(2019)

Erde 2019 Film Nikolaus Geyrhalter

Dokumentarfilm von Nikolaus Geyrhalter
Das Verhältnis von Mensch und Erde

"Geyrhalters teils atemberaubende Einstellungen – Mondlandschaften mit Riesenmaschinen wie winzige Ameisen, die Marmorkathedralen von Carrara, das wellenförmig sich aufstülpende Land nach einer Dynamitexplosion – spielen ihr Faszinosum als Frage an den Zuschauer zurück. 'Das Erhabene, Majestätische zu zeigen, dafür braucht man nicht mal ein guter Kameramann zu sein, man braucht es nur einzufangen', sagt Geyrhalter. 'Man denkt, Wahnsinn, toll, aber was passiert hier eigentlich?'" BERLINER ZEITUNG

ERDE
Originalversion mit deutschen Untertiteln
Original language with German subtitles

Erde 2019 Dokumentarfilm

Erde

Dokumentarfilm, Österreich 2019, Länge: 121 Minuten • Regie und Kamera: Nikolaus Geyrhalter • TrailerWebsite zum Film

Wir leben im Zeitalter des Anthropozän, in dem der Mensch der entscheidende Faktor für die fundamentalen Veränderungen des Planeten ist. Dies versteht Nikolaus Geyrhalter ganz konkret und zeigt, wie der Mensch die Erde an ihrer Oberfläche bewegt und verändert.

Mehrere Milliarden Tonnen Erde werden durch Menschen jährlich bewegt – mit Baggern, Bohrern oder Dynamit. Nikolaus Geyrhalter beobachtet in Minen und Steinbrüchen, an Großbaustellen und Kohleabbaugebieten die Menschen bei ihrem ständigen Bestreben sich den Planeten untertan zu machen und sich seine Rohstoffe anzueignen: Eine Bestandsaufnahme der Menschheit als wichtigster Einflussfaktor auf die fundamentalen und unwiderruflichen Veränderungen ihres Heimatplaneten.

In sieben Kapiteln führt Nikolaus Geyrhalter an Stätten des Tage- und des Tiefbaus in Europa und Nordamerika, die sonst nur schwer zugänglich sind. Am Brenner wird ein Basistunnel durch den Berg getrieben, um die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt zu ermöglichen. Um die weltweite Nachfrage zu stillen werden in den Marmorsteinbrüchen im italienischen Carrara heute hundert Mal mehr Blöcke abgetragen als noch vor dreißig Jahren. Im ehemaligen Salzbergwerk im deutschen Wolfenbüttel wiederum ist man darum bemüht, größtmöglichen Stabilität zu bewahren, damit – bis ein neues Endlager gefunden wird – der dort gelagerte Atommüll keine weiteren Schäden verursachen kann.

Der Film zeigt Baustellen und Tagebaugebiete, die durch unermüdliche Umwälzungen vonimmensem Ausmaß offene Wunden in der Erdkruste zurücklassen: im Braunkohletagebau im ungarischen Gyöngyös inmitten eines prähistorischen Sumpfzedernwaldes, in den Kupferminen am spanischen Rio Tinto, wo seit dem Römischen Reich Metall abgebaut wird, inmitten der Ölsande im kanadischen Alberta auf dem Gebiet einer First Nation oder auf einer Riesenbaustelle im kalifornischen San Fernando Valley, wo Berge geschliffen werden, um leicht zu bebauende Grundstücke für neue Städte zu schaffen.

Erde Film Nikolaus Geyrhalter 2019