Berliner Kinos im Lockdown

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Kinoprogrammpreis 2021

15. April 2021
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Tilsiter Lockdown März 2021

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Das Lichtspiel ist aus Lockdown Kinos November

Lichtspiele des Ostens

Kino Intimes Oktober 2020 W Gladow

- Newsletter Oktober 2020 -
Die Kinoachse

++ Was amerikanische Präsidenten mit Friedrichshainer Kinos verbindet ++ Kino Intimes wird neu eröffnet ++

Der Schauspieler (u.a. in The Killers von Don Siegel, ein toller Filmklassiker, in dem Lee Marvin am Filmende einen der längsten und denkwürdigsten Tode der Filmgeschichte stirbt, weshalb ihm der deutsche Verleih auch den Titel Tod eines Killers verlieh) und 40. Präsident der USA, Ronald Reagan, sprach einst in einer berühmten Rede vom "Reich des Bösen" (evil empire) und bezog sich dabei auf die Sowjetunion. Zwei Jahrzehnte später führte der 43. "mächtigste Mann der Welt", George W. Bush, den Gedanken weiter mit der "Achse des Bösen" (axis of evil), dabei den religiösen Begriff des konservativ-republikanischen Halbgottes Reagan mit Mussolinis "Achse Berlin-Rom" kombinierend. Die "Achsenmächte" Hitler-Deutschland und Mussolini-Italien waren wahrlich eine Achse des Bösen, aber Bush meinte natürlich Iran, Irak und Nordkorea in der Zeit nach den 9/11-Anschlägen. In der arabischen Welt konterte man dreist mit der "Axis of Resistance", bezugnehmend auf Iran, Syrien und Hisbollah. Ebenfalls als Konterbegriff gedacht ist der Titel des rechtskonservativen Blogs "Achse des Guten" von Henryk "Mittelinitial" Broder.

Und was das alles nun mit uns zu tun hat? Eigentlich nichts, außer dass wir uns die Achse geborgt haben, um, wie kartographisch im obigen Logo einigermaßen sichtbar wird, die Standorte unserer Friedrichshainer Kinos, zu denen jetzt auch das neue Kino Intimes gehört, räumlich und begrifflich miteinander zu verbinden. Die alte Kino-Troika aus Tilsiter Lichtspiele, Kino Zukunft und Freiluftkino Pompeji hat ausgedient, es lebe die Kinoachse!

Nach zehn Monaten reger Bautätigkeit haben wir das alte Kino Intimes gründlich saniert und neu eingerichtet, einen zweiten Kinosaal eingebaut und in beiden Sälen 4k-Projektoren sowie bequeme Kinostühle mit angemessener Sitzreihenerhöhung installiert, den alten schmalen Eingangsbereich zu einem geräumigen Foyer mit Café erheblich vergrößert und die historische Eingangstür von der Boxhagener um die Ecke in die Niederbarnim verschoben und auch die Leuchtreklame mit dem vielfotografierten Intimes-Schriftzug macht wieder, was sie machen soll, nämlich leuchten - mit einem Wort: anderthalb Jahre nach der Schließung des historischen Kinos haben wir ein schickes neues Programmkino gebaut, welches nun fertig ist.

Wäre nicht Corona, es wäre ein symbolträchtiger Oktober im Jahre 2020, um ein Kino in Berlin zu eröffnen: 100 Jahre Groß-Berlin-Gesetz, welches Berlin 1920 über Nacht für kurze Zeit zur drittgrößten und zweitausgedehntesten Stadt der Welt machte; 30 Jahre deutsche Einheit (Netflix' erste deutsche Doku-Dramaserie Rohwedder - Einigkeit und Mord und Freiheit liefert einen interessanten Kommentar dazu ab); 14 Jahre nach dem ersten Spatenstich am 05. September 2006 wird zum Monatsende sogar der schon jetzt weltberühmte BER seinen Betrieb aufnehmen (diesmal wirklich, bestimmt!). Aber es ist Corona-Zeit und es gilt Abstandsregeln einzuhalten, Sitzplatzkapazitäten auf die Hälfte oder noch weniger zu beschränken und Feiern ganz wegzulassen. Und so werden wir dann in Kürze ganz verhalten öffnen und den Betrieb aufnehmen. Wenn es soweit ist, informieren wir an dieser Stelle und andernorts sowie in unserem Newsletter.

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Lockdown im Frühling

The long night

- Newsletter April 2020 -
Kino Kneipe Kirche

"Das Kino konkurriert nicht nur mit der Kneipe, sondern auch mit der Kirche." (Leo Trotzki, "Schnaps Kirche Kino")
Berlin, 28. April: "Der Betrieb von Vergnügungsstätten (Kino, Theater, Zirkus, Stadien), Gottesdienste in den Kirchen, und der Betrieb von Restaurants und Gaststätten ist bis 21:00 Uhr Berliner Zeit erlaubt."

Die oben zitierte Verordnung ist leider nicht auf das Jahr 2020 datiert, sondern dem Befehl Nr. 1 des ersten sowjetischen Stadtkommandanten von Groß-Berlin entnommen. Vor genau 75 Jahren befahl Generaloberst Nikolai Bersarin unter Punkt 9 die Versorgung der arg geschrumpften Berliner Bevölkerung mit Kultur, während am Alexanderplatz noch heftig geschossen wurde und der Führer noch zwei weitere Tage zu führen und sich zu verheiraten hatte.

Als 12 Tage zuvor die Offensive gegen Berlin begann, gab es noch genügend Kinos in der Stadt, die in ihrem Spielbetrieb nicht durch Bombenschäden eingeschränkt oder ganz zerstört waren. Das Kinoprogramm für den 16. April bot von „Kollege kommt gleich“ bis „Kolberg“ die ganze Bandbreite nationalsozialistischen Filmschaffens. Vier Tage später wurde in Berlin der Belagerungszustand ausgerufen und dann ging auch das Stromnetz der alten Bewag in die Knie, jedenfalls als Gesamtberliner Netz. Somit käme der 20. April auch als letzter Kinotag in Berlin zu Kriegszeiten in Betracht.

Vier Tage nach dem Befehl Nr. 1 war Berlin kapitulationsbereit, allerdings wurde an einzelnen Hotspots wie dem Volkspark Humboldthain bis zum Mittag des 3. Mai durchgekämpft, dann war auch dort Ruhe. Bereits eine Woche nach dem endgültigen Kriegsende am 8. Mai öffneten in Berlin wieder die ersten Kinos ihren Spielbetrieb. Alles in allem war das Kinoprogramm in der durch die Kampfhandlungen besonders stark zerstörten Stadt nicht einmal vier Wochen unterbrochen.

"17 Lichtspieltheater sind bereits in Berlin wiedereröffnet worden. Es werden Sowjetfilme vorgeführt. Der Andrang des Publikums ist sehr bedeutend."

Bereits am 15. Mai meldete die erste Ausgabe der „Täglichen Rundschau“, der ersten Berliner Nachkriegszeitung, die „Wiederherstellung des normalen Lebens in Berlin“. Die Wiederöffnungsrate der Kinos war beträchtlich, nur zwei Tage später standen den Berlinern bereits 30 Kinos zur Auswahl.

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