Intrige - J'accuse (2019)

Intrige Roman Polanski Film 04

Historiendrama von Roman Polanski
Die Dreyfus-Affäre

Silberner Löwe Großer Preis der Jury
Filmfestspiele Venedig 2019
Beste Regie + Bestes adaptiertes Drehbuch
César Französischer Filmpreis 2020

INTRIGE - J'ACCUSE
Französische Originalversion mit deutschen Untertiteln
French language with German subtitles
En version originale sous-titrée

Intrige Roman Polanski Film 02

Intrige

Webseite zum Film • Originaltitel: J'accuse • Historiendrama, Thriller • Frankreich/Italien 2019 • 132 Minuten • Regie: Roman Polanski • Drehbuch: Roman Polański, Robert Harris • Produktion: Alain Goldman • Kamera: Paweł Edelman • Musik: Alexandre Desplat • Schnitt: Hervé de Luze • Darsteller: Jean Dujardin, Louis Garrel, Emmanuelle Seigner, Grégory Gadebois • Kinostart: 06. Februar 2020

Am 5. Januar 1895 wird der junge jüdische Offizier Alfred Dreyfus wegen Hochverrats in einer erniedrigenden Zeremonie degradiert und zu lebenslanger Haft auf die Teufelsinsel im Atlantik verbannt. Zeuge dieser Entehrung ist Marie-Georges Picquart, der kurz darauf zum Geheimdienstchef der Abteilung befördert wird, die Dreyfus der angeblichen Spionage überführte. Anfänglich überzeugt von dessen Schuld kommen Picquart Zweifel, als weiterhin militärische Geheimnisse an die Deutschen verraten werden. Doch seine Vorgesetzten weisen ihn an, die Sache unter den Tisch fallen zu lassen. Entgegen seines Befehls ermittelt er weiter und gerät in ein gefährliches Labyrinth aus Verrat und Korruption, das nicht nur seine Ehre, sondern auch sein Leben in Gefahr bringt.

Roman Polanskis aufwändig produzierter Film INTRIGE nach dem Bestseller von Robert Harris erzählt von dem wahrscheinlich größten politischen Skandal des späten 19. Jahrhunderts, der die französische Gesellschaft zutiefst erschütterte: ein ungeheuerliches Geflecht aus Antisemitismus, Macht und Vertuschung. Präzise wie packend inszeniert und von erschreckender Aktualität wirft das Historiendrama universelle Fragen nach Schuld, Gewissen und Wahrheit auf. Der mit Oscar®-Preisträger Jean Dujardin (THE ARTIST) hochkarätig besetzte Film gewann bei den Filmfestspielen von Venedig 2019 den Großen Preis der Jury.

Intrige J'Accuse Film 2019

Intrige: "Man sollte sparsam mit Superlativen hantieren, aber dieser Film ist ein Meisterwerk. [..] Mitunter fängt die Kamera regelrechte Genrebilder ein. Es ist manische Präzision am Werk, wenn es um Interieurs und Gesellschaftsszenen geht: ein Picknick im Park, als habe es Monet gemalt, und Cafés, als seien alte Fotos wie durch ein Wunder animiert worden. [..] Den Schauspielern beim hypergenauen Spielen zuzuschauen ist hier ein Fest." Von Adam Soboczynski, Die Zeit
Endstation Teufelsinsel: "Polanski - Jahrgang 1933, der wichtigste europäische Regisseur der vergangenen sechs Jahrzehnte - inszeniert den Film, seinen besten seit vielen Jahren, wie einen Detektivkrimi, nüchtern und schnörkellos. "Intrige" ist über weite Strecken ein Kammerspiel, ein konzentriertes Ringen um die Wahrheit vor prächtigen Kulissen. Dabei vertraut er ganz auf die Kraft seines Stoffs." Von Martin Wolf, Der Spiegel

Intrige Roman Polanski Film 07

Gelungener Film, schwieriger Fall: "Man könnte viel sagen über diesen sehr gelungenen Film, in dem jede Kameraeinstellung wie ein Gemälde aussieht. Wie ein verrußtes, schmuddeliges Bild, das zu lange in Amtsstuben hing, in denen Vorurteile und Missgunst nie rausgelüftet werden konnten, weil das Fenster immer klemmt, so wie in Picquarts Büro. Das Erzähltempo ist perfekt austariert, die Schauspieler sind allesamt hervorragend. Auch sein Plot gäbe genug her für Rezensionen, die sich ganz auf die Aktualität dieses historischen Paradefalls von Antisemitismus konzentrieren." Von Kathleen Hildebrand, Süddeutsche Zeitung

Intrige Roman Polanski Film 05

Die Republik am Abgrund: "Polanskis Film handelt nicht in erster Linie vom Antisemitismus in der Gesellschaft, sondern von den maroden Institutionen und Behörden, die dem Mob nicht mehr standhalten können und daher politische Urteile fällen. Wenn der Film eine Lehre transportiert, dann die, dass es nicht auf eine bestimmte Gesinnung ankommt, sondern auf die Würde des Rechtsstaats und auf republikanischen Purismus, der sich von den aufgestachelten Stimmungen der Massen nicht anstecken lassen darf." Von Adam Soboczynski, Die Zeit
Farce, Fälschung und Verleumdung: "Bei allem Streit, der sich an der Person Roman Polanski entzündet, muss man seinem neuesten Film eines unbedingt zugestehen: Er zeigt die Ereignisse der Dreyfus-Affäre in einer Trockenheit und Bündigkeit, die dem Staunen Tür und Tor öffnet. Denn während er den Zuschauer und die Zuschauerin von lange gehegten Unkenntnissen befreit, entlässt er sie mit einer Frage, die ins eigene Selbstbewusstsein zielt: Warum eigentlich wollte man das alles bisher gar nicht so genau wissen?" Von Barbara Schweizerhof, taz

Intrige Roman Polanski Film 03

Porträt eines frühen Whistleblowers: "Wenn sich der 86-jährige Regisseur hier mit Fragen von Entehrung und Rehabilitierung beschäftigt, reflektiert er nicht etwa die Vergewaltigungsvorwürfe, die ihn dauerhaft seine soziale Reputation gekostet haben. Als INTRIGE beim Festival in Venedig mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet wurde, flammte einmal mehr die Grundsatzdebatte um eine gebührende Bewertung des Verhältnisses zwischen Künstler und Werk auf. Kann man – bei aller artistischen Meisterschaft – einen Film von Roman Polanski auch in seiner moralischen Integrität beglaubigen? Absolut, wie dieses hochkonzentrierte Alterswerk beweist." Von Frank Junghänel, Berliner Zeitung

Intrige Roman Polanski Film 06

Historie für heute: "Über Roman Polanski wird heftig debattiert... Was sich an diesem Fall eines umstrittenen Regisseurs aber eben auch zeigt, ist, wie falsch es wäre, INTRIGE mit der Person Polanski zusammen zu verurteilen. Man mag von dem Mann und seiner Vergangenheit halten, was man will. Sein Film ist unbestreitbar ein künstlerisch herausragendes, politisch relevantes und gesellschaftlich dringend notwendiges Werk." Von Thomas Abeltshauser, Der Freitag

Intrige Roman Polanski Film 08

Die Schatten der Geschichte: "Roman Polanskis meisterhafte Verfilmung der Dreyfus-Affäre kommt ins Kino – überschattet von den Missbrauchsvorwürfen gegen den Regisseur. [..] Es gibt gute Gründe, mit Polanski nichts zu tun haben zu wollen oder auch seine Filme zu boykottieren. Aber er ist auch nicht Leni Riefenstahl oder Veit Harlan. Was immer man gegen Polanski vorbringen kann, es findet sich nicht in seinen Filmen. [..] Nach DER PIANIST hat Polanski noch einmal einen bleibenden filmischen Erinnerungsstein gesetzt – zum Gift des Antisemitismus, zur Pest der Medienmanipulation." Von Daniel Kothenschulte, Frankfurter Rundschau

Intrige Roman Polanski Film 10

Intrige: "Zusätzlich zu dem belegten Missbrauchsfall aus dem Jahr 1977 wurde nun ein weiterer Vergewaltigungsvorwurf gegen Polanski erhoben. Doch was auch immer man vom Menschen Polanski hält, als Filmemacher beweist er mit dem neuen Werk abermals seine überragenden handwerklichen wie künstlerischen Fähigkeiten. INTRIGE ist sein kraftvollster und wichtigster Film seit langem. Und so widersprüchlich es klingen mag: Für sich betrachtet und im Gegensatz zu seinem Urheber besitzt dieser Film auch eine moralische Strahlkraft." Von Patrick Seyboth, epd Film

Intrige Roman Polanski Film 01

Packendes Geschichtsdrama: "Trotz seiner Kritik und trotz der Lässigkeit, mit der Polanski die politischen und gesellschaftlichen Schwächen einer Massendemokratie aufzeigt: Der Film atmet eine gewisse Nostalgie für die 'Belle Epoche' mit ihren prachtvoll überladenen Innenräumen, den ledergebundenen Büchern und einer Kommunikation, die ganz auf Schrift und Papier basiert." Rüdiger Suchsland, SWR2
Film der Woche: "Die Komplexität seiner Hauptfigur bildet die Grundlage eines komplexen, großartigen Films, der allerdings kein bisschen eine staubige Geschichtsstunde in einfacher Schwarz-Weiß-Schattierung ist... Wie in INTRIGE Vergangenheit und Gegenwart, Historisches und Aktuelles zusammenfließen, das macht Polanskis Film zu einem Meisterwerk." Hartwig Tegeler, Deutschlandfunk
Polanskis bester Film seit DER PIANIST: "Ein historisches Whistleblower-Thriller-Drama, wie es aktueller, spannender und aufwühlender kaum sein könnte. Eine Rückkehr zu früheren Triumphen für Roman Polanski." Christoph Petersen, Filmstarts