Die Wahrheit über die Stasi - Der Film

Eine Filmgroteske über die DDR im Jahr 2008

„… so stellte die nach der XI. Parteikonferenz im Jahre ’89 konsequent und zielstrebig in Angriff genommene Verwirklichung der Reformbeschlüsse des ZK der SED eine echte und tiefgreifende Veränderung aller Bereiche des sozialistischen Lebens dar. Fehler und Irritationen der Vergangenheit konnten im Vorwärtsschreiten von Volk und Partei endgültig überwunden werden. So können wir kurz vor Abschluß des Aufgebotes – DDR 60 – und ein Jahr vor dem großen Geburtstag sagen: Unsere DDR ist stark und erwachsen geworden...“

Aus dem Referat des Genossen Eberlein auf dem XXVI. Parteitag der SED, Mai 2008

Kurzbeschreibung

Die DDR im damals utopisch fiktiven Jahr 2008 - ein Jahr vor dem 60. Geburtstag der Republik - als ewig währender, realsozialistischer Kostümball. Staatssicherheit und Opposition in symbiotischem Tanz engumschlungen. Die untergehende DDR als fröhliches Geländespiel mit Musik.

Die in der frühen Nachwendezeit an den gerade verlassenen und noch sitzwarmen originalen Schauplätzen wie Erich Mielkes Büro in der Stasizentrale in der Normannenstrasse gedrehte Satire verzichtet wohltuend auf jeglichen peinlichen Stasi-Schwulst heutiger Tage. Irrwitzig ostdeutsche Bilder und Figuren und die Musik verschiedener Ostberliner Bands füllen eine schräge Flaschenpost aus einer längst untergegangenen Welt.

Über den Film

Die erste Fassung von 1992 galt als verschollen und wurde 2008 von ehemaligen Mitgliedern der Dissidentengruppe Arbeitsgruppe 1 aufgefunden und neu bearbeitet.

Der Film ist eine Satire auf die politischen und geistigen Zustände in der DDR der ausgehenden 80er Jahre. Die Musik zum Film stammte vom Feeling B-Keyboarder Christian Lorenz (Flake) - seit 1994 bei Rammstein - und anderen ostdeutschen Bands und Musikern.

Gedreht wurde der Film an Originalorten im ehemaligen Hauptgebäude des Ministerium für Staatssicherheit in Berlin-Lichtenberg, zu diesem Zeitpunkt schon die Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße sowie in Berlin-Mitte und Berlin-Prenzlauer Berg.

Inhalt

Eine junge Frau bespitzelt ihren Liebhaber, der wiederum sie bespitzelt. Nach dem Sex telefoniert der Mann mit seinem Führungsoffizier, während sie den Kondom eintütet und verschickt. Im Fernsehen laufen die Sendungen Aktuelle Kamera und MfS Intern. Eine vierköpfige Jugendbrigade aus dem Stahl-Kombinat "Johannes R. Becher" berichtet von ihren Erfolgen bei der Gründung und späteren Zerschlagung oppositioneller Gruppen innerhalb des Betriebes. In der Normannenstraße klagt der Leiter der HA/VI, Hauptmann Clementz, über den mangelhaften Erfolg bei den jüngsten Aktionen und macht sich schon auf Bergwerksarbeit oder Sibirien gefasst. Im Prenzlauer Berg findet eine konspirative Dichterlesung mit bärtigen Oppositionellen statt, nach der Veranstaltung erstattet der Dichter instant Bericht an seinen Führungsoffizier. Eine junge Musikband spielt im Hauptgebäude zur Erbauung von Hauptmann Clementz auf, die beiden Offiziere im besonderen Einsatz wehren das Eindringen zweier bärtiger Oppositioneller im Trabant auf das Stasi-Gelände ab.

Währenddessen reist ohne Unterlass IM Ausland„der beste Mann im NSW“ – durch die Welt, von Mexiko nach Rom und London und wieder zurück an die Spree. Man hat ihm einen Koffer mit einer Bombe untergeschoben, die ihn ausschalten soll, aber auf dem Flughafen von Rom von einer anderen Reisenden verwechselt und mitgenommen wird. Der Agent reist zurück nach Berlin, wo er aus Versehen ertrinkt.

Am Ende feiert der Alte – der General – Geburtstag, alle Oppositionellen und Offiziere finden sich auf der feucht-fröhlichen Orgie im Hauptbüro wieder. Die beiden Offiziere im besonderen Einsatz müssen erneut ein oppositionelles Eindringen abwehren, sie verunglücken dabei und werden von den hilfsbereiten Bärtigen versorgt.

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