Rhinland. Fontane

Rhinland Fontane Film 02

Wanderungen durch die Mark

RHINLAND. FONTANE. Zweiter Teil von Bernhard Sallmanns filmessayistischer Fontane-Tetralogie "Wanderungen durch die Mark Brandenburg". Ebenfalls im Programm: der erste Teil ODERLAND. FONTANE.

Filmgespräch
Sonntag, 15. April 16:00 Uhr
Mit Regisseur Bernhard Sallmann

Bernhard Sallmann arbeitet an einem vierteiligen Filmprojekt in Auseinandersetzung mit Theodor Fontanes in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verfassten Reisereportagen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. So wie Fontane die Texte in vier den Himmelsrichtungen zuordenbare Bücher bündelte, umfasst Sallmanns Zyklus ebenfalls vier Filme. Nach dem bereits fertiggestellten Film ODERLAND. FONTANE liegt nun als zweiter Teil RHINLAND FONTANE vor. So wie Fontane macht auch Sallmann die Flüsse und das Wasser zu einem entscheidenden Darsteller.

Sein Interesse ist einerseits ein historisches, das sich in der genauen Rezitation der aus Fontanes Buch „Die Grafschaft Ruppin“ ausgewählten Stellen abzeichnet: Arbeitsverhältnisse von Torfstechern, preußischer Militarismus, kapitalistisches Spekulantentum, Selbstreflexionen des Autors oder die einschneidende Erfahrung des 30jährigen Krieges. Andererseits ist Sallmanns Konzept einer strengen Orts- und Landschaftsregistratur in langen statischen Einstellungen mit Originalton der Gegenwart verpflichtet: Fernverkehrsstraßen durchziehen eine vom Menschen bearbeitete Sumpflandschaft, verschwiegene Seen tun sich auf im Buchenwald. Der Film verzichtet gänzlich auf Bildarchivmaterial und setzt keine eigene Erzählung hinzu.

Erstaunlicherweise ergibt sich aus der Linienführung der Elemente „Text“ und „Ort“ ein vielfältiges Gespräch des 19. Jahrhunderts mit unserer Gegenwart: In Linum, wo die Torfstecher arbeiteten, brüten heute Zugvögel. Auf Schloss Meseberg, wo Major Kaphengst in Klausur von Prinz Heinrich ferngehalten wurde durch königliche Order, empfängt die Bundesregierung heute ihre Gäste. Dieser Kunstgriff ermöglicht dem Publikum einen sehr freien Umgang mit dem Film.

Filmkritik IndieKino Berlin:
In dieser Ruhe entfalten sich die ebenso ruhigen wie geschliffenen und blitzwachen Texte Fontanes. Sie finden Worte für das spröde Grün-Grau, ergänzen Schichten von Vergangenheit – Fontanes Eindrücke um die Mitte des 19. Jahrhunderts, aber auch historische Anekdoten, die weiter zurückführen – und reihen die Zuschauer ein in eine lange Tradition von Brandenburg-Besuchern.

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