, Kaugummis und die NPD… NAH AM WASSER, nach seiner Fertigstellung ein heiß diskutierter Film, zeichnet mit semi-dokumentarischem Gestus und außergewöhnlicher Tongestaltung eine düsteres Neukölln der Eckkneipen und Kleinkriminellen - Lichtjahre weit weg von dem hippen Kreuz-Kölln unserer Tage.

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Oben - unten

Regie: Joseph Orr, 1994, 80 min.
Darsteller: Marco Bahr, Sophie Rois, Eva Weißenborn, Bärbel Bolle

Der Prenzlauer Berg und die Mitte Berlins, eine Großbaustelle, die versehentlich schon bewohnt wird. Franz ist einer ihrer Einwohner und verteidigt zunächst tapfer seinen kleinen Verlag gegen drohende Pleite und Sanierung. Gerade hat ihn seine Freundin wegen eines Vegetariers verlassen, da zieht unter ein “Kerl” ein, der Tag und Nacht in seiner Wohnung bohrt und sägt, bis der Franz merkt, das der Kerl eine Frau im Blaumann ist. Dies ist der unwahrscheinliche Beginn einer schrägen Liebesgeschichte. Mit den Mitteln einer klassischen ″Romantic Comedy″ und viel humoristischem Gespür für alltägliche Widrigkeiten folgt der Film den amourösen Fehltritten seiner sympathischen Figuren durch eine grandiose Stadtlandschaft der unsanierten, ockerfarbenen Hausfassaden. Ein “Must See” für alle, die (noch einmal) erleben möchten, welche Farbe der Osten Berlins in Wirklichkeit hatte.

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Ostkreuz

Regie: Michael Klier, 1991, 83 min.
Darsteller: Laura Tonke, Miroslaw Baka, Stefan Cammann, Henry Marankowski

Berlin im Jahre Null der Wende gleicht einem unwirtlichen Niemandsland. Die 15-jährige Elfie und ihre Mutter sind nach der Flucht über Ungarn in einem Containerlager am Stadtrand gelandet. Während sich die Mutter mit der Lage arrangiert, setzt Elfie alles daran sich aus dieser unwürdigen Situation zu befreien. Bei ihren Versuchen Geld aufzutreiben, lernt sie den jungen Polen Darius kennen und wird in seine Schwarzmarktgeschäfte verstrickt. Auf ihren Streifzügen durch die leere Mitte Berlins trifft Elfie auf Edmund, der von seinen Eltern in Ostberlin zurückgelassen wurde. Zögernd nähern sich die beiden an und schnell wird klar: Die Jungen müssen ihren Weg alleine finden. OSTKREUZ gilt zurecht als echter Berlin-Film-Klassiker. Die trostlose Grundstimmung des Settings spiegelt mit großer Intensität die fast aussichtslose Lage der Figuren wieder. Laura Tonke überzeugt in ihrer ersten Filmrolle.

achtung berlin - new berlin film award 2014 Plakat

Sperrmüll

Regie: Helke Misselwitz, 1989-91, 82 min.

Sie trommeln ihren Unmut auf Gegenstände, die andere Leute weggeworfen haben, die vier Jungs von »Sperrmüll«. Neugierig, was aus ihnen und ihren Träumen wird, beginnt Regisseurin Helke Misselwitz die Dreharbeiten für diesen Film im Frühsommer ’89 und konzentriert sich auf Enrico und seine Mutter Erika. Als die Mutter in den Westen heiratet, entscheidet sich der Sohn für Ostberlin, verabschiedet sich von ihr am Grenzübergang. Schon wenig später werden die Karten neu gemischt: Aber auch nun, als sie sich im November so überraschend schnell wiedersehen können, bleibt Enrico ein Ostberliner und besteht auf eine eigene kulturelle Identität. Die Sperrmüll- Musiker wollen Bürger in ihrem eigenen Staat bleiben, sehen der nahenden Wiedervereinigung mit Skepsis entgegen.

achtung berlin - new berlin film award 2014 Plakat

Trouble

Regie: Penelope Buitenhuis, 1993, 92 min.
Darsteller: Yvonne Ducksworth, Jan Erik Engel, Detlef Benedix, Françoise Cactus, Erdal Yildiz

Rockiger Kiez: Tausende junger Leute sind in die Stadt gekommen, um die neu entstandene Freiheit ausprobieren zu können. Im Osten tobt der Kampf um besetzte Häuser, und Kreuzberg erlebt politisch unruhige Zeiten. Zu den vielen, die sich in der Stadt ohne Mauern ein neues Leben aufbauen wollen, gehört die Kanadierin Jonnie. Sie ist jung, impulsiv und kann gut singen. Für ihre alte Heimat empfindet sie nur Verachtung. Den miesen Job als Bedienung in einer Besetzerkneipe macht sie gerne, solange sie gleichzeitig die Frontfrau der Band »Jellobelly« sein kann. Für die Band ist das alternative »Rock House« eine zweite Heimat. Doch eines Tages fällt das abbruchreife Haus Spekulanten in die Hände. Auf der Straße und in besetzten Häusern gedreht, macht TROUBLE die “improvisierte” und “anarchische” Atmosphäre jener Tage auch für heutige Zuschauer erlebbar. Den Soundtrack lieferte die Punk-Rock-Sängerin und Hauptdarstellerin Yvonne Ducksworth.